Steuersenkung

Birwinken senkt die Steuern und Präsident Peter Stern verteilt Weihnachtssterne

An der Gemeindeversammlung vom Montagabend bewilligte der Souverän alle Anträge einstimmig. Die Rechnung schliesst im Plus und der Steuerfuss sinkt um drei Prozentpunkte.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Gemeindepräsident Peter Stern führt durch die Gemeindeversammlung von Birwinken.

Gemeindepräsident Peter Stern führt durch die Gemeindeversammlung von Birwinken.

Bild: Mario Testa (Andwil, 30. November 2020)

«Wir sind der Meinung, eine Versammlung ist immer besser als eine Urnenabstimmung», sagt Gemeindepräsident Peter Stern zu den 26 Stimmberechtigten, die am Montagabend zur Gemeindeversammlung erschienen sind, alle Schutzmaske tragen und weit verstreut auf ihren Stühlen in der Turnhalle Andwil sitzen. «Mit diesen Sicherheitsmassnahmen ist auch Ihre Gesundheit gewährleistet.»

Haupttraktanden sind die Rechnung 2019 und das Budget 2021. Über die Rechnung hätte bereits im Juni bewilligt werden sollen, die geplante Versammlung wurde jedoch abgesagt, deshalb befand der Souverän erst am Montag über sie. Die Rechnung der politischen Gemeinde Birwinken schliesst mit einem Überschuss von rund 422'000 Franken ab. 400'000 Franken davon will der Gemeinderat für die Altlastensanierungen zweier Schiessanlagen und dreier ehemaliger Deponien auf die Seite legen, womit noch knapp 22'000 Franken dem Eigenkapital zugewiesen werden können.

Hohe Anwaltskosten wegen Streitereien mit Einwohnern

Auf eine Frage zu Anwaltskosten sagt Peter Stern. «Ja die Kosten sind hoch und sie sind leider auch zunehmen. In den vergangenen vier Jahren waren es rund 30'000 Franken, die wir in diesem Bereich wegen Streitereien ausgeben mussten.» Einstimmig bewilligen die Anwesenden die Rechnung – wie in der Folge auch alle weiteren Anträge.

Auf einer Karte zeigt Peter Stern die Hochwasser-Gefährdung für das Dorf Andwil.

Auf einer Karte zeigt Peter Stern die Hochwasser-Gefährdung für das Dorf Andwil.

Bild: Mario Testa

Drei Kredite bewilligen die Anwesenden. Einen über 630'000 Franken für die Sanierung der Gemeindestrasse Lenzenhaus-Guggenbühl, 410'000 für die Sanierung der Giessenstrasse in Andwil und 60'000 für den Hochwasserschutz in Andwil. «Da rechnen wir mit Gesamtkosten von rund 150000 Franken», sagt Peter Stern.

«Je nach Qualität unserer Hochwasserschutzmassnahmen wird der Kanton jedoch 60 bis 80 Prozent der Kosten übernehmen.»

Der Hochwasserschutz sei nötig, da der Dorfkern von Andwil gefährdet sei, sollte der Giessen mal über die Ufer treten. «Wir können nun aber Synergien nutzen, da am Giessen ohnehin eine neue Überbauung entsteht und wir so gewisse Kosten teilen können.»

Genug Geld für tiefere Steuern

Auch den Steuerfuss senken die Stimmberechtigten auf Antrag des Gemeinderats von 60 auf 57 Prozent. «Gerade jetzt in der schwierigen Corona-Lage wollen wir der Bevölkerung etwas zurückgeben. Wir können uns diese Steuersenkung auch gut leisten, sicher drei, vielleicht auch fünf Jahre», sagt Peter Stern.

«Und sollte was schief laufen in dieser Zeit, stehen uns dank unseren fast zwei Millionen Eigenkapital auch genügend Reserven zur Verfügung.»
Mit dem nötigen Sicherheitsabstand und Schutzmasken nehmen 26 Stimmberechtigte in der frisch sanierten Turnhalle Andwil an der Gemeindeversammlung teil.

Mit dem nötigen Sicherheitsabstand und Schutzmasken nehmen 26 Stimmberechtigte in der frisch sanierten Turnhalle Andwil an der Gemeindeversammlung teil.

Bild: Mario Testa

Zum Abschluss dankt der Gemeindepräsident dem Gemeinderat für das sehr gute Einvernehmen, der Finanzverwalterin Yvonne Lussi, Gemeindeschreiberin Stephanie König und Rosmarie Schmutz von den Einwohnerdiensten für ihren grossen Einsatz. Stern verteilt dazu Weihnachtssterne. Auch Werkhofleiter Mario Moser lobt er in den höchsten Tönen. «Es ist für uns als Gemeinde ein Privileg, ihn zu haben. Es gibt nichts, was er nicht kann und er ist immer parat.»

Budget

Steuersenkung bringt ein Defizit

Für das kommende Jahr rechnet der Gemeinderat bei einem um drei Punkte auf 57 Prozent gesenkten Steuerfuss mit einem Defizit von knapp 90'000 Franken. Der Gesamtaufwand beläuft sich dabei auf rund 4,15 Millionen Franken. Nettoinvestitionen plant der Gemeinderat für das Jahr 2021 im Umfang von gut 770'000 Franken.