Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bischofszells Stadtpräsident antwortet den Gegnern der Entlastungsstrasse

Die beiden Varianten für eine Entlastungsstrasse in Bischofszell sind ins Schussfeld der Kritik geraten. Stadtpräsident Thomas Weingart erklärt, weshalb er den Zeitpunkt für eine Entscheidung für richtig hält.
Georg Stelzner
Thomas Weingart, Stadtpräsident von Bischofszell. (Bild: Donato Caspari)

Thomas Weingart, Stadtpräsident von Bischofszell. (Bild: Donato Caspari)

Kurz vor dem Abstimmungstermin über zwei grundsätzliche Fragen im Hinblick auf den Bau einer Entlastungsstrasse mehren sich die Stimmen, welche für ein Nein plädieren. Die Argumente der Gegner: Die zur Auswahl stehenden Varianten seien zu teuer und hätten nicht den gewünschten Effekt.

Stimmbürger haben das Wort

Stadtpräsident Thomas Weingart verteidigt das Vorgehen des Stadtrates. «Ohne einen Auftrag der Bevölkerung lasse ich nichts in den Richtplan aufnehmen», sagt er zum Beschluss, eine Konsultativabstimmung durchzuführen.

Dass eine Entlastungsstrasse den Verkehr innerstädtisch verlagern würde, wie die Gegner beklagen, bestreitet Weingart nicht. Für gewisse Stadtteile ergäbe sich tatsächlich eine grössere Belastung.

Tödliche Unfälle auf Stadtgebiet

Mit einer Entlastungsstrasse liesse sich der Verkehr besser lenken, ist Weingart überzeugt. Zudem könnte die Sicherheit erhöht werden, betont der Stadtpräsident unter Hinweis auf vier tödliche Unfälle in den Jahren 2013 bis 2015, bei denen stets ein Lastwagen beteiligt war.

Die auch jetzt wieder aufs Tapet gebrachte weiträumige Westumfahrung erachtet er als unrealistisch. Eine solche Lösung ginge nicht nur zu Lasten von viel Kulturland. Sie wäre auch um ein Vielfaches teurer und bedürfte obendrein der Zustimmung der betroffenen Nachbargemeinden.

Steuerfuss müsste erhöht werden

Den Einwand, die Kosten seien zu hoch, kontert Weingart mit der Einschätzung, dass die Realisierung der Entlastungsstrasse eine «Willensleistung» wäre: «Bischofszell könnte sich eine der beiden Varianten durchaus leisten, vorausgesetzt, der Steuerfuss würde um sechs Prozentpunkte hinaufgesetzt.»

Dem Stadtpräsidenten ist klar, dass dafür im Moment keine Mehrheit zu bekommen ist. Er erinnert daran, dass die Stadt im Gebiet Türkei Land besitzt, das verkauft werden könnte, was die Finanzierung des Projekts erleichtern würde.

Langfristiger und strategischer Entscheid

Weingart ist sich der schwierigen Ausgangslage bewusst. Es werde am 19. Mai kein Entscheid getroffen, der unmittelbar zum Tragen kommt. Von den Auswirkungen werde aber die nächste Generation betroffen sein.

Weingart appelliert an die Solidarität. «Wir dürfen ihr diese Chance nicht verbauen», sagt er, überzeugt, dass in 20 Jahren die Bewohner und die Umwelt von den baulichen Eingriffen für eine Strasse wesentlich mehr in Mitleidenschaft gezogen würden.

Gegen Fortsetzung der Variantendiskussion

Der Stadtrat und Weingart sprechen sich für die sogenannte Variante DZW1 aus, die eine Entlastungsstrasse im Westen vorsieht und bei der mit Kosten von 71 Millionen Franken zu rechnen ist.

Für diese Linienführung sprechen laut Weingart mehrere Gründe: die Möglichkeit einer etappenweisen Errichtung, die relativ geringfügigen Eingriffe in die Landschaft und die Inanspruchnahme bestehender, mehrheitlich oberirdisch verlaufender Strassen.

Eine weitere Variantendiskussion lehnt Weingart ab. Es sei nun an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Und er spricht Klartext: «Ich möchte das Projekt jetzt zu Grabe tragen oder die Weichen Richtung Realisierung stellen.»

Ein ewiges Thema in der Rosenstadt

Die Diskussion über eine Zentrumsentlastung ist in Bischofszell der lokalpolitische Dauerbrenner schlechthin. Die Problematik beschäftigt Einwohner und Behörden seit einem halben Jahrhundert. Die Stadt und der Kanton haben in den letzten Jahren gesamthaft rund 500'000 Franken in die Planung investiert. 20 Varianten standen anfänglich zur Diskussion, jetzt sind es noch deren zwei. Über sie lässt der Stadtrat am 19. Mai an der Urne abstimmen. Gleichzeitig möchte er mit dieser Konsultativab- stimmung in Erfahrung bringen, ob überhaupt ein Korridor für ein solches Bauvorhaben längerfristig gesichert werden soll. (st)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.