Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Blechlawine beim Freitagsgebet: Die Moschee in Salmsach braucht mehr Parkplätze – und zieht deshalb vor Gericht

Die Gemeinde und die albanisch-islamische Gemeinschaft sind deswegen im Clinch. Über eine Lösung des Problems streiten sie jetzt vor Verwaltungsgericht.
Markus Schoch
Alles zugestellt: An gewissen Tagen würde es kein Durchkommen für Feuerwehr oder Rettungssanitäter geben. (Bild: PD)

Alles zugestellt: An gewissen Tagen würde es kein Durchkommen für Feuerwehr oder Rettungssanitäter geben. (Bild: PD)

Sie sahen das Problem nicht kommen, die Verantwortlichen der albanisch-islamischen Gemeinschaft, als sie im Sommer vor sechs Jahren die Moschee in Salmsach eröffneten. Den Besuchern würden 70 Parkplätze zur Verfügung stehen. «Das ist mehr, als vom Gesetz her nötig wären», liess sich Imam Tadzedin Misimi damals in der «Thurgauer Zeitung» zitieren.

Doch es sind tatsächlich zu wenige für die maximal 500 Besucher, die in den beiden nach Geschlechtern getrennten Gebetsräumen Platz finden. Vor allem am Freitag, wenn viele Muslime zum wichtigsten Gebet der Woche nach Salmsach fahren, reicht das Angebot nicht. Der Vorplatz auf dem ehemaligen Fabrikareal ist jeweils mit Fahrzeugen überstellt.

Feuerwehr könnte nicht zufahren

Ein Problem ist die Situation nicht nur für die albanisch-islamische Gemeinschaft, sondern mindestens ebenso für die Gemeinde, weil die Feuerwehr oder Rettungssanitär nicht zufahren können, wenn es beispielsweise auf dem Gelände brennen sollte. Gemeindepräsident Martin Haas sagt:

«In einem solchen Fall müssten wir uns als Baupolizei die Frage gefallen lassen, warum wir nichts unternommen haben.»

Er sucht deshalb regelmässig das Gespräch mit dem Verein, um eine Lösung zu suchen, damit er nicht irgendwann eine Strafanzeige einreichen muss. Bis jetzt allerdings führten die Diskussionen noch zu keinem Ergebnis.

Gebetsraum im albanisch-islamischen Zentrum in Salmsach. (Bild: Reto Martin)

Gebetsraum im albanisch-islamischen Zentrum in Salmsach. (Bild: Reto Martin)

Die albanisch-islamische Gemeinschaft hat zwar eine Idee, wie sie den Engpass beseitigen könnte. Doch diese Idee lässt sich wahrscheinlich nicht verwirklichen. Jedenfalls wollen beziehungsweise können weder die Gemeinde noch der Kanton Hand dazu bieten. Der Verein hofft jetzt, dass das Verwaltungsgericht zu einer anderen Einschätzung der Lage kommt.

Der Verein hat Land, das aber in der falschen Zone ist

Die Albaner würden gerne eine rund 300 Meter von der Moschee entfernte Wiese unmittelbar neben der Schulanlage Bergli als Parkplatz nutzen. Nur: Das 831 Quadratmeter grosse Grundstück im Besitz der Gemeinschaft liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, wo Private nichts bauen könnten, sagt Gemeindepräsident Haas. Noch vor dem Kauf der Parzelle habe er die Verantwortlichen ausdrücklich darauf hingewiesen – sie hätten seine Warnung aber in den Wind geschlagen.

Eine gewisse Zeit parkierte ein Teil der Gläubigen ihr Auto mit dem Einverständnis der Grundeigentümer auf der Wiese entlang der Schulstrasse zwischen Moschee und Schule. Dieser Praxis schob der Kanton aber einen Riegel, indem er ein entsprechendes Baugesuch ablehnte. Denn jeder einzelne Autofahrer habe rückwärts über ein als Schulweg genutztes Trottoir auf eine Kantonsstrasse fahren müssen, was überhaupt nicht gehe, sagt Haas.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.