Kommentar

Bescheidener Tag für die Frauen in der Weinfelder Politik

Zwar schafften alle Frauen die Wiederwahl ins 30-köpfige Parlament, zulegen konnten sie aber nicht. Im ersten Weinfelder Stadtparlament politisieren auch künftig nur sechs Frauen.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Wenig überraschend zeigt sich der «grüne Trend» auch in Weinfelden. Doch mit den Grünliberalen haben die Weinfelderinnen und Weinfelder den schweizerischen Kompromiss gewählt und die liberal denkenden Grünen gestärkt.

Die Verlierer sind die drei grössten Parteien Weinfeldens. Die CVP muss den dritten Podestplatz künftig sogar teilen, denn die SP ist mit vier Sitzen neu gleich stark. SVP und FDP können sich immerhin noch damit trösten, dass sie weiterhin die beiden stärksten Parteien bleiben.

Das Politisieren im ersten Weinfelder Stadtparlament dürfte spannender und offener werden. Die Fraktionen sind ähnlich gross und die Bürgerlichen müssen künftig etwas mehr Effort zeigen, um ihre Anliegen durchzubringen.

Zu hoffen bleibt, dass sich die Gewinnerin GLP nicht auf den Lorbeeren ausruht, sondern ordentlich Windenergie ins Parlament bringt.

Für die Frauen ist der Tag jedoch bescheiden ausgefallen. Zwar wurden alle bisherigen Parlamentarierinnen wiedergewählt. Bei den Neuen mussten sie aber den Männern den Vortritt lassen.

Immerhin, bei sechs von neun Parteien steht eine Frau auf dem ersten Ersatzplatz. Die Frauen spüren Rückenwind, ganz gereicht hat es trotzdem nicht. Weiterhin politisieren nur sechs Frauen im 30-köpfigen Parlament. Das ist zu wenig.

Weinfelderin kämpft gegen die Ausreden der Frauen

CVP-Lokalpolitikerin Nicole van Rooijen hat sich in einem Interview enttäuscht über die Frauen gezeigt. Das weibliche Geschlecht habe zu viele Ausreden, um nicht in die Politik zu müssen.
Sabrina Bächi