Berg
Regierungsrat springt für Ständerat ein und sagt: «In schwierigen Situationen besinnen wir uns auf den da Oben»

Regierungsrat Walter Schönholzer hielt in Berg seine Rede über die Bedeutung des Schweizer Psalms in der Politik.

Manuela Olgiati
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FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer spricht in Berg.

FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer spricht in Berg.

Bild: Manuela Olgiati

«Beten macht Sinn, eigentlich täglich», sagt Regierungsrat Walter Schönholzer. Es gebe Grund zur Hoffnung. Auch wenn man in den letzten Tagen an Olympia oder Fussball-EM den Psalm ohne Text höre, wirke dieser nachhaltig.

Die Bundesverfassung von 1999 beginne mit den starken Worten: «Im Namen Gottes des Allmächtigen.» Schönholzer hatte kurzfristig seine Rede vorbereitet, weil er für den verletzten Ständerat Jakob Stark einsprang.

Das Thema geben die Organisatoren vor. Die drei Kirchgemeinden von Berg, die Katholische Kirchgemeinde, die Evangelische Kirchgemeinde und die evangelische Kirchgemeinde Kehlhof sind mit Schutzkonzept bereit. Pfarrer Hanspeter Herzog erwähnt die Videoübertragung in einen anderen Saal. Wegen des starken Regens findet die Bundesfeier in der Mehrzweckhalle Neuwies statt. Fast das halbe Dorf nimmt am Anlass teil.

Hat Gott in der Politik noch Platz?

Mit Religion und Politik geht Schönholzer der Frage nach, ob Gott in der Politik noch einen Platz hat. Dies unterscheide sich von Kanton zu Kanton, sagt Schönholzer. Die christlichen Grundwerte seien im Thurgauer Grossen Rat recht gut verankert. Die Kirchenglocken läuten am Tagungsort.

Jede und jeder Einzelne steht in der Verantwortung

«Die Politik sind wir alle.»

Das sagt Schönholzer. Jeder Einzelne stünde in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung und den künftigen Generationen. Drei Gründe zum Nachdenken «in der kleinen, freien, unabhängigen und wirtschaftlich erfolgreichen Schweiz» wirft Schönholzer ein. Das «Verbinden» steht gegen den Egoismus, das «Verzichten» gegen die Raffgier und das «Beten» helfe bei Orientierungslosigkeit. Der Regierungsrat fügt an:

«Wir sind aufgefordert, den eigenen Lebensstil zu korrigieren und Technologien so einzusetzen, dass die Welt auch nach uns noch lebenswert ist.»

Die Frage ist, ob und nicht wie man betet

Nedjeljka Spangenberg, die Gemeindeleiterin der Katholischen Kirche Berg, zieht in ihrem Gebet Vergleiche des Hirten und dessen Schafherde, für die er sorge. In seiner Predigt spricht Stephan Reutimann, Pfarrer der freien Evangelischen Kirche Kehlhof von der Bedeutung des Schweizer Psalms aus Sicht des Evangeliums. Der Psalm lenke auf Gott und nicht auf das Land. Er verbinde die Menschen. Im Gebet steht der Dialog mit Gott, manchmal brauche es ein Stossgebet. Doch das «wie beten», spiele keine Rolle. Nur, man müsse es tun, betont der Geistliche.

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