Bischofszeller sprechen sich gegen Entlastungsstrasse aus

Die vom Stadtrat Bischofszell initiierte Konsultativabstimmung ergibt ein klares Verdikt: Die Stimmbürger lehnen einen Korridor für ein Projekt zum Zwecke der Stadtentlastung mit grosser Mehrheit ab.

Georg Stelzner
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Verkehr auf der Bahnhofstrasse in Bischofszell. (Bild: Reto Martin)

Verkehr auf der Bahnhofstrasse in Bischofszell. (Bild: Reto Martin)

«Ich habe sogar ein noch deutlicheres Nein erwartet», sagt Stadtpräsident Thomas Weingart eingedenk des Abstimmungskampfes, in dem die Gegner der Entlastungsstrasse tonangebend waren.

Der Stadtrat habe Klarheit haben wollen, ob längerfristig ein Korridor für eine künftige Entlastungsstrasse gesichert werden soll oder nicht. Diese Frage sei mit dem unmissverständlichen Abstimmungsergebnis nun beantwortet worden.

Die Stimmbürger hätten offenbar Bedenken gehabt, das Problem innerstädtisch zu lösen, und weiträumige Lösungen seien wegen der noch wesentlich höheren Kosten nicht in Frage gekommen. Zu den Konsequenzen sagt Weingart: «Das Thema Entlastungsstrasse ist somit vom Tisch, nicht aber das Thema Verkehrssicherheit.»

Zwei Varianten standen zur Wahl

Die Variantenwahl ist mit dem Nein zum Korridor hinfällig. Auch hier fiel das Ergebnis deutlich aus. Eine Mehrheit hätte die westliche Umfahrung (DZW1) gegenüber der östlichen (ZO1) bevorzugt. Auffallend ist hier die hohe Anzahl leerer Stimmzettel. Beide vom Stadtrat zur Diskussion gestellten Varianten erhielten deutlich weniger Stimmen.

Erfreut und zufrieden nimmt Franz Eugster das Ergebnis zur Kenntnis. Er hat sich mit vielen anderen Mitgliedern des Quartiervereins Schützengütli für ein Nein zum Korridor eingesetzt. Über 20 Transparente im ganzen Gemeindegebiet zeugten von diesem Engagement.

Erleichtert über gute Stimmbeteiligung

«Ich bin froh, dass die Abstimmung ein so deutliches Resultat gebracht hat, denn das Gegenteil wäre für Bischofszell nicht gut gewesen», sagt Eugster. Er vermutet, dass die Linienführung der vorgeschlagenen Varianten entscheidend zum Nein beigetragen haben. Sie wären seiner Meinung nach nicht sinnvoll gewesen.

Der Umstand, dass der Korridor nun keine Aufnahme im Richtplan findet, werde den finanziellen Handlungsspielraum des Stadtrates vergrössern, ist Eugster überzeugt, denn jetzt müsse kein Land gesichert werden.

Abstimmungsergebnisse

Bei einer Stimmbeteiligung von 45 Prozent sagten 613 Stimmbürger zum Korridor für eine Entlastungsstrasse ja, 956 votierten dagegen. Bei der Variantenwahl, deren Ausgang nun irrelevant ist, sprachen sich 305 für die Ostumfahrung und 527 für die Westumfahrung aus. 682 Stimmzettel waren leer und 33 ungültig. Die Stimmbeteiligung lag hier bei 42 Prozent. (st)