Mittendrin, statt nur dabei an den Schlossfestspielen in Hagenwil: «Besucher fühlen sich wie in der Beiz»

Am Mittwoch starteten die Hagenwiler Schlossfestspiele – und OK-Präsident Karl Spiess teilte einen Seitenhieb an eine Regierungsrätin aus.

Interview: Manuel Nagel
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Im Stück «Die schwarze Spinne» stösst man darauf an, dem Teufel vermeintlich ein Schnippchen geschlagen zu haben. Doch der lässt sich nicht so leicht überlisten.

Im Stück «Die schwarze Spinne» stösst man darauf an, dem Teufel vermeintlich ein Schnippchen geschlagen zu haben. Doch der lässt sich nicht so leicht überlisten.

Bild: Reto Martin (3. August 2020)

Karl Spiess, wie zufrieden sind Sie als Präsident des Vereins der Schlossfestspiele Hagenwil mit der Premiere der «Schwarzen Spinne»?

Karl Spiess, Vereins- und OK-Präsident der Schlossfestspiele Hagenwil.

Karl Spiess, Vereins- und OK-Präsident der Schlossfestspiele Hagenwil.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 6. August 2020)

Karl Spiess: Der geordnete Ein- und Auslass der Besucher und somit die Abstandsregeln haben gut funktioniert. Die Sanierung des Schlosshofes wurde kurz vor der Premiere fertig. Nun hat der Besucher das Gefühl, er sei ein Teil des Spiels und befinde sich in derselben Beiz wie die Schauspieler. Das gibt schon eine besondere Atmosphäre. Was mir auch aufgefallen ist: Die Sitzreihen seitlich der Bühne werden nun viel mehr miteinbezogen.

Welche Gedanken gingen durch Ihren Kopf, als bei Ihrer Begrüssung der fast vollzählige Regierungsrat, mehr als die Hälfte unserer Bundesparlamentarier sowie weitere illustre Gäste vor Ihnen im Publikum sassen?

Überraschend viele Politiker, obwohl keine Wahlen stattfinden. Das zeigt mir, dass auch sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen und uns unterstützen.

Bigna Körner und Hans Rudolf Spühler brillieren zusammen als Teufel, der in zwei Personen auftritt.

Bigna Körner und Hans Rudolf Spühler brillieren zusammen als Teufel, der in zwei Personen auftritt.

Bild: Reto Martin (3. August 2020)

Dabei konnten Sie sich aber einen kleinen Seitenhieb gegen Erziehungsdirektorin Monika Knill nicht verkneifen. Wo liegt das Problem?

Gestern erfuhren wir von der Schule, dass der Kanton die Weisung herausgab, dass die ersten zwei Wochen nach Schulstart keine klassenübergreifenden Aktivitäten stattfinden dürften. Die Logik dahinter ist mir klar. Die Zeit nach den Ferien ist heikel und ich respektiere den Entscheid des Kantons. Aber man hätte mit den Veranstaltern die Möglichkeiten erörtern können.

Könnte man die Schüler denn ausreichend schützen?

Wie die Besucher könnten wir auch die Klassen gestaffelt einlassen und zwischen den einzelnen Klassen genügend Abstand lassen. Somit wären die Schüler besser geschützt, als wenn sie in der Pause oder in der Badi sich klassenübergreifend treffen. Zudem sprechen sie ja während der Vorstellung nicht und schauen alle in dieselbe Richtung.

Gilt diese Regelung nur für Thurgauer Schulklassen?

Aus Muolen kommen Schüler. Ich hoffe, dass auch jene aus Amriswil und Umgebung unser Theaterstück besuchen können.

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