Bischofszeller Schreibwettbewerb: Für die Jury stehen die besten Texte fest

Zum dritten Mal findet am 16. März die Veranstaltung «Schreiblust & Lesenacht» statt. Höhepunkte werden die Ehrung der drei Preisträger und die Verleihung der Goldenen Schreibfeder sein.

Georg Stelzner
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Jurysitzung im Bischofszeller «Hirschen»: Richi Küttel, Spoken Word Poet und Kulturvermittler aus St. Gallen, diskutiert mit Michèle Minelli, Schriftstellerin aus Iselisberg, über einen Wettbewerbsbeitrag. (Bild: Georg Stelzner)

Jurysitzung im Bischofszeller «Hirschen»: Richi Küttel, Spoken Word Poet und Kulturvermittler aus St. Gallen, diskutiert mit Michèle Minelli, Schriftstellerin aus Iselisberg, über einen Wettbewerbsbeitrag. (Bild: Georg Stelzner)

«Die Menschen brauchen Geschichten, sie können nicht alles selber erleben», sagt Michèle Minelli. Das Schreiben habe deshalb nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die Schriftstellerin aus Iselisberg gehört der fünfköpfigen Jury an, welche die 34 eingereichten Beiträge auf ihre Preiswürdigkeit hin überprüft hat.

Immer grössere Resonanz im Kanton

Die Auseinandersetzung mit Texten und die Diskussion mit anderen Jurymitgliedern finde sie spannend, begründet Minelli ihre Bereitschaft zur Mitarbeit. Die Idee für den Schreibwettbewerb hatte die Buchhändlerin Charlotte Kehl. Auf die Premiere vor acht Jahren folgte im September 2016 die zweite Auflage.

«Die Teilnehmerzahl ist konstant, beim ersten Mal waren Erwachsene, Jugendliche und Kinder aber gleich stark vertreten», sagt Kehl. Sie bedauert, dass heuer nur wenige Kinder und Jugendliche einen Beitrag eingereicht haben. Erstaunt und erfreut zeigt sich Kehl über den Umstand, dass der Schreibwettbewerb dieses Mal über die Region hinaus auf Interesse gestossen ist.

Beachtliches Niveau mancher Texte

Ende Februar hat die Jury die eingereichten Geschichten besprochen. Leicht gemacht hat sich das Quintett die Bewertung und die Kür der besten Texte nicht, erstreckte sich die entscheidende Sitzung doch über mehrere Stunden.

Michèle Minelli zeigt sich von der Vielfalt – auch bezüglich der Genres – beeindruckt und stellt den Verfassern ein gutes Zeugnis aus. «Ich bin ohne konkrete Erwartungen an die Aufgabe herangetreten, kann nach der Lektüre der Texte jedoch sagen, dass ich klar ausgewiesene literarische Qualitäten entdeckt habe», fasst die Schriftstellerin ihre Eindrücke zusammen.

Die nach Einschätzung der Jury besten Wettbewerbsteilnehmer in den Kategorien Erwachsene, Jugendliche und Kinder sind inzwischen verständigt worden. Wer die Ränge eins, zwei und drei belegt, erfährt die Öffentlichkeit aber erst anlässlich der Preisverleihung am 16. März im Bistro zu Tisch.

Auch Publikum verleiht einen Preis

Die Preisträger und zwei weitere von der Jury bestimmte Autoren werden ihren Text vorlesen und den Veranstaltungsbesuchern Gelegenheit für eine eigene Wertung geben.

Um die Goldene Schreibfeder, den Publikumspreis, zu gewinnen, bedarf es also nicht nur einer gut geschriebenen Geschichte, sondern auch eines überzeugenden Vortrags. «Wer das gut macht, kann seine Chancen erhöhen», weiss Charlotte Kehl, die darauf hinweist, dass das Verdikt des Publikums nicht mit jenem der Jury identisch sein müsse.

Junge Bischofszeller moderieren

Die Initiatorin des Schreibwettbewerbs hofft auf eine zahlreiche Zuhörerschaft: «Die Autorinnen und Autoren würden sich sehr freuen, und sie hätten es auch verdient, ihr Werk einem grösseren Publikum vorstellen zu können.»

Für die Moderation der Veranstaltung am Samstagabend konnten Tabea Steinmann und Jonas Bissig, beide aus Bischofszell, gewonnen werden. Für die musikalische Umrahmung wird die Band Knuts Koffer sorgen.

Programm der zweitägigen Veranstaltung

Martina Cavelti (Frauenfeld), Marta Huber (Sulgen), Katharina Michel (Dozwil), Otto Raymann (Bischofszell) und Urs Welte (Hauptwil) werden am Samstag, 16. März, im Bistro zu Tisch ihren Text vorlesen dürfen. Unter diesen fünf Personen befindet sich der Gewinner oder die Gewinnerin des Jurypreises. Ab 18 Uhr werden im Lokal an der Marktgasse 5 mongolische Speisen offeriert. Die Preisverleihung in der Kategorie «Erwachsene» beginnt um 19.30 Uhr. In der Kategorie «Jugendliche» hat es mit Daniel Trüssel (Weinfelden) nur einen Teilnehmer gegeben. In der Kategorie «Kinder» machen Pascale Germann (Bischofszell), Malina Heymann (Frauenfeld) und Jana Niederöst (St. Pelagiberg) den Sieg unter sich aus. Die Preise an sie werden um 16.30 Uhr verliehen. Zum Auftakt liest Schriftstellerin Andrea Gerster ab 15.30 Uhr aus ihrem Kinderbuch «Tarantino, der dümmste Hund der Welt». Fortgesetzt und abgeschlossen wird die Veranstaltung am Sonntag, 17. März, 10 Uhr, mit dem Literaturcafé im Bistro zu Tisch. (st)