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Bei jedem 125. Einkauf blinkt's: Die Thurgauer Bäckerei Mohn feiert ihr Jubiläum

Der Familienbetrieb Bäckerei und Confiserie Mohn feiert dieses Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Dafür haben sich die Geschäftsführer ein spezielles Dankeschön für ihre Kundschaft ausgedacht.
Sabrina Bächi
Lorena und Roger Mohn mit dem Buzzer, der jedem 125. Kunden einen Gratiseinkauf ermöglicht. (Bild: Andrea Stalder)

Lorena und Roger Mohn mit dem Buzzer, der jedem 125. Kunden einen Gratiseinkauf ermöglicht. (Bild: Andrea Stalder)

Am Sonntag ist der 125. Tag im Jahr 2019. Hätten Sie das gewusst? Für Lorena und Roger Mohn ist der Tag schon lange dick in der Agenda eingetragen. Denn sie feiern das 125-jährige Bestehen ihres Familienunternehmens und eben diese Feierlichkeiten beginnen am 5. Mai.

Frage 1 / 7

Welches Produkt ist das Aushängeschild der Bäckerei Mohn

Diamantmeringues
Silberweggli
Platingipfel
Goldzopf

«Wir werden dann in jeder Verkaufsfiliale einen Buzzer aufstellen», sagt Lorena Mohn. Jeder Kunde, der in der Bäckerei Mohn einkauft, darf dann einmal den Buzzer drücken. Jedes 125. Mal klingelt und blinkt das Gerät und der Kunde darf seinen Einkauf gratis mit nach Hause nehmen. Die beiden Geschäftsführer rühren das Jubiläumsjahr mit der grossen Kelle an. Rund 125 Tage, bis am 7. September, soll die Aktion dauern. Damit wollen sie sich bei den Kunden für das Vertrauen bedanken.

Denn allzu viele Bäckereien, die von Familien geführt werden, gibt es im Thurgau nicht mehr, weiss Roger Mohn. Er führt das Geschäft in der vierten Generation. Auch wenn der Hauptsitz heute in Sulgen ist, seine Anfänge hat die Geschichte in Berg genommen.

Urgrossvater gründete das Geschäft

Ferdinand Mohn gründete am 11. August 1894 die Bäckerei an der Oberen Kirchstrasse. Als zweites berufliches Standbein war damals in dem Bauernhaus eine Schifflistickerei untergebracht. Sohn Hermann lernte zunächst Maschinenzeichner, der Krieg machte ihm jedoch einen Strich durch die berufliche Rechnung, weshalb er doch ins Familiengeschäft einstieg.

1937 verkaufte der Gründer Ferdinand Mohn seine Bäckerei für 30000 Franken dem Sohn. Danach kamen schwere Zeiten für die Familie. 1939 stirbt Ferdinand Mohn. Während des Zweiten Weltkrieges muss der damalige Geschäftsführer Hermann Mohn in den Aktivdienst. Wie mancherorts führen die Frauen das Geschäft weiter: Mutter Marie und Ehefrau Johanna stehen in der Backstube.

Das Angebot von damals wirkt aus heutiger Sicht sehr bescheiden. Dunkles und helles Brot sowie Bürli gab es als Backwaren. Aus der Confiserie Wähen, Cremeschnitten, Mohrenköpfe und Japonaise. Noch heute befinden sich im Familienarchiv Rezepte aus der frühesten Zeit, wie man etwa Meringues macht.

Cremeschnitten gabs zuerst

«Die Cremeschnitte war das erste Confiserieprodukt unserer Bäckerei», erzählt Roger Mohn. Immer noch nimmt der süsse Warenbestand einen wichtigen Teil der Produktepalette ein. Schliesslich ging der Familienbetrieb in die Hände der dritten Generation über und Hermann junior übernahm 1970 die Bäckerei.

Damals zählt Berg rund 500 Einwohner, hat aber drei Bäckereien im Dorf. Die finanziellen Verhältnisse sind bescheiden – nur 15000 Franken Reingewinn wirft das Geschäft im Jahr ab. «Es waren schwierige Zeiten», sagt Roger Mohn. Doch es ging aufwärts. Ein neuer Ofen, ein Restaurant, eine Filiale in Kreuzlingen. Weitere Geschäfte folgten.

Kundenbedürfnisse haben sich geändert

Heute hat die Bäckerei neben dem Hauptstandort in Sulgen an vier weiteren Orten ihre Restaurants und Läden. Sie sind Teil der Vorwärtsstrategie, welche die vierte Generation mit Roger und Lorena Mohn Mitte der 1990er-Jahre anstiess. «Eine Geschäftsübergabe ist nicht immer einfach, aber wir konnten das gut regeln und aufteilen», sagt Lorena Mohn.

Das Ehepaar hat sich in der Backstube kennen und lieben gelernt. «Er war mein Oberstift», sagt sie und lacht. Bis heute sind sie ein eingespieltes Team. Seit dem Jahr 2002 führen sie das gesamte Familienunternehmen. Nebst neuen Firmenstandorten etwa in Altishausen oder seit 2014 in Sulgen gibt es auch in der Verkaufsstrategie viele Neuerungen.

Die Kundenbedürfnisse hätten sich in den vergangenen 125 Jahren stark verändert. Früher kam der Kunde am Samstagmorgen, um das Brot zu kaufen und am Mittag noch einmal, um den Sonntagszopf mitzunehmen. «Heute will der Kunde am Morgen die Gipfeli für den Znüni, das Sandwich für den Zmittag und das Brot für den Znacht zu Hause», sagt Lorena Mohn.

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