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Bischofszeller Gemeindeversammlung verabschiedet Stadträtin Helen Jordi

Die Gemeindeversammlung genehmigte alle Jahresrechnungen. Im Mittelpunkt des Interesses standen aber nicht Zahlen, sondern Menschen. Eine besondere Würdigung erfuhr die in wenigen Tagen zurücktretende Stadträtin Helen Jordi.
Georg Stelzner
Stadtpräsident Thomas Weingart überreicht der zurücktretenden Stadträtin Helen Jordi (EDU) einen Blumenstrauss. (Bild: Georg Stelzner)

Stadtpräsident Thomas Weingart überreicht der zurücktretenden Stadträtin Helen Jordi (EDU) einen Blumenstrauss. (Bild: Georg Stelzner)

In vielerlei Hinsicht unterschied sich die Gemeindeversammlung der Stadt Bischofszell nicht von den Versammlungen in anderen Thurgauer Gemeinden. Auch hier konnte die Behörde Rechnungen vorlegen, die einen teils hohen Gewinn ausweisen.

Zudem nahmen auch in der Bitzihalle die Verabschiedungen am Montagabend breiten Raum ein. Eingefunden sich 212 Stimm- berechtigte (5,8 Prozent).

Hochdeutsch statt Dialekt

Doch es gab etwas, das anders war als sonst. Stadtpräsident Thomas Weingart bediente sich aus Rücksicht auf eine südkoreanische Delegation, die der Gemeindeversammlung beiwohnte, diesmal der hochdeutschen Sprache.

Als Anschauungsunterricht für das Schweizer Demokratiemodell taugte die Versammlung freilich nur bedingt, wurden doch mit Ausnahme der Einbürgerungsgesuche alle stadträtlichen Anträge diskussionslos und einstimmig gutgeheissen. Zu Wortmeldungen kam es erst gegen Ende bei den Mitteilungen.

Mitarbeit bei Zivilschutz-Reorganisation

Ein spezieller Abend war es vor allem für Helen Jordi. Sie scheidet nach acht Jahren aus dem Stadtrat aus. Weingart würdigte ihre Arbeit für das Ressort Bevölkerungsschutz und Sicherheit.

Jordi habe massgeblich an der Reorganisation des Zivilschutzes mitgewirkt und sich auch für die Feuerwehr starkgemacht. «Für Helen Jordi stand der Mensch im Vordergrund und nicht die Maschinen», stellte Weingart anerkennend fest.

Er erinnerte auch an die sehr schwierigen Zeiten, in denen Jordi sich als Stellvertreterin des damaligen Stadtoberhaupts den Medien hatte stellen müssen.

Weingart vermied es, die Ereignisse beim Namen zu nennen, doch den meisten Anwesenden dürfte klar gewesen sein, dass nur die Turbulenzen im Nachgang der Tour de Suisse gemeint sein konnten.

Applaus für den Stadtpräsidenten

Mit einem Geschenkkorb verabschiedet wurden zahlreiche Kommissionsmitglieder. Sichtlich gerührt, hörte sich Weingart eine Laudatio auf seine Person an.

Vizestadtpräsidentin Christina Forster hob das gute Arbeitsklima und die ausgeprägte Kollegialität im Stadtrat hervor. Den Ausführungen Forsters zustimmend, erhoben sich die Stimmbürger und spendeten dem seit 2015 amtierenden Stadtpräsidenten einen langen Applaus.

Projekte verzögern sich

Bezüglich der Einführung des Geschäftsleitungsmodells im Rathaus ist laut Weingart noch keine Entscheidung gefallen. Im Rahmen der Vernehmlassung zur Ortsplanungsrevision zähle man 74 Eingaben.

Mit einer weiteren Verzögerung müsse bei der Hangrutschsanierung in Halden gerechnet werden. Es seien zusätzliche Abklärungen nötig, die Verhandlungen mit dem Kanton gestalteten sich schwierig.

Kirchenglocken und Bauabrechnungen

Weiter teilte der Stadtpräsident mit, dass die Glocken der Johannes- und Pelagiuskirche wegen Beschwerden nachts künftig nur noch stündlich und weniger laut als bisher läuten dürfen.

Stadtrat Boris Binzegger präsentierte die Baurechnungen für die abwassertechnische Sanierung des Stadtbachs und den Ausbau bzw. die Erweiterung der Laubeggstrasse. In beiden Fällen kam es zu einer Kostenüberschreitung.

Ja zur sechs Jahresrechnungen

Die Gemeindeversammlung der Stadt Bischofszell hiess alle sechs Jahresrechnungen, die ihr der Stadtrat unterbreitet hatte, ohne Gegenstimmen gut. Drei Rechnungen stehen mit einem Gewinn zu Buche: Die Stadt erzielt einen Ertragsüberschuss von 124'321 Franken, dies bei einem budgetierten Verlust in Höhe von 840'570 Franken. Die Besser- stellung gegenüber dem Budget beläuft sich somit auf fast eine Million Franken.

Einen positiven Rechnungsabschluss verzeichnen auch die beiden TGB-Sparten Elektrizitätsversorgung mit einem Gewinn von 939'149 Franken und Wasserversorgung mit einem Plus von 379'112 Franken. Rote Zahlen schreiben die Abteilung Wärme mit einem Aufwandüberschuss von rund 50'000 Franken, das Schwimmbad mit einem Defizit von 224'900 Franken und das Altersheim Bürgerhof mit einem Verlust von 185'765 Franken, wofür laut Stadtpräsident Thomas Weingart in erster Linie die Umsatzeinbusse infolge leer stehender Betten verantwortlich ist.

Keine Opposition erwuchs auch dem revidierten Beitrags- und Gebührenreglement für das Bauwesen. Es beinhaltet marginale Änderungen, die zum Teil auch nur redaktioneller Natur sind. Eine Beschlussfassung nicht möglich war beim Organisationsreglement des Abwasserverbandes Region Bischofszell, da der zuständige Jurist des Kantons die eingereichte Fassung zu einer nochmaligen Überarbeitung zurückgewiesen hatte. (st)

Ja zu allen Einbürgerungsgesuchen

Der Gemeindeversammlung der Stadt Bischofszell lagen sechs Einbürgerungsgesuche vor, die insgesamt sieben Personen betrafen. In einem Fall stammte das Gesuch von einer Mutter mit Tochter. In geheimer Abstimmung wurde den Anträgen des Stadtrates zur Einbürgerung der Gesuchsteller mit jeweils grosser Mehrheit entsprochen. Bei den Herkunftsländern der neuen Bürger handelt es sich um Deutschland (1), Bosnien-Herzegowina (1) und Serbien (4). (st)

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