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Bischofszeller Hilfswerk unterstützt Bedürftige in Argentinien

Sandra und Marius Lang haben «Brot für Argentinien» ins Leben gerufen. Vom Erlös aus ihrem «Chleiderladä» profitieren Menschen im südamerikanischen Land.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Geschäftsführerin Sandra Lang berät ihre Kundinnen Marlies Fässler und Doris Muggli. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Geschäftsführerin Sandra Lang berät ihre Kundinnen Marlies Fässler und Doris Muggli. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Fein säuberlich sortiert hängen Dutzende von Kleidern in allen Grössen und Farben an den Ständern oder liegen in den Gestellen – alles Einzelstücke. Aber auch die beachtliche Accessoire-Kollektion an Schmuck und Schleifen sowie die zahlreichen Taschen, Schuhe und Spielsachen sind nicht zu übersehen.

Wie in einer grossen Modeboutique sieht es im Laden- lokal aus – und doch ist es ganz anders. «Wir sind ein Hilfswerk und helfen bedürftigen Menschen in Argentinien», steht da in grossen Lettern auf einem Schild. Im «Chleiderladä» an der Marktgasse 1 sind günstige Mode für Frauen und Kinder sowie Spielsachen erhältlich.

Kontakt mit evangelischem Pastor

Sandra Lang führt hier ihren «Chleiderladä». Mit dem gesamten Erlös hilft sie bedürftigen Personen in Argentinien. Sandra Lang und ihr Ehemann Marius haben das christliche Hilfswerk «Brot für Argentinien» vor 16 Jahren gegründet.

Sandra Lang erinnert sich: «Ein Jahr zuvor haben wir den Pastor einer evangelischen Freikirche kennen gelernt, der mit seiner Frau zusammen in Buenos Aires ein Waisenhaus führte. Er bat uns um Unterstützung.»

Da das Verschicken von Material zu aufwendig und zu teuer gewesen wäre, entschieden sich die beiden, finanzielle Hilfe zu leisten. «Das Waisenhaus gibt es heute allerdings nicht mehr, doch nach wie vor viele hilfsbedürftige Menschen.»

Geld wird gezielt vor Ort eingesetzt

Es sei ihnen wichtig, den bedürftigen Leuten nicht einfach Geld zu bringen, sagt Sandra Lang. Das Geld werde für den Kauf von Lebensmitteln, Kleidern, Möbeln oder die ärztliche Versorgung eingesetzt. Die Langs sind schon selber mit ihrem gespendeten Geld nach Argentinien geflogen oder haben es Bekannten mitgegeben. Jedenfalls wird es immer persönlich überbracht.

«Da die evangelische Freikirche vom argentinischen Staat als Hilfswerk geprüft und anerkannt wird, ist auch sichergestellt, dass die Gelder richtig verwendet werden», betont Sandra Lang, die ehrenamtlich im «Chleiderladä» arbeitet. Es gäbe für sie keinen grösseren Lohn, als die strahlenden Augen der Beschenkten in Argentinien zu sehen.

Geschäftsführerin Sandra Lang: «Ich praktiziere Nächstenliebe – sowohl hier im ‹Chleiderladä› als auch ausserhalb.»

Einst begannen Sandra und Marius Lang auf Flohmärkten Waren zu verkaufen, um das Waisenhaus in Buenos Aires zu unterstützen. Es seien gebrauchte Gegenstände gewesen, die sie zuvor von ihren Verwandten, Nachbarn und Bekannten erhalten hätten.

Von der Ober- in die Marktgasse

Mit der Zeit kamen immer mehr Kleider zusammen, und Sandra Lang entschloss sich, einen Secondhand-Kleiderladen zu eröffnen. Anfangs habe sie in Bischofszell immer wieder leerstehende Räumlichkeiten gefunden, in denen sie aber nur vorübergehend ihren Kleiderladen betreiben konnte.

Während viereinhalb Jahren war ihr Geschäft dann an der Obergasse untergebracht, bevor Sandra Lang 2009 die Räume an der Marktgasse beziehen konnte. Neben einer grossen Auswahl gepflegter und günstiger Secondhand-Kleidung gibt es hier auch eine stattliche Anzahl an neuen Sachen.

Zusammenarbeit mit «Kompass»

Sandra und Marius Lang helfen auch Leuten in der näheren und weiteren Umgebung. Zum einen verkaufen sie günstige Kleider. Zum anderen arbeiten sie mit dem Verein Kompass Arbeitsintegration zusammen und bieten Menschen eine vorübergehende Beschäftigung im «Chleiderladä».

Ausserdem unterstützen sie das Jugendprojekt Lift und ermöglichen Sekundarschülern einmal wöchentlich einen Einblick in die Arbeitswelt. Sandra Lang steckt viel Zeit und Herzblut in den «Chleiderladä».

Eigentlich sei es fast ein Vollzeitjob, bemerkt die gelernte Kindergärtnerin. Unterstützung im Laden erhält Sandra Lang von einer Teilzeitangestellten sowie von Kolleginnen, die unentgeltlich arbeiten.

Zufriedene Kundschaft

Soeben haben drei Stammkundinnen den «Chleiderladä» betreten. Ursula Herzog aus Müllheim bringt Winterkleider mit. «Ich unterstütze es sehr, dass gebrauchte, gut erhaltene Kleidung weitergetragen wird.» Marlies Fässler bringt ebenfalls Kleider von sich mit. Sie kaufe auch Second-Hand-Ware. «Aber gute Qualität ist mir wichtig», betont die Kundin aus Sitterdorf.

Doris Muggli aus Lömmenschwil erzählt, dass sie schon seit mehr als zehn Jahren hier Kundin sei. «Das Angebot ist super, und ausserdem ist es eine tolle Sache, dass man getragene Kleidungsstücke bringen kann.»

Öffnungszeiten im «Chleiderladä»: Dienstag bis Freitag, jeweils 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17.30 Uhr; Samstag, 9 bis 12 Uhr.

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