Bieler Architekten sollen Kreuzlinger Parkhaus bauen

Die Stadt Kreuzlingen plant am Hafenbahnhof ein neues Parkhaus. Dieses soll neben 160 bis 180 öffentlichen Parkfeldern auch eine Einstellhalle für die Stadtbusse sowie eine Velostation haben. Der Juryentscheid für das Siegerprojekt E-Type fiel einstimmig.

Nicole D'Orazio
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Visualisierung des Parkhauses am Hafenbahnhof. (Bild: PD/LoomnArchitekturvisualisierungen)

Visualisierung des Parkhauses am Hafenbahnhof. (Bild: PD/Loomn
Architekturvisualisierungen)

«Das Projekt ist optimal. Es stimmt alles. Der Ort und der Bau», sagt Stadtrat Ernst Zülle. Zusammen mit Ueli Wepfer, der den Architekturwettbewerb organisiert hat, stellt er am Montag das Siegerprojekt für das Parkhaus am Hafenbahnhof vor. Nach der öffentlichen Ausschreibung seien 61 Bewerbungen von teilweise namhaften Büros eingegangen, sagt Wepfer. «Sieben Teams wurden dann eingeladen, ein Projekt auszuarbeiten.»

Die Jury hat einen Sieger erkoren: «E-Type» der Architekten Kistler Vogt Partner aus Biel, die mit der WAM Planer und Ingenieure AG in Bern zusammenarbeiten. «Der Jury-Entscheid war einstimmig», sagt Zülle. Es handle sich um ein renommiertes Architekturbüro, das bereits für ein Parkhaus ausgezeichnet wurde, ergänzt Wepfer. «Der Wettbewerb und die Jurierung sind völlig anonym verlaufen.»

Ein langer, architektonisch hochwertiger Bau

Geplant ist ein länglicher, dreigeschossiger Baukörper von elf Meter Höhe. Das Erdgeschoss ist betoniert und teils offen, damit man hindurchsieht. Die zwei oberen Etagen bestehen aus einer Stahlkonstruktion, die mit einem Gittergewebe überzogen wird. «Ein architektonisch hochwertiger Bau.» Das Gittergewebe gebe einen Glaseffekt, der schön aussieht, erklärt Wepfer.

Im Untergeschoss werden nachts 18 Stadtbusse und Postautos untergebracht. Tagsüber wird diese Fläche für 60 Parkplätze für die Pädagogische Hochschule (PH) Thurgau genutzt. «Das war eine unserer Vorgaben. So wird die Fläche optimal ausgenutzt», meint Zülle. «Die PH ist damit einverstanden.» Heute verfügt diese über Parkplätze auf dem Bärenplatz, welche später in die Tiefgarage unter dem Stadthaus verlegt worden wären. «Mit der Lösung am Hafenbahnhof reagieren wir auf die Kritik, dass sonst unter dem Stadthaus zu wenige öffentliche Parkplätze geplant seien.»

Einfahrt soll den Verkehr nicht behindern

In den zwei oberen Etagen sind 160 bis 180 öffentliche Parkplätze für Personenwagen vorgesehen. Die Zufahrt erfolgt über die Hafenstrasse, die Wegfahrt auf der Rückseite über die Promenadenstrasse. Mit einer Abbiegespur stadtauswärts soll der Verkehr nicht behindert werden. Die Busse verfügen über eine extra Zufahrt. «Dieser Entwurf war der einzige, der für die Einfahrt der Busse eine gute Variante vorsieht, innerhalb des Geländes der Strasse entlang», sagt Wepfer. «Die anderen planten, dass die Busse auf der Rückseite ins Parkhaus rein fahren. Doch die SBB kann nicht garantieren, dass die Zufahrt immer frei ist.»

Das Parkhaus soll eine Velostation mit 150 Plätzen beherbergen. «Der genaue Standort wird noch überarbeitet und wahrscheinlich im Erdgeschoss sein», sagt Wepfer. Es sind auch eine Werkstatt und ein Waschplatz für die Busse sowie Büros und Sozialräume für die Chauffeure eingeplant. «Das Parkhaus ist multifunktional», sagt Zülle. Es sei eine spätere Aufstockung möglich. Das war eine Vorgabe.

So stellen sich die Architekten die Rückseite des Parkhauses vor. (Bild: PD/Loomn Architekturvisualisierungen)

So stellen sich die Architekten die Rückseite des Parkhauses vor. (Bild: PD/Loomn Architekturvisualisierungen)

Der Kebabstand darf bleiben

Der gut frequentierte Kebabstand beim Hafenbahnhof soll nicht verschwinden, er sei eine Bereicherung. «Ob wir diesen ins Parkhaus integrieren, oder ob er aussen sein wird, ist noch offen», sagt der Stadtrat. «Die Betreiber erhalten einen Vertrag mit der Stadt, wie alle anderen Mieter unserer Liegenschaften.» Diese wurden in die Planung integriert.

Zülle rechnet mit einem frühesten Baustart 2020. «Zuerst muss das Projekt überarbeitet und konkretisiert werden. Dann liegen uns auch genauere Kostenberechnungen vor.» Mehr will er derzeit zu den Investitionen nicht sagen. Nur, dass die ursprünglich angedachten sechs bis acht Millionen Franken wahrscheinlich nicht reichen werden. «Aufgrund der Multifunktionalität. Die Velostation wurde bei der ersten Schätzung noch nicht einberechnet.» Von den sieben Projekten sei dieses das zweitgünstigste, ergänzt Wepfer. Man habe alle von einem externen Büro grob berechnen lassen.

Im Frühling 2019 soll das Projekt in den Gemeinderat, ehe eine Volksabstimmung geplant ist.

Ausstellung: Die von der Wettbewerbsjury beurteilten Beiträge werden ab Montag,
3. September bis und mit Mittwoch, 12. September im Schulpavillon hinter der Bauverwaltung an der Hauptstrasse 88 in Kreuzlingen ausgestellt. Die Beiträge können während dieser Zeit werktags von 17.00 bis 19.30 Uhr, am Samstag von 09.00 bis 11.30 Uhr, am Sonntag von 11.00 bis 13.30 Uhr besichtigt werden. Während den Öffnungszeiten sind jeweils Fachpersonen für Auskünfte anwesend.

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