Blumen für das «Sternenfeld»: Auf dem evangelischen Friedhof in Neukirch gibt es jetzt ein Gemeinschaftsurnengrab

Am Freitag stellte es die Gemeinde der Bevölkerung vor.  Gemeindepräsident Stephan Tobler zeigte sich erfreut über die Neuerung.

Trudi Krieg
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Ein Mann steckt eine Blume in eine der Bohrungen der Steinplatten. (Bild: Trudi Krieg)

Ein Mann steckt eine Blume in eine der Bohrungen der Steinplatten. (Bild: Trudi Krieg)

Am Abend von Allerheiligen, wenn nach christlicher Tradition viele Menschen auf den Friedhöfen ihrer Verstorbenen gedenken, folgte in Egnach eine kleine Schar der Einladung der Friedhofkommission zur Vorstellung des neuen Gemeinschaftsurnengrabes «Sternenfeld». Im Nieselregen bildete sich ein stummer Kreis um das Kunstwerk.

Innig sang Alexa Vogel mit ihrer Sopranstimme das Lied der Trauer und Hoffnung «Amazing Grace». Gemeindepräsident Stephan Tobler begrüsste die Anwesenden im Namen der Gemeinde, der Friedhofskommission und der Kirchenbehörde. «Der Tod begleitet uns das ganze Leben lang, trotzdem sprechen wir nicht gerne darüber, aber je älter wir werden, desto bewusster wird er uns.» Er empfinde es als Wohltat, dass jetzt ein neues Gemeinschaftsgrab eingeweiht werden könne.

Viel Interpretationsspielraum

Die Künstlerin Ingrid Tekenbroek verteilte den Anwesenden Blumen, welche diese symbolisch auf dem «Sternenfeld» anordneten, während der Künstler Urs Fritz Sinn und Bedeutung des Werks erläuterte, das dem Betrachter viel Interpretationsspielraum lässt. Das künstlerische Konzept nehme Bezug auf die räumlichen Gegebenheiten und das Erscheinungsbild des Friedhofs, welches geprägt sei durch eine markante lineare Einteilung.

Die Einteilung in vier Platten könne symbolisch als die wechselnden Jahreszeiten interpretiert werden. Die symmetrische Anordnung vermittle das Zyklische vom Werden und Vergehen, Abschied und Neuanfang. Noch sind die Bohrungen in den tischartigen Platten aus Tessiner-Gneis leer. Ein einzelner Sternenstab aus Chromnickelstahl ist als Muster eingesteckt. Später wird mit jeder Urne ein weiterer beschrifteter Stab dem «Sternenfeld» etwas Leichtes, Spielerisches verleihen.

Die Individualität jedes Menschen betonen

Zum «Ave Maria» in der Kirche wurde Alexa Vogel von Emanuel Vogel am Piano begleitet. Durch die künstlerische Gestaltung und den Festakt habe das Gemeinschaftsgrab eine Bedeutung erhalten, die zur Bestattungskultur gehöre, sagte Pfarrer Gerrit Saamer. Mit einfachen Mitteln wie der Gravur des Namens könne nochmals die Individualität eines Menschen betont werden, sagte Landschaftsarchitekt Martin Klauser.

Abdankungshalle macht wieder guten Eindruck

STEINEBRUNN. Die Abdankungshalle auf dem katholischen Friedhof in Steinebrunn ist in den letzten Monaten umfassend saniert worden und präsentiert sich jetzt wieder fast wie neu.
Markus Schoch