Beim Bahnhof Lengwil kann man den Grundriss eines Bunkers bestaunen

Der Abbruch des Bunkers beim Bahnhof Lengwil war wegen der Gleiserweiterung unumgänglich. Eine Gedenktafel erklärt den übrig gebliebenen Grundriss.

Nicole D'Orazio
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Vom ehemaligen Infanteriebunker beim Bahnhof Lengwil ist nur noch der Grundriss zu sehen. Der frühere Hohlraum wurde mit Steinen aufgefüllt. Von der Besucherplattform aus hat man einen guten Blick und eine Tafel erklärt alles. (Bild: Andrea Stalder)

Vom ehemaligen Infanteriebunker beim Bahnhof Lengwil ist nur noch der Grundriss zu sehen. Der frühere Hohlraum wurde mit Steinen aufgefüllt. Von der Besucherplattform aus hat man einen guten Blick und eine Tafel erklärt alles. (Bild: Andrea Stalder)

«Manchmal ist weniger mehr», sagt Urs Leuzinger vom Amt für Archäologie. Er steht auf der neuen Besucherplattform am Bahnhof Lengwil. Diese wurde erstellt, damit man den dortigen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg besser anschauen kann.

Besser gesagt das, was von ihm übrig ist. Denn der Betonbau musste auf der Höhe des Perrons abgeschnitten werden, weil ein neues Gleis gebaut wurde.

«Der geilste Bunker nördlich der Alpen»

«Als ich gehört habe, dass man den Bunker abreissen will, dachte ich, das ist unmöglich. Das ist der geilste Bunker nördlich der Alpen», sagt Leuzinger. Das Besondere an diesem Exemplar sei gewesen, dass es von einer Beige Baumstämme getarnt wurde. «Das hat funktioniert, weil es nebenan ein Fournierwerk gab.» Doch die heutige Lösung sei für ihn auch gut, weil man so die Ausmasse des Bunkers erkennen kann.

Zur Einweihung der Tafel, die die Geschichte des Bunkers sowie des Festungsgürtels aufzeigt, sind am Mittwochmittag Vertreter des kantonalen Amtes für Archäologie, der SBB, der Gemeinde Lengwil und des Vereins Festungsgürtel anwesend. «Wir haben hier gemeinsam eine gute Lösung gefunden», meint Gemeindepräsident Ciril Schmidiger. «Das ist sehr erfreulich.»

Die Gedenktafel und der Grundriss des Bunkers im Hintergrund. Hier sieht man gut, wie dick die Mauern sind. (Bild: Andrea Stalder)

Die Gedenktafel und der Grundriss des Bunkers im Hintergrund. Hier sieht man gut, wie dick die Mauern sind. (Bild: Andrea Stalder)

Win-Win-Situation für den Verein Festungsgürtel

Das findet auch Hansjörg Huber, Vorstandsmitglied des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen. «Es ist eine Win-Win-Situation. Wir profitieren, weil man nun die Dicke der Mauern sieht und wie eng der Bunker war.»