BISCHOFSZELL
Die Stromerzeugung mittels Wasserkraft hat in der Rosenstadt eine lange Tradition

Vor der Hauptversammlung des Vereins Industriekultur Bischofszell-Hauptwil gewährte Sacha Koch einen Blick hinter die Kulissen des Wasserkraftwerks auf dem Papieri-Areal.

Monika Wick
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Sacha Koch, Inhaber des Gewerbeparks, führt durch das Wasserkraftwerk.

Sacha Koch, Inhaber des Gewerbeparks, führt durch das Wasserkraftwerk.

Bild: Monika Wick (Bischofszell, 24. Juni 2021)

Der Verein Industriekultur Bischofszell-Hauptwil setzt sich für die Erhaltung industriehistorischer Kulturgüter ein, die besondere Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region Bischofszell hatten. Dem Verein obliegt zudem der Unterhalt der Historischen Papiermaschine PM1 sowie des markanten Backsteinbaus auf dem Gewerbepark «Papieri», in der sich der eiserne Koloss befindet.

In diesen Räumlichkeiten fand am Donnerstagabend die 20. ordentliche Hauptversammlung des Vereins statt. Vor der Abwicklung der Traktandenliste stand eine Führung durch das Wasserkraftwerk, das sich auf demselben Areal befindet, auf dem Programm. Sacha Koch, Inhaber des Gewerbeparks und des Wasserkraftwerks, gewährte den rund 20 erschienenen Personen einen Blick hinter die Kulissen des Betriebs, der in der Rosenstadt Strom produziert.

Strom aus Wasserkraft für 1400 Haushalte

Sacha Koch erzählte den Mitgliedern des Vereins Industriekultur Bischofszell-Hauptwil aus der Familiengeschichte:

«Mein Vater war ein grosser Visionär. Er hat die stillgelegte Papierfabrik 1986 in dem Ansinnen gekauft, sie wieder in Gang zu bringen.»

Der Versuch schlug fehl. Stattdessen begann Alois Koch Büro-, Fabrikations- und Lagerhallen zu vermieten. Sein Plan war von Erfolg gekrönt: Heute ist die «Papieri» eine vielseitig genutzte Gewerbeliegenschaft.

Seit 1864 wird auf dem Areal Strom aus Wasserkraft gewonnen. Im letzten Jahr wurde die alte Turbine durch eine moderne Anlage ersetzt. Sacha Koch erklärte:

«Die alte Anlage produzierte während 102 Jahren an 365 Tagen zuverlässig Strom.»

Durch die heutige Anlage fliesst pro Sekunde 13 Kubikmeter Wasser und produziert Strom für 1400 Haushalte.

Jahresrechnung schliesst mit Gewinn ab

Wieder zurück in den Hallen des Vereins Industriekultur Bischofszell-Hauptwil, befassten sich die Stimmberechtigten mit den offiziellen Geschäften. Diskussionslos und einstimmig winkten sie die von Kassier Beat Fässler präsentierte Vereinsrechnung 2020, die bei einem Aufwand von rund 4000 und einem Ertrag von rund 6000 Franken mit einem Gewinn von rund 2000 Franken abschliesst, durch.

Ebenso genehmigten sie das Budget 2021, das mit einem Aufwand von rund 8000 Franken und einem Ertrag von rund 7500 Franken mit einem Verlust von rund 500 Franken rechnet.

Nach dem Willen der Stimmberechtigten bleiben die Mitgliederbeiträge für Einzelmitglieder unverändert bei 30 Franken für Einzelmitglieder und 40 Franken für Paarmitglieder. Kollektivmitglieder berappen weiterhin ab 100 Franken pro Jahr.

Christian Ledergerber ist neuer Kassier

Der aus Stefan Bolliger (Präsident), Heinz Rothmund, Erich Schildknecht, Jonas à Wengen und Willy Schumacher (Aktuar) bestehende Vereinsvorstand wurde im Amt bestätigt. Von Amtes wegen gehören Annette Heim, Gemeinderätin in Hauptwil-Gottshaus, und Jorim Schäfer, Stadtrat in Bischofszell, diesem Gremium an.

In das Amt des zurücktretenden Kassiers Beat Fässler wurde Christian Ledergerber aus Wilen-Gottshaus gewählt. In die Fusstapfen der scheidenden Rechnungsrevisoren Remy Eck und Marcel Tanner treten Emil Breitenmoser und Marcel Heim.

Für Interessierte öffnet der Verein Industriekultur Bischofszell-Hauptwil die Pforten der «Papieri» jeweils am ersten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr.