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Besuch beim Selbstfahrbus: Kreuzlingen und Konstanz wollen auch einen

Eine Delegation der Städte Konstanz und Kreuzlingen reiste nach Neuhausen und informierte sich über ein zukunftsträchtiges Projekt. In den Köpfen steckt die Idee einer grenzüberschreitenden E-Bus-Linie.
Urs Brüschweiler
Die Verkehrsplaner aus Konstanz und Kreuzlingen betrachten den autonomen Elektrobus. (Bild: PD/Stadt Kreuzlingen)

Die Verkehrsplaner aus Konstanz und Kreuzlingen betrachten den autonomen Elektrobus. (Bild: PD/Stadt Kreuzlingen)

«Kreuzlingen und Konstanz sind in der Zukunft angekommen». So lautet der Titel der Mitteilung der Stadt Kreuzlingen. Zwölf Vertreter aus Politik und Verwaltung beider Städte besuchten die Firma Amotech in Neuhausen am Rheinfall. Dies auf Einladung des Konstanzer Baubürgermeisters Karl Langensteiner-Schönborn und des Kreuzlinger Stadtrats Ernst Zülle. Spontan hatte am Ausflug auch Gräfin Bettina Bernadotte, Geschäftsführerin der Insel Mainau, teilgenommen, wie die Stadt weiter schreibt. Vor Ort machten sich die Besucher ein Bild über den selbstfahrenden Elektrobus, mit dem Ziel ihn auf einer neuen grenzüberschreitenden Linie einzusetzen.

Pilotprojekte in Neuhausen und Mohnheim

Peter Schneck, CEO der Software Firma Trapeze, berichtete, dass bereits heute Städte wie Schaffhausen/Neuhausen und das deutsche Monheim selbstfahrende Busse testeten. «Mit dem Projekt ‹Linie 12› fährt ein autonomer Bus in Neuhausen im Linienverkehr nach Fahrplan und wird ab Leitstelle gesteuert», erklärten die Projektmanager. Eine Erweiterung ist in Planung. Auch die deutsche Stadt Mohnheim testet derzeit autonome Elektrobusse, allerdings mit Begleitpersonen. «Künftig sollen in unserer Altstadt Einwohner und Touristen auf mehreren Linien in selbstfahrenden Bussen befördert werden. Ziel ist es, die Busse ohne Begleitpersonen ausschliesslich von der Leitstelle aus zu betreiben», sagte ein Projektvertreter.

Die Mainau-Gräfin war von der Fahrt beeindruckt

Bei einer Rundfahrt konnten sich die Gäste aus Kreuzlingen und Konstanz selber über den Komfort, die Sicherheit sowie von der Betriebsleistung des autonomen Elektrobusses überzeugen. Gräfin Bettina Bernadotte kann sich dessen Einsatz auf der Insel Mainau durchaus vorstellen, sagte sie nach der Probefahrt. Die politischen Vertreter der Grenzstädte werden nun die Machbarkeit einer grenzüberschreitenden Linienführung prüfen und in den politischen Gremien besprechen, heisst es in der Mitteilung der Stadt Kreuzlingen abschliessend.

Nachgefragt beim Kreuzlinger Stadtrat:

Ernst ZülleStadtrat Kreuzlingen (CVP)

Ernst Zülle
Stadtrat Kreuzlingen (CVP)

Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle hatte die Idee, zwischen den Nachbarstädten künftig einen selbstfahrenden Bus einzusetzen, in der Vergangenheit schon einige Male erwähnt.

Herr Zülle, wird das Projekt jetzt konkret?

Ich habe bereits einiges darüber gelesen und nun eins zu eins erleben dürfen, wie dieser kleine E-Bus funktioniert. Unsere Delegation hat an diesem Morgen in Neuhausen sehr wertvolle Informationen über die Technik und zur Sicherheit erhalten. Ich denke, die Konkretisierung lässt nun nicht mehr all zu lange auf sich warten.

Wie schätzen Sie den Planungs-, Vorbereitungs- und Bewilligungsprozess für dieses Projekt ein. Wann könnte der Bus im Optimalfall zum ersten Mal fahren?

In der Schweiz hat dieser Bus vorerst nur mit einer Begleitperson eine Bewilligung. Auch in Deutschland darf er bereits fahren. Neu wäre eine grenzüberschreitende Linie. Wir verfolgen nun aufmerksam die Versuche in Neuhausen und in der deutschen Stadt Monheim. Gleichzeitig werden wir in unseren politischen Gremien in Konstanz und Kreuzlingen den autonomen E-Bus thematisieren und vorstellen. Falls ich die Wiederwahl schaffe, würde es mich freuen, wenn ich den E-Bus in meiner nächsten Legislatur einweihen dürfte.

Was sind die Vorstellungen für die grenzüberschreitende Buslinie. Von wo nach wo könnte sie führen und wer soll sie nutzen?

Wir haben mit Konstanz noch keine konkreten Möglichkeiten besprochen. Meine persönliche Idee wäre eine Verbindung vom Kreuzlinger Zentrum durch den Hauptzoll zum Schnetztor.

Das tönt sehr nach einem Vorzeigeprojekt. Könnte Kreuzlingen dadurch einen Imagegewinn erzielen?

Absolut. Eine länder- und städteverbindende, selbstfahrende E-Buslinie ist angeblich einmalig in Europa, ein Baustein mehr, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Zudem wäre es eine attraktive Verbindung unserer Innenstädte, die zur Belebung unserer Einkaufsstrassen beiträgt. Gerade Kreuzlingen könnte erheblich profitieren.

Denken Sie, ein selbstfahrender Bus wird von der Bevölkerung akzeptiert?

In Neuhausen ist man mit den Fahrgastzahlen sehr zufrieden. Ich bin überzeugt, dass dieser E-Bus als wertvolle Ergänzung zum normalen Busverkehr eingesetzt werden könnte. Wenn es mit der Bewilligung klappt, könnten wir ihn direkt durch den Hauptzoll führen. Aber all diese Ideen sind noch nicht vertieft mit Konstanz besprochen, wir stehen erst am Anfang eines Prozesses.

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