Bis zum ersten Köpfler im Kreuzlinger Freibad könnte es noch einige Zeit dauern

Das Schwimmbad Hörnli hat eine sehr schlechte Saison hinter sich. Die Parkgebühren und das schlechte Wetter hielten viele Besucher ab. Und die anstehende Saison wird ebenfalls schwierig: Ihr Starttermin steht noch in den Sternen. 

Urs Brüschweiler
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Im Freibad Hörnli in Kreuzlingen wäre eigentlich alles bereit für den Saisonstart. Aber wegen Corona verzögert sich der erste Sprung ins Wasser auf unbestimmte Zeit.

Im Freibad Hörnli in Kreuzlingen wäre eigentlich alles bereit für den Saisonstart. Aber wegen Corona verzögert sich der erste Sprung ins Wasser auf unbestimmte Zeit. 

(Andrea Stalder - 21.6.2018)

Die Becken sind gefüllt, der Rasen ist gemäht, der Betrieb ist bereit. Doch wann im Schwimmbad Hörnli der erste Sprung ins Wasser erfolgen kann, steht derzeit noch in den Sternen. Genossenschaftspräsident Jürg Schlatter rechnet damit, dass es noch eine Weile dauern könnte, bis zur Saisoneröffnung im Kreuzlinger Freibad.

Auf den 25. April wäre der Termin angesetzt gewesen, doch der Bundesrat will bekanntlich erst am Tag danach erste Lockerungen der Coronamassnahmen ins Auge fassen. Schlatter geht auch davon aus, dass grossflächige Freizeitanlagen, wie das Hörnli, nicht als erste grünes Licht erhalten.

Jürg SchlatterPräsident Genossenschaft Hörnli

Jürg Schlatter
Präsident Genossenschaft Hörnli

(Bild: pd)
«Wir könnten eventuell
die Gästezahl beschränken,
aber wir hängen völlig in der Luft.»

Ebenfalls unklar ist, ob zumindest die Schwimmer und Wasserballer trainieren können. «Es laufen Abklärungen, aber es ist noch nichts entschieden.»

Jeden Tag, an dem man zuhabe, verliere man Geld, betont Schlatter. Die Bademeister und das andere Personal seien derzeit noch mit den Saisonvorbereitungen beschäftigt, aber wenn diese abgeschlossen sind, müsse sich auch die Genossenschaft mit dem Thema Kurzarbeit auseinandersetzen. Für die Betriebsgesellschaft des Freibads Hörnli ist die Luft derzeit sowieso dünner aus als auch schon.

«Die vergangene Saison war schlecht.»

Mit 86'900 Eintritten im Jahr 2019 verbuchte man das zweitschlechteste Ergebnis seit zwölf Jahren. Im Rekordjahr 2015 zählte man 124'000 zahlende Badigäste.

Das erste Jahr mit Parkgebühren war kein gutes

Dass im letzten Sommer so wenige Besucher den Weg ins Kreuzlinger Freibad fanden, macht Schlatter an zwei Gründen fest: einerseits das schlechte Wetter, andererseits die Parkplatzbewirtschaftung. Die Kälte im Mai und in Teilen des Junis konnte im wechselhaften Sommer und Führherbst bei weitem nicht mehr ausgeglichen werden. Und im ersten Jahr mit kostenpflichtigen Parkplätzen hätten zahlreiche «Kinderkrankheiten» des Schrankensystems zu Reklamationen, Wartezeiten und letztendlich auch zum Wegbleiben von Besuchern geführt, wie Schlatter berichtet.

Gemeinsam mit der Stadt sei man nun bestrebt, für die neue Saison markante Verbesserungen zu realisieren. So soll die automatische Schliessung der Schranke nach einer gewissen Anzahl von Einfahrten aufgehoben werden.

Stadt schiesst mehr Geld ein

Die schlechte Saison 2019 hat der Genossenschaft ein Loch in die Kasse gerissen. 120'000 Franken Betriebskostenbeitrag bezahlte die Stadt bis anhin jährlich. Ab 2020 sollten es 170'000 Franken sein. «Doch für 2019 haben wir nun ausserordentlich bereits den erhöhten Beitrag beansprucht», sagt Jürg Schlatter.

Personeller Austausch mit dem Hallenbad Egelsee

Gute Nachrichten gibt es immerhin beim Personal. Nachdem im Dezember das Bademeistertrio entlassen wurde, konnten mit René Knup als Chefbademeister und Ruedi Fehr zwei erfahrene Nachfolger eingestellt werden. Und in der angestrebten Zusammenlegung mit dem Hallenbad Egelsee wurde bereits der erste Schritt getan. Die dritte Bademeister-Stelle im Freibad wird von einem Mitarbeiter des Hallenbads eingenommen, wenn dort im Sommer weniger los ist.

An der Infrastruktur wurde im Hörnli im Winter nur wenig verändert. Fugen im Planschbecken wurden erneuert, ebenso wie das Kletternetz im Erlebnisbecken, ein neues Sprungbrett wurde installiert und das Auslaufbecken der Breitrutsche erhält einen neuen Handlauf.

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