Bischofszell
Angespannte Finanzlage beim Typorama: Erfreuliche Lösungen in Sicht

Das Typorama darf auf finanzielle Unterstützung der Stadt Bischofszell zählen. Die Zusage des Kantons steht aktuell noch aus.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Vereinspräsident Silvano Colombo, Typorama- und Museumsleiter Percy Penzel sowie Stiftungsratspräsident Viktor Heer im Produktionsbetrieb Typorama in Bischofszell.

Vereinspräsident Silvano Colombo, Typorama- und Museumsleiter Percy Penzel sowie Stiftungsratspräsident Viktor Heer im Produktionsbetrieb Typorama in Bischofszell.

Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer (Bischofszell, 28. August 2021)

An der 24. Hauptversammlung des Fördervereins Typorama standen zwei Themen im Vordergrund – das finanzielle Überleben des Typorama sowie die neu gebildete Museumsgruppe. Vereinspräsident Silvano Colombo blickte am Samstagvormittag auf ein besonderes Coronajahr 2020 zurück. Der Jahresbericht fiel entsprechend kurz aus, da für den Verein nur wenige Aktivitäten möglich waren.

Die finanzielle Lage des Typorama ist nach mehreren defizitären Jahresabschlüssen weiterhin angespannt. Nach langen, intensiven Verhandlungen mit dem Kanton Thurgau und der Stadt Bischofszell seien nun erfreuliche Lösungen in Sicht, sagte Stiftungsratspräsident Viktor Heer. Vergangenen Mittwoch habe die Stadt Unterstützungsgelder gesprochen. Beim Kanton liege ebenfalls ein Antrag, die Zusage stehe aber noch aus.

Mitgliederbeiträge für Einzelpersonen werden teurer

Ein weiteres Traktandum waren die Mitgliederbeiträge. Eine Beitragserhöhung sei unabwendbar, um die Finanzlage zu verbessern. Der Vorschlag, den Mitgliederbeitrag für Einzelpersonen und Paare um 30 Franken zu erhöhen, wurde einstimmig genehmigt. Der Betrag für Firmen oder Institutionen bleibt unverändert. Mit den Mitgliederbeiträgen könne rund die Hälfte der Mietkosten der Produktions- und Museumshalle abgedeckt werden. Das sind jährlich knapp 60'000 Franken.

Auf Viktor Heers Initiative wurde neu eine Museumsgruppe gebildet. Ihre Aufgabe bestehe darin, ein attraktives Konzept zu erarbeiten, das ermögliche, mit Hilfe eines Leitsystems auch einen Besuch ohne Führung zu machen. Einige bauliche Anpassungen, welche die Besichtigungen attraktiver machen, müssten ebenso gemacht werden.

Das Engagement der Ehrenamtlichen, das Typorama in all seinen Belangen zu unterstützen, sei weiterhin spürbar und wichtig. Im Coronajahr 2020 waren es 149 Frondiensttage, es gab 13 Führungen.

Museum und Produktionsbetrieb

Das Typorama ist ein Produktionsbetrieb, in dem noch heute verschiedenste Drucksachen in althergebrachtem Bleisatz-Handwerk hergestellt werden. Zudem ist das Typorama auch ein Museum für Bleisatz und Buchdruck, in dem das Wissen und Können aus den vergangenen Jahrhunderten bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Es ist von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Um die langfristige Zukunft zu sichern, ist das Typorama auch auf die Mitgliederbeiträge des Fördervereins angewiesen. Der Verein zählt derzeit 329 Mitglieder – aufgeteilt in Einzel-, Paar- und Firmenmitglieder oder Institutionen.

www.typorama.ch

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