Beim Kerzenziehen in Weinfelden: «Das Krokodil mag nur Wasser»

In der Kerzen-Küche im alten Feuerwehrdepot entstehen tagtäglich Kunstwerke aus Wachs. Auch am Samstag nutzten etliche grosse und kleine Besucher die Gelegenheit zum Kerzenziehen.

Monika Wick
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Gewusst wie: Die Buben beim Kerzenziehen. (Bild: Monika Wick)

Gewusst wie: Die Buben beim Kerzenziehen. (Bild: Monika Wick)

Mit aufmerksamen Blicken verfolgen Tim, Livio und Gion, wie Christine Haupt von der Interessengemeinschaft Kerzen-Küche einen noch nackten Kerzendocht in einen Behälter mit flüssigem Paraffin taucht. Kurz vor der Metall-Klammer, die am oberen Ende des Dochts befestigt ist, hält sie inne. «Das Krokodil mag nur Wasser, kein Wachs», erklärt sie. Danach taucht Christine Haupt den Docht dreimal in ein Wasserbecken, um ihn abzukühlen. «Bevor ihr die Kerze wieder in das Wachs taucht, müsst ihr sie gut abtrocken, ansonsten gibt es unschöne Blasen.»

Mit Feuereifer am Werk

Mittlerweile haben die drei Buben genug von den Instruktionen und möchten selber tätig werden. Mithilfe der Löcher, die mit «dünn», «mittel» und «dick» beschriftet sind entscheiden sie, welchen Umfang ihre fertige Kerze schlussendlich haben soll. Während sich Tim und Livio selbstständig und mit Eifer ans Werk machen, benötigt Gion noch die Hilfe seiner Mutter Dorina Truniger. «Das Kerzenziehen ist eine Adventskalenderaktivität», erklärt sie. «Jeden Tag Schokolade ist doch langweilig», fügt die Wigoltingerin lachend hinzu. Die Kerzen von Claudio Votta und seinem Sohn Iago haben bereits eine stattliche Dicke erreicht.

«Kerzenziehen ist sehr entspannend, ja sogar meditativ»

findet Claudio Votta. Iago sieht es eher praktisch. «Jetzt ist es oft dunkel und die Kerzen bringen Licht», sagt er. Das Vater-Sohn-Gespann hat den Rest der Familie zu Hause gelassen, um Zeit miteinander zu verbringen. Ob der fehlende, weibliche Einfluss der Grund dafür ist, dass ihre Kerzen wie Raketen aussehen, lässt sich nur vermuten.

Kreative und persönliche Weihnachtsgeschenke

«Bei der Gestaltung der Kerzen biete ich lediglich Hilfestellung», erklärt Christine Haupt, die zusammen mit dem «KeKü-Team» vier Wochen vor Weihnachten die Kerzen-Küche im alten Feuerwehrdepot betreibt. Ihr ist es wichtig, niemandem eine Idee aufzudrängen, damit alle selber kreativ werden. «Jeder soll mit einer schönen Kerze nach Hause gehen», sagt sie. Wie seine Kerze aussehen soll, weiss Luis noch nicht. Was der 13-jährige Bub aus Rothenhausen dagegen schon weiss ist, dass die Kerze ein Weihnachtsgeschenk werden soll.

www.kerzenkücheweinfelden.ch