Bodensee und St.Gallen
«Eine starke Stadt braucht eine starke Region»: Der Bund unterstützt den Oberthurgau im Rahmen des Aggloprogrammes mit 15 Millionen

Rund dreissig Projekte haben die Verantwortlichen der einzelnen Gemeinden im aktuellen Aggloprogramm eingereicht. Der Bund will diese bis Anfang 2023 prüfen. Die Massnahmen werden von 2024 bis 2028 umgesetzt.

Diego Müggler/Tanja von Arx
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Die Trägerschaft des Aggloprogrammes: der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo, die St.Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa, die Geschäftsleiterin von Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee Leila Hauri, die St.Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann und der Appenzeller Regierungsrat Dölf Biasotto.

Die Trägerschaft des Aggloprogrammes: der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo, die St.Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa, die Geschäftsleiterin von Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee Leila Hauri, die St.Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann und der Appenzeller Regierungsrat Dölf Biasotto.

PD/Marcello Engi

«Eine starke Stadt braucht eine starke Region – und eine starke Region braucht eine starke Stadt.» Das sagt Gabriel Macedo, Stadtpräsident von Amriswil und im Rahmen des Agglomerationsprogrammes Präsident des Kreises Amriswil-Romanshorn, der die Gemeinden Amriswil, Romanshorn, Uttwil, Hefenhofen und Salmsach im Lenkungsausschuss vertritt (siehe Kasten).

Nach zweijähriger Ausarbeitung haben die Verantwortlichen das Aggloprogramm in der vierten Generation gestern beim Bund eingereicht, der es bis Anfang 2023 prüfen und über Fördergelder entscheiden will. Die Massnahmen werden dann von 2024 bis 2028 umgesetzt.

Macedo sagt:

«Das Aggloprogramm ist für die Gemeinden eine grosse Chance.»

Es unterstütze auch bei Themen, die sie alleine kaum anpacken könnten, zum Beispiel öV oder Veloverkehr.

In der Summe eine grosse Wirkung

Für den Oberthurgau beinhaltet das Agglopgrogramm vierter Generation zirka dreissig Massnahmen und ein Volumen von 15 Millionen Franken. Gemäss Macedo enthält es allerdings keine Grossprojekte in der Region. «Dafür aber viele kleinere Massnahmen, die in der Summe auch wiederum eine grosse Wirkung haben werden.»

Anders sieht es beim Aggloprogramm der dritten Generation aus, dessen Massnahmen zur Zeit umgesetzt werden. Dazu zählt als Grossprojekt der Bahnhofplatz Amriswil. «Dieser ist momentan in Planung, 2022 kommt er zur Abstimmung vors Volk», sagt Macedo. In erster Linie geht es um eine Umgestaltung und um den Neubau des Bushofs. Macedo: «Dieser verbessert den Zugang zur Bahn.» Gleichzeitig gebe er einen wichtigen Impuls für die Innenentwicklung.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Donato Caspari

Auch die Romanshorner Passerelle zählt dazu

Bezüglich der Stadt Romanshorn umfasst das Aggloprogramm dritter Generation die Gleisquerung Bahnhof Süd, auch bekannt unter «Passerelle», die nicht eben unumstritten ist (unsere Zeitung berichtete). Laut Stadtpräsident Roger Martin hängt eine allfällige Realisierung des Projektes jedoch von mehreren anderen Faktoren wie einer Wohnüberbauung mit teils sehr langen Planungshorizonten ab. Darum sei es prüfenswert, derzeit allerdings noch nicht spruchreif.

Ausserdem geht es wie in Amriswil um eine Belebung des Bahnhofsplatzes und zusätzlich der Innenstadt. Martin sagt:

«Zentral ist die Koordination des Verkehrs, sprich von Fussgängern, Velofahrern, Autofahrern und der Fähre, da die Erschliessung suboptimal ist.»

Dazu habe man Verkehrsmessungen durchgeführt. «Ausserdem wird eine bessere Aufenthaltsqualität angestrebt.» Damit zusammenhängen würden verschiedene kleinere Teilprojekte zwischen der Allee- und Bahnhofstrasse, auch der dort geplante Sternenplatz.

Fabienne Egloff, Stadtplanerin von Arbon.

Fabienne Egloff, Stadtplanerin von Arbon.

PD

Bezogen auf die Stadt Arbon umfasst das Aggloprogramm dritter Generation die Bahnüberführung an der Grenze zu Steinach. Laut Stadtplanerin Fabienne Egloff muss man dieses Projekt noch angehen. Ausserdem enthalten ist das Betriebs- und Gestaltungskonzept betreffend die St.Gallerstrasse. Egloff: «Der Kanton hat diesbezüglich vor Kurzem die Arbeiten vergeben.»

Ein Zukunftsbild der Region

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee ist ein Zukunftsbild der Region. Es setzt Strategien und Massnahmen in den Bereichen Landschaft, Siedlung und Verkehr um. Hauptziele sind die Förderung der Siedlungsentwicklung nach innen sowie eine darauf abgestimmte Weiterentwicklung des Verkehrssystems. Damit leistet das Agglomerationsprogramm einen Beitrag zur Attraktivität des Wirtschafts- und Wohnstandortes. Die Trägerschaft des Aggloprogrammes setzt sich aus den drei Kantonen Appenzell AR, St.Gallen und Thurgau sowie den dreissig Agglogemeinden zusammen. Die Geschäftsstelle der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee führt die Geschäfte des Aggloprogramms. Damit ist es ein Gemeinschaftswerk vieler verschiedener Akteure.