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Bischofszell schreibt erstmals seit 2014 wieder schwarze Zahlen

Die Aussichten waren düster, das Ergebnis stellt eine faustdicke Überraschung dar: Erstmals in der Ära Weingart weist die Jahresrechnung der Stadt einen Gewinn aus. Zurückzuführen ist das Plus unter anderem auf den Rückgang der Sozialhilfeleistungen.
Georg Stelzner
Strahlende Gesichter: Sonja Lenggenhager, Bereichsleiterin Finanzen und Personal bei den Technischen Gemeindebetrieben Bischofszell, Stadtpräsident Thomas Weingart und Pascal Eichmann, Leiter Finanzen und Steuern. (Bild: Andrea Stalder)

Strahlende Gesichter: Sonja Lenggenhager, Bereichsleiterin Finanzen und Personal bei den Technischen Gemeindebetrieben Bischofszell, Stadtpräsident Thomas Weingart und Pascal Eichmann, Leiter Finanzen und Steuern. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist für einmal ein Knalleffekt der erfreulichen Art: Das budgetierte Defizit von 840'570 Franken bleibt der Stadt nicht nur erspart, es resultiert sogar ein völlig unerwarteter Gewinn von 124'321 Franken.

Und so muss Stadtpräsident Thomas Weingart nicht hinter seinen Amtskollegen in der Region zurückstehen. Erfreut kann er feststellen: «Es gibt auch in Bischofszell schwarze Zahlen.» Angesichts der schwierigen finanziellen Konstellation sei das eine Überraschung.

Von einmaligen Effekten profitiert

Weingart warnt aber vor Euphorie. Die Situation bleibe angespannt, die Talsohle sei noch nicht durchschritten. Der Stadtpräsident begründet seine Zurückhaltung mit den speziellen Umständen, unter denen der positive Rechnungsabschluss zustande gekommen sei.

Der Stadtpräsident spricht von «einmaligen Effekten» und verweist auf den Verkauf von Immobilien (zum Beispiel Bakom-Gebäude in Schweizersholz), die höheren Rückvergütungen bei der öffentlichen Sozialhilfe und den wider Erwarten grossen Ertrag bei den Grundstückgewinnsteuern.

Kostendisziplin zeigt Wirkung

Laut Pascal Eichmann, Leiter Finanzen und Steuern, ist es gelungen, praktisch in allen städtischen Verwaltungsabteilungen Einsparungen beim Personalaufwand zu erreichen.

Anstatt der veranschlagten 3,35 Mio. Franken schlugen die Kosten für das junge städtische Personal nur mit 3,37 Mio. Franken zu Buche. Dies sei nicht durch Entlassungen erreicht worden, betont Weingart, sondern durch einen gezielten Stellenabbau.

So sei etwa der aus dem Dienst ausscheidende Stadtpolizist nicht ersetzt worden, und auch die Pensionierung von Jugendtreffleiter Ruedi Forrer habe sich in finanzieller Hinsicht positiv bemerkbar gemacht.

Hohe Kosten bei Pflegefinanzierung

Auch beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand konnten die Vorgaben des Budgets eingehalten werden – dies trotz bewilligter Nachtragskredite für die Beschaffung von zwei Nutzfahrzeugen für den Werkhof. Eichmann lobt die «grosse Kostendisziplin».

Ein noch besseres Ergebnis verhinderten die nach wie vor hohen Kostenanteile für die Pflegefinanzierung und die öffentliche Sozialhilfe. Besonders ins Gewicht gefallen ist der Aufwand für die individuelle Krankenkassen-Prämienverbilligung.

Statt der budgetierten 555'000 Franken brauchte man für diesen Zweck 703'355 Franken. «Viel mehr Personen als im Jahr davor konnten einen Anspruch geltend machen», erklärt Weingart.

Der Nettoaufwand bei der öffentlichen Sozialhilfe präsentiert sich hingegen erfreulich: Er beläuft sich auf 1,076 Mio. Franken, womit das Budget um 320'000 Franken unterschritten wird.

Insgesamt mehr Steuern eingenommen

An Steuergeldern nahm die Stadt insgesamt 7,3 Mio. Franken ein. 6,2 Mio. Franken machten die Einkommens- und Vermögenssteuern aus. Bei den Steuern juristischer Personen wurde das Ziel um rund 200'000 Franken verfehlt. Insgesamt übertrifft der Steuerertrag das Budget aber um 230'000 Franken.

Viel geringer als geplant fielen die Investitionen aus. Sie beliefen sich auf 1,6 Mio. Franken. Vorgesehen waren ursprünglich 5,2 Mio. Franken.

EW und Wasserversorgung mit Gewinn

Zufrieden ist auch Sonja Lenggenhager, Leiterin Finanzen und Personal bei den Technischen Gemeindebetrieben. Sowohl das EW als auch die Wasserversorgung haben mit einem Gewinn abgeschlossen. Einsprachen und Rechtsverfahren blockierten in beiden Bereichen aber wichtige Projekte.

Das städtische Altersheim Bürgerhof schloss das Jahr 2018 mit einem Verlust von 185'765 Franken ab. Der Grund: Zeitweise waren bis zu sechs der insgesamt 28 Betten nicht besetzt

Gemeindeversammlung: Montag, 27. Mai, 20 Uhr; Mehrzweckhalle Bitzi, Bischofszell.

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