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Bischofszeller Molkerei mit veganer Alternative aus Lupinen

Morgens um 5.50 Uhr: Selbst bei dieser Hitze tragen die Angestellten der Molkerei Biedermann warme Kleider, denn die bis zu 200000 Liter pro Tag zu verarbeitende Milch braucht kühle Temperaturen und Nachtarbeit.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Logistiker Sedat Catan auf dem Hubstapler im Waren- und Auslieferungslager der Molkerei Biedermann. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Logistiker Sedat Catan auf dem Hubstapler im Waren- und Auslieferungslager der Molkerei Biedermann. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Kalt ist es – beinahe wie im Kühlschrank fühlt es sich an. «Wir haben hier das ganze Jahr hindurch konstante Temperaturen. Sie liegen zwischen drei und vier Grad», erklärt Sedat Catan. Der Logistiker arbeitet im Waren- und Auslieferungslager bei der Molkerei Biedermann in Bischofszell und ist für die Disposition zuständig. In diesem Kühlraum werden die Milchdrink-Produkte bis zur Auslieferung an die Detailhändler zwischengelagert, im Durchschnitt etwa dreissig Stunden.

Die Molkerei Biedermann gehört zu den innovativsten Molkereien der Schweiz. Sie betreibt Verarbeitungslinien für Trinkmilch und Rahm, für Joghurt- und Quarkherstellung sowie eine Butterproduktion. Hergestellt werden rund 500 Produkte aus diversen Milcharten wie Bio- und konventionelle Milch, Schaf- sowie Ziegenmilch. Rund zwei Drittel der verarbeiteten Milchmenge ist Biomilch.

«Ich arbeite gerne hier
und mag auch die Hektik»

sagt Sedat Catan. Obwohl er in einem kalten, fensterlosen Raum arbeitet, bereitet ihm seine Tätigkeit viel Freude. «Ich bin in einem Superteam. Und meine Aufgaben sind sehr vielseitig und abwechslungsreich», sagt der Logistiker.

Karam Mansor bedient die vollautomatische Becherfüll- und Verschliessanlage. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Karam Mansor bedient die vollautomatische Becherfüll- und Verschliessanlage. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Gleich nebenan in der Spezialitätenabteilung ist Karam Mansor an der Becherfüll- und Verschliessanlage beschäftigt. Diese vollautomatische Maschine sei eine der modernsten Anlagen überhaupt und seit rund einem Jahr in Betrieb, weiss der Teamleiter. Der gebürtige Ägypter, der in seinem Heimatland den Beruf des Goldschmiedes erlernt hatte, arbeitet seit zwölf Jahren bei der Molkerei Biedermann. «Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Es ist ein sehr interessanter Job», sagt er mit einem dankbaren Lächeln.

«Meine innere Uhr hat sich
der Nachtarbeit angepasst»

sagt Karam Mansor. Er arbeitet meistens in der Nacht. Mit dieser Präsenzzeit habe er überhaupt keine Mühe. Ganz im Gegenteil, er könne dafür nachmittags mit seiner Familie etwas unternehmen. Um acht Uhr habe er Dienstschluss, dann werde er sich ein paar Stunden schlafen legen.

Vom Familienbetrieb zum modernen Unternehmen

Ralf Hackenberger.

Ralf Hackenberger.

Ralf Hackenberger kontrolliert gerade eine voll automatisierte Maschine in der Milchproduktionsabteilung. Der gelernte Koch, der sich zum Milchtechnologen weitergebildet hatte, ist zuständig für die Milchaufbereitung. Arbeitsbeginn war für ihn um drei Uhr in der Früh. Ralf Hackenberger schätzt es, dass es keine Routinearbeiten gibt. Durch den Schichtbetrieb seien seine Tätigkeiten äusserst vielfältig.

Was vor über 80 Jahren als kleiner Familienbetrieb mit einer Milchhandlung begonnen hatte, hat sich zu einem modernen Unternehmen mit insgesamt 125 Mitarbeitenden entwickelt. «Bedeutende Abnehmer unserer Produkte sind Migros und Coop. Wir liefern aber auch ins Ausland», erklärt Ruedi Hochstrasser, Lebensmittelingenieur ETH und Geschäftsleiter der Molkerei Biedermann.

Ruedi Hochstrasser erzählt, dass täglich zwischen 100000 und 200000 Liter Milch angeliefert werden – und dies an 365 Tagen im Jahr. Da die Milch nicht lange gelagert werden kann und Kundenbestellungen jeweils bis am Abend getätigt werden, wird auch während der Nacht in der Molkerei gearbeitet. Apropos lagern: Milch sollte nur im unteren Bereich des Kühlschrankes mit korrekter Temperatureinstellung aufbewahrt und bis zum Ablaufdatum konsumiert werden.

Ruedi Hochstrasser.

Ruedi Hochstrasser.

Joghurt hingegen könne ungeöffnet noch mehrere Tage nach seinem Ablaufdatum bedenkenlos gegessen werden, sagt Ruedi Hochstrasser. Sollte sich beim Öffnen dann doch Schimmelpilz zeigen oder ein anderweitiger Verderb erkennbar sein, zum Beispiel unangenehmer Geruch, müsse das Produkt entsorgt werden.

Immer mehr verzichten auf tierische Lebensmittel

«Als mittelgrosser Betrieb im Milchsegment richten wir uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden», erklärt der Geschäftsleiter. So bietet die Molkerei Biedermann auch eine vielfältige Produktpalette aus Kuhmilch ohne Laktose an. Da immer mehr Menschen an Milchzuckerunverträglichkeit leiden, sei die Nachfrage nach laktosefreien Produkten in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.

Ausserdem verzichten immer mehr Leute auf tierische Lebensmittel. Entwickelt wurden deshalb Produkte unter anderem auf Mandel- und Kokosnuss-Basis. Seit längerem exportiert die Molkerei eine Joghurt-Alternative aus Garten-Lupinen. Die Lupinensamen (nur ungiftige Zuchtsorten) enthalten hochwertiges Eiweiss. «Weitere vegane Erzeugnisse kommen noch in diesem Jahr auf den Markt», verrät Hochstrasser.

Seit 2005 ist Lassi – ein Trinkjoghurt, der seinen Ursprung in Indien hat, erhältlich. Entwickelt wurde dieses Milchprodukt von der Molkerei Biedermann, die inzwischen jedes Jahr einige Hunderttausend Lassi-Becher produziert. Den Trinkjoghurt gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Und da wir in der Rosenstadt sind – wie könnte es anders sein – auch einen Rosen-Lassi.

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