Bischofszell Nahrungsmittel AG zeigt neue Kältezentrale

Die Bina investiert zwölf Millionen Franken in eine neue Anlage und spart damit Energie und Wasser.

Christof Lampart
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Die Bischofszell Nahrungsmittel AG hat Fachleute und Medienschaffenden eingeladen, um die neue Kältezentrale zu begutachten. (Bild: Christof Lampart)

Die Bischofszell Nahrungsmittel AG hat Fachleute und Medienschaffenden eingeladen, um die neue Kältezentrale zu begutachten. (Bild: Christof Lampart)

Es war jedem klar, der hier gearbeitet hat: Die alte Kälteanlage war ziemlich am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Das sagt Kurt Altwegg, Fach- bereichsleiter Nachhaltigkeit und Energie bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina). Er führt den Rundgang mit Fachleuten und Medienschaffenden und erläutert die Vor- teile der neuen Kältezentrale, deren Planung vor fünf und deren Bau vor zwei Jahren begonnen hatte.

Immer wieder kommt er dabei als Vergleich auch auf die alte Anlage zu sprechen. So sei diese nach 50 Jahren in Betrieb überbelastet, ineffizient, der Wasserverbrauch hoch und die Sicherheitsmängel unübersehbar gewesen. Abgesehen von den hohen Reparaturkosten ist es laut Altwegg auch immer schwieriger geworden, Ersatzteile zu finden.

Energieverbrauch um 60 Prozent gesenkt

Optisch ohne weiteres ersichtlich ist auf dem Rundgang, dass mit der Realisierung des zwölf Millionen Franken teuren Projekts drei alte Standorte durch einen neuen ersetzt wurden. Dabei wurde als erstes im Januar dieses Jahres die Kältezentrale in Betrieb genommen, als Letztes im Juli das Kühlwassernetz angeschlossen. «Wir konnten den Energieverbrauch seit der Inbetriebnahme der Kältezentrale und der verschiedenen Netze um bis zu 60 Prozent senken», betont Kurt Altwegg in seinen Ausführungen.

In konkreten Zahlen heisst dies, dass der Stromverbrauch eines Jahres um rund 3100 Megawattstunden reduziert wird. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 650 Vier-Personen-Haushalten. Auch bezüglich des Wasserverbrauchs lässt sich die Reduktion sehen. Statt einst gut 70000 Kubikmeter Wasser verbraucht die neue Kältezentrale nur noch 15000 Kubikmeter, was der Äquivalenz von 250 Vier-Personen-Haushalten gleichkommt.

Tonnenweise Lasagne, Spinat und Konfitüre

Das Produktionsvolumen, das in der Kälteversorgung West verarbeitet wird, beläuft sich auf jährlich 142000 Tonnen an Konfitüren, Fruchtgrundstoffen, Spinat, Lasagne, Spätzle, Kartoffelpüree und Getränken wie Eistees und Fruchtsäfte. In der neuen Kältezentrale ist eine differenzierte Kälteerzeugung möglich, welche je nach Produkt von -35 Grad Celsius (Ammoniak) über -6 Grad Celsius (Glykol) bis hin zu +6 Grad Celsius (Kaltwasser) reicht.

Dabei wurde auf das, was Altwegg als «besonders cleveres Engineering» bezeichnete, besonders grossen Wert gelegt: So kann bei tiefen Aussentemperaturen im Kaltwassernetz das sogenannte «Free-Cooling» betrieben werden. Ein Hybrid-Verflüssiger sorgt zum einen für Einsparungen bei Strom und Wasser, sowie für die Eliminierung von Dampfschwaden. Und zu guter Letzt ist die Anlage auch noch so angelegt, dass sie bereits die Vorbereitungen für die spätere Abwärmenutzung und die Erweiterungsmöglichkeit für Ausbauprojekte enthält.