BISCHOFSZELL
Gekommen, um zu bleiben: Der Fussballclub aus der Rosenstadt visiert in der 2. Liga einen Mittelfeldplatz an

Der FC Bischofszell schlägt sich nach dem Aufstieg aus der 3. Liga bisher wacker, trauert aber den vergebenen Chancen nach. Präsident, Trainer und Captain sind zuversichtlich, dass der Ligaerhalt gelingen wird.

Georg Stelzner
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Auf dem Sportplatz Bruggfeld, wo der FC Bischofszell seine Heimspiele austrägt: Captain Nicolas Spiegel, Präsident Thomas Mauchle und Spielertrainer Uwe Beran.

Auf dem Sportplatz Bruggfeld, wo der FC Bischofszell seine Heimspiele austrägt: Captain Nicolas Spiegel, Präsident Thomas Mauchle und Spielertrainer Uwe Beran.

Bild: Ralph Ribi (Bischofszell, 26. Oktober 2021)

Neun Runden sind in der 2.-Liga-Meisterschaft gespielt und der FC Bischofszell belegt in der Tabelle mit drei Siegen, einem Unentschieden und fünf Niederlagen den siebten Platz. Auf den ersten Blick ein beruhigender Zwischenstand. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn der Abstand auf den Letzten beträgt nur drei Punkte und auf den ersten Abstiegsplatz ist es sogar bloss ein Punkt.

Vor der Winterpause sind noch zwei Spiele zu absolvieren. Bischofszells Gegner sind Leader Rapperswil-Jona und Nachzügler Henau. «Aus diesen Partien sollten drei Punkte resultieren, dann wären wir in etwa im Plansoll», sagt FCB-Präsident Thomas Mauchle.

Viele junge Spieler im Kader

Der FC Bischofszell versucht nach dem Aufstieg einmal mehr, in der 2. Liga Fuss zu fassen. Angestrebt wird laut Mauchle ein gesicherter Mittelfeldplatz. An dieser Zielsetzung habe sich - ungeachtet der momentanen Baisse nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen - nichts geändert. Mauchle erklärt:

«Ich bin überzeugt, dass Platz 6 für uns absolut im Bereich des Möglichen ist.»

Der Umstand, dass der FCB selbst bei den fünf kassierten Niederlagen kein inferiorer Gegner war, nährt diese Hoffnung. «Eigentlich müssten wir vier bis fünf Punkte mehr auf dem Konto haben.» Spielertrainer Uwe Beran teilt die Einschätzung des FCB-Präsidenten:

«Die Leistung ist alles in allem okay. Man muss bedenken, dass wir viele junge, unerfahrene Spieler im Kader haben, weshalb verständlicherweise die Konstanz noch fehlt.»

In den meisten Matches sah Beran sein Team sogar als die spielerisch bessere Elf an. Umso ärgerlicher seien die knappen Niederlagen. Als grösstes Manko erachtet der Spielertrainer die fehlende Effizienz im Abschluss. Die Chancenverwertung müsse besser werden. Hier werde man den Hebel im Training ansetzen müssen. In der Verteidigung wiederum sei es sehr oft zu verletzungsbedingten Umstellungen gekommen. Positiv überrascht haben Beran einige junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, auf welche der FCB mehrheitlich setzt.

Von der Aussenbahn in die Abwehr

Der Schritt von der 3. in die 2. Liga ist laut Beran nicht zu unterschätzen. Die individuelle Qualität der Spieler wiege in der höheren Liga ungleich schwerer, fussballerisch seien die Anforderungen höher. Auch der finanzielle Aspekt spiele schon eine gewisse Rolle. Der FCB-Präsident schliesst nicht aus, dass sich der FCB in der Winterpause punktuell verstärken wird. Mauchle stellt fest:

«Die junge Mannschaft könnte noch den einen oder anderen Leitwolf brauchen.»

Für Nicolas Spiegel ist die laufende Saison in zweierlei Hinsicht eine besondere Spielzeit. Zum einen fungiert der Schweizer Futsal-Internationale erstmals als Captain, zum andern ist er von der Aussenbahn in die Innenverteidigung gewechselt. Als erfahrener Spieler kann Spiegel die Abwehr stabilisieren und erfolgversprechende Angriffe einleiten. Mit 14 Gegentreffern gehört die Defensive des FCB zu den Besten in der 2.-Liga-Gruppe 2. Nur zwei Mannschaften haben weniger Tore erhalten.

Stimmung ist unverändert gut

Zur Stimmung in der Mannschaft sagt Nicolas Spiegel:

«Wir sind weiter guter Dinge, weil wir sehen, dass wir im Grunde mit allen mithalten können.»

Am meisten Freude habe ihm der deutliche 5:1-Sieg gegen den FC Linth 04 bereitet. Da sei den Jungen der Knopf aufgegangen, da habe man den Gegner dominiert und die Torchancen auch genutzt. Überaus bitter sei hingegen die 0:1-Auswärtsniederlage gegen den SC Bronschhofen gewesen. Ein Penalty habe das Schicksal des FCB trotz zeitweiliger Dominanz besiegelt.

Auch der Captain ist zuversichtlich, dass der Ligaerhalt letztlich ohne grosses Bangen erreicht werden kann. Das wäre auch ganz im Sinne von Thomas Mauchle, der sagt: «Ich denke, die 2. Liga ist jene Spielklasse, in welcher der FC Bischofszell aufgrund seiner Möglichkeiten am besten aufgehoben ist.»

Der FC Bischofszell empfängt den Tabellenführer

Nach zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen ist der FCB auf Rang 7 abgerutscht und benötigt dringend Punkte. Das junge Team von Spielertrainer Beran konnte sowohl gegen Romanshorn als auch Arbon nicht überzeugen und musste zweimal als Verlierer vom Platz. Ausgerechnet jetzt kommt der ungeschlagene Leader, der FC Rapperswil-Jona II, aufs Bruggfeld. Das Nachwuchsteam des Promotion-League-Clubs ist mit vielen Talenten gespickt, die mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen möchten. Trainiert wird das Team vom ehemaligen GC-Spieler Veroljub Salatic. Der FCB ist natürlich auch gegen den Tabellenführer nicht chancenlos. Rapperswil-Jona wirkte in den letzten Spielen auch nicht immer überzeugend und erzielte am letzten Wochenende gegen Steinach einen eher glücklichen Sieg. Die Rosenstädter möchten mit einer konzentrierten und kämpferischen Einstellung ins Spiel gehen und so dem Leader alles abverlangen. Anpfiff auf dem Sportplatz Bruggfeld ist am Samstag, 30. Oktober, bereits um 15.30 Uhr. (red)

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