Bezirk Kreuzlingen
Regio Kreuzlingen klärt Seewassernutzung für Wärme- und Kältegewinnung ab

Die Regio Kreuzlingen will auf Seewasser für die Wärme- und Kältegewinnung setzen. Doch der Weg dahin ist herausfordernd. Eine Potenzialanalyse zeigt erste Chancen auf.

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Sieht Potenzial in der thermischen Nutzung des Seewassers: Regio-Kreuzlingen-Präsident René Walther.

Sieht Potenzial in der thermischen Nutzung des Seewassers: Regio-Kreuzlingen-Präsident René Walther.

Bild: Tobias Garcia

Die Potenzialanalyse hat die Regio Kreuzlingen bei einem spezialisierten Ingenieurunternehmen in Auftrag gegeben. In Zusammenarbeit mit Kanton und Bund wurden Kälte- und Wärmebedarf ermittelt – allerdings nur «auf sehr hoher Flughöhe», wie Regio-Präsident René Walther erklärt.

Es sei bei der Studie darum gegangen, abzuklären, in welchen der 14 Gemeinden des Bezirks Kreuzlingen die Seewassernutzung für Wärme- und Kältegewinnung grundsätzlich möglich und langfristig wirtschaftlich sei. Walther stellt jedoch auch klar:

«Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Und für private Nutzungen können solche Projekte angesichts des Kosten-Ertragsverhältnisses nicht ausgelegt werden.»

Vielmehr suchten sie nach grossen Partnern in der Wirtschaft. Es gebe bereits Interessenten in Seenähe. Man sei über die einzelnen Gemeinden nun daran, den genaueren Bedarf und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzuklären.

Kräfte und Expertise bündeln

Die Potenzialanalyse hat ergeben, dass in folgenden Gebieten eine thermische Seewassernutzung sinnvoll sein könnte und in einem nächsten Schritt näher betrachtet werden müsste: Salenstein-Arenenberg, Ermatingen, Gottlieben-Tägerwilen, Kreuzlingen Bodensee-Arena, Kreuzlingen Seeburg-Fischerhaus, Bottighofen und Münsterlingen.

Parallel behalte die Regio Kreuzlingen laut Walther auch die Möglichkeiten im Auge, die mit der Stadt Konstanz zusammen geprüft werden könnten. Man wisse, dass Konstanz an einem Abwasser-Wärmenutzungsprojekt arbeite. Das Seebecken und die nahe liegenden Stadtteile von Konstanz und Kreuzlingen könnten Potenzial freisetzen, das aber sorgfältig geklärt werden müsse.

Ohnehin gelte es nun, die Kräfte und die Expertise zu bündeln, ist Walther überzeugt. Er erachte es als sinnvoll, in den nächsten Monaten alle Interessenten seitens Politik, Wirtschaft und Energieversorgung an einen Tisch zu bringen. In diesem Sinn sei die Regio auch bereits mit dem Thurgauer Energieversorger EKT in Kontakt. (red)