Kreuzlinger halten eine bessere Sicht aufs Schloss Bernegg

Umgebung und Landschaft stehen im Mittelpunkt des Gestaltungsplans Bernegg. Dank der Verlegung der Berneggstrasse ans Bahngleis gibt es einen Aussichtsplatz sowie eine neue Erschliessung des Herrenhauses.

Kurt Peter
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Martin von Merhart, Vertreter der von Merhart’schen Stiftung als Grundeigentümerin des Schlosses Bernegg, und Stadtrat Ernst Zülle freuen sich, dass der Gestaltungsplan endlich steht. (Bild: Kurt Peter)

Martin von Merhart, Vertreter der von Merhart’schen Stiftung als Grundeigentümerin des Schlosses Bernegg, und Stadtrat Ernst Zülle freuen sich, dass der Gestaltungsplan endlich steht. (Bild: Kurt Peter)

«Wir wollen den Gestaltungsplan vor der Auflage vorstellen und der Bevölkerung die Möglichkeit geben, Anregungen, Ideen oder mögliche Konfliktpunkte einzugeben», erklärte Stadtrat Ernst Zülle anlässlich der Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Rathaus. Der Gestaltungsplan Bernegg bilde eine Ausnahme. Denn «hier stehen nicht die Bauten, sondern die Umgebung im Vordergrund.»

Die bestehende Berneggstrasse bezeichnete er als «quer in der Landschaft», die südliche Verlegung ans Bahngeleise sei ein Kernpunkt des Plans. Ausserdem ermöglicht die Umlegung der Strasse den Bau des durchgehenden Radwegs von Tägerwilen nach Lengwil.

Projektleiter Peter Buri von der Abteilung Stadtentwicklung ging auf die einzelnen Punkte des neuen Gestaltungsplanes ein. Die Strassenumlegung und der Studienauftrag aus dem Jahr 2017 bilden die Grundlagen. Die neue Zu- und Wegfahrt zum Schloss Bernegg sei als Allee gestaltet und wenig versiegelt, die bestehende Strasse werde zurückgebaut. An der neuen Strasse werde ein Aussichtsplatz geschaffen, der freien Blick auf die Gebäude ermögliche.

Das Schloss Bernegg in Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Das Schloss Bernegg in Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Freiraum wird zu einer extensiven Blumenwiese

Der grosse Freiraum zwischen Bahn und Schloss werde mit einer extensiven Blumenwiese begrünt, zulässig seien nur Rasenwege. Der Gestaltungsplan schreibt auch vor, die Einzelbäume – Eichen, Blutbuchen und Mammut – zu erhalten oder neu zu pflanzen. Der eigentliche Baubereich umfasst das Schloss, bei dem der Südflügel wieder sein ursprüngliches Aussehen mit Giebeldach erhalten soll, sowie die Remise. Eine Baulinie zeigt mögliche unterirdische Bauten auf. In diesem Fall die erweiterte Tiefgarage.

Im Gestaltungsplan sei ein weiterer Bereich für Kleinbauten vorgesehen. Zur Umgebungsgestaltung gehören auch zwei Bereiche für Blumen- und Gemüsegärten sowie die Wildhecken. Ernst Zülle ergänzte, dass der Stadtrat dem Gestaltungsplanentwurf am 23. Oktober 2018 zugestimmt habe. «Die Vorprüfung durch den Kanton kam im Januar zurück und ergab ein vorwiegend positives Resultat mit wenigen, kleineren Anpassungen».

Bevölkerung soll die Vernehmlassung nutzen

Zülle gab zu, dass es zwar lange gedauert habe, bis der Gestaltungsplan nun endlich vorliege, aber die Geduld habe sich ausbezahlt. Die nun laufende Vernehmlassungsfrist laufe bis 31. März.

«Nutzen Sie die Zeit und kommen Sie auf die Bauverwaltung, um sich im Detail informieren zu lassen»

forderte Zülle die Anwesenden auf. Damit könnten Einsprachen während der öffentlichen Auflagefrist hoffentlich vermieden werden.

Die Auflage wird im April und Mai stattfinden, gleichzeitig mit der Umlegung der Berneggstrasse ans Bahngeleise.

KREUZLINGEN: Bahn frei für den Radweg

Der Gemeinderat hat gestern Abend der Verlegung der Berneggstrasse oberhalb des gleichnamigen Schlosses mit grossem Mehr zugestimmt. Der zweite Anlauf gelang, weil das Gesamtpaket stimmte.
Martina Eggenberger Lenz