«Bei uns trifft die Hausfrau aus Wil auf den reichen Händler aus New York» – Diese Woche versteigert das Auktionshaus Rapp 3000 Luxusobjekte

Diamanten, Briefmarken, Goldmünzen, Uhren und Handtaschen. Das Auktionshaus Rapp versteigert kommende Woche in Wil über 3000 Luxusobjekte. Erwartet wird ein Umsatz von mehreren Millionen Franken.

Nancy Neuhauser
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Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)
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Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)
Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)
Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)
Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)
Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)

Diese Objekte sind die Stars der Auktionswoche, die am kommenden Montag beginnt. Marianne Rapp und ihr Team erwarten einige tausend Kunden. Diese bieten online oder bei der klassischen Saalauktion mit. (Bild: Christina Haubold)

Ein Diamant-Collier mit rund 60 Karat gehört zu den Highlights der Auktionswoche. Es ist mit 200 Brillanten und 22 Diamanten besetzt. Marianne Rapp, die Geschäftsführerin des Familienunternehmens, sagt:

«Die Halskette ist wie gemacht für einen Hollywood-Star.»

Das Interesse aus Übersee sei gross, viele Bieter hätten bereits viele Gebote eingereicht. Das Startgebot für das Collier aus Schweizer Privatbesitz liegt bei ungefähr 40'000 Franken. «Der effektive Verkaufspreis dürfte aber bedeutend höher ausfallen», sagt Rapp. Auktionen hätten viel mit Psychologie zu tun, deshalb sei der geschätzte Preis so konservativ.

Passend zur Kette versteigert das Auktionshaus zwei Diamant-Ohrgehänge in Form einer stilisierten Schleife. Farbliche Akzente setzen die beweglich montierten Saphir-Tropfen.

Wahre Schätze finden sich auch im Auktionskatalog der Münzen. Darunter ist ein Schweizer Goldmünzenpaar mit der Prägezahl des Jahres 1959. Die Nationalbank gab sie nie offiziell aus. Vielmehr wurden die beiden Goldmünzen ranghohen Politikern als Schaustücke ausgehändigt. Das macht sie zu einer Rarität, was sich im Startgebot von 50'000 Franken spiegelt.

Chinesen sind auf Markt aufmerksam geworden

Marianne Rapp (Bild: Urs Bucher)

Marianne Rapp (Bild: Urs Bucher)

Bei den Briefmarken kann das Auktionshaus mit einem Trumpf aus China aufwarten: Es versteigert zwei der ersten offiziellen Briefmarken des Landes. Auf einer ist der Drachengott Long, das bekannteste Fabelwesen Chinas, abgebildet. Die Marke wurde 1897 anlässlich des 60. Geburtstags der Kaiserin «Mutter Cixi» herausgegeben. Die andere ist eine Stempelmarke, ebenfalls aus dem Jahr 1897. «Chinesische Sammler haben bereits grosses Interesse bekundet», sagt die 43-Jährige.

Wegen der intensivierten Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und China seien chinesische Sammler vermehrt auf den Schweizer Auktionsmarkt aufmerksam geworden. Wertvolle Briefmarken sind also nicht nur für Sammler interessant, sondern auch für Investoren aus dem Reich der Mitte. Diese würden den Aufenthalt an der Auktion auch nutzen, um die Schweiz touristisch zu entdecken, sowie um wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen.

Stark nachgefragt werden Armbanduhren aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Diese würden oft teurer versteigert als neue Uhren, sagt Rapp. Mit dabei sind Marken wie Patek Philippe, IWC, Jaeger-LeCoultre und Rolex.

Vom Kleinsammler bis zum Multimillionär

Neu im Sortiment sind die Luxus-Handtaschen. Begehrte Modelle wie die «Birkin» von Hermès finden sich seit diesem Jahr im Auktionskatalog. Diese Tasche verdankt ihren Namen der Schauspielerin «Jane Birkin», die dem damaligen Chairman des Modehauses ihre ideale Tasche beschrieb. Die Fertigung erfolgte nur auf ausdrückliche Bestellung. Im Jahr 2013 wurde diese eingestellt. Nun entstehen oft wilde Bieterkriege um das Accessoire, was es zu einer lukrativen Geldanlage macht. Die ersten Bieter sind bereits vor Ort, um sich ein Bild der Objekte zu machen. Je nach Auktionsobjekt unterscheidet sich die Kundschaft. Rapp sagt:

«Bei den Briefmarken sind die Kunden vorwiegend männlich und über 50 Jahre alt. Vom Kleinsammler bis zum Multimillionär, der mehrere Millionen pro Jahr für seine Sammlung ausgibt, ist alles dabei.»

Für die Handtaschen und den Schmuck interessieren sich vorwiegend Frauen. Und bei den Uhrenauktionen gebe es vom 20-jährigen Uhrenfreak, der auf der Suche nach einer günstigen Secondhand-Rolex ist, bis zum Uhrensammler alles.

«Viele unserer Kunden sind Kaderleute aus der Wirtschaft, vorwiegend aus dem Ausland», sagt Rapp. Das liege am hervorragenden internationalen Netzwerk, welches das Unternehmen über Jahre aufgebaut hat. Unter den Kunden seien aber auch Schweizer. «Bei unseren Auktionen trifft die Hausfrau aus Wil auf den reichen Händler aus New York. Das finde ich einzigartig», sagt sie. Sie kämpfe deshalb gegen den elitären Ruf ihres Hauses. Denn dem sei nicht so: «Wir haben Lose, die unter 1000 Franken geschätzt wurden. Unser Haus ist offen für jedermann», sagt die Geschäftsführerin.

München, London oder Zürich

Während des Jahres verbringen Rapp und ihr Expertenteam viel Zeit im Ausland. Sie besichtigen, schätzen und prüfen Objekte auf Echtheit. Die Auktionen finden aber immer in Wil statt. «Wir haben einen super Standort. Er ist von den Nachbarländern und vom Flughafen Zürich schnell erreichbar», sagt Rapp. Sie schliesse es aber nicht aus, irgendwann eine Filiale in Zürich, München oder London zu eröffnen. Am kommenden Samstag findet eine reine Online-Auktion statt. Es werden Objekte versteigert, deren Wert um die 1000 Franken liegt. Unter diesen hat Marianne Rapp auch schon das ein oder andere Schmuckstück für sich entdeckt. Für einige wird sie bieten. Allerdings sei das eine gefährliche Sache:

«Unter den vielen Sachen ist natürlich immer etwas, das mir gefällt. Deshalb muss ich mich jeweils selbst bremsen.»

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