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Bei den Reformierten im Kemmental sind die Traktanden für einmal Nebensache

Die Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Alterswilen-Hugelshofen ging rasch über die Bühne. Danach hatten die Kirchbürger Zeit, sich alte Kunstschätze anzuschauen.
Manuela Olgiati
Bewundern alte Kirchenschätze: Der frühere Messmer Ruedi Bodenmann, Kirchenpräsident Hans Krüsi, Betty Sonnberger von der Denkmalpflege und Behördenmitglied Christian Spadin. (Bild: Manuela Olgiati)

Bewundern alte Kirchenschätze: Der frühere Messmer Ruedi Bodenmann, Kirchenpräsident Hans Krüsi, Betty Sonnberger von der Denkmalpflege und Behördenmitglied Christian Spadin. (Bild: Manuela Olgiati)

Kirchenpräsident Hans Krüsi hat geahnt, dass die Kirchgemeindeversammlung vom Dienstagabend in Windeseile durchgewunken ist. Anschliessend stand ein schönes Stück Geschichte im Fokus der beiden Kirchen von Hugelshofen und Alterswilen. «Es ist das erste Mal, dass ich an einer Kirchgemeindeversammlung Schätze zeige», sagt Betty Sonnberger, die Verantwortliche für kirchliche Kunstgegenstände der Denkmalpflege.

Im Kemmental sei ein gut erhaltener Durchschnitt vorhanden, sagte sie. Kunstschätze besitzen eine liturgische Bedeutung, stellen künstlerische und materielle Werte dar. Glockenkannen, Zinnbecher und Kelche werden herumgereicht. Sonnberger spricht von einem Bestand aus verschiedenen Jahrhunderten.

Ein tiefer Kelch wurde für das letzte Abendmahl benutzt

Unter den Kirchbürgern erinnern sich die beiden ehemaligen Messmer: Ruedi Bodenmann aus Hugelshofen zeigt auf die Zinn-Taufkanne von 1687 mit Gravur. Hansueli Binder aus Alterswilen spricht von einem Ritual. Beim Hausbesuch des Pfarrers bei einem Sterbenden, diente zum letzten Abendmahl ein tiefer Kelch.

Vor zwanzig Jahren hat die Denkmalpflege die Kunstgegenstände in den Kirchgemeinden inventarisiert. Evangelische Kirchgemeinden sind in bordeauxroten Büchern dokumentiert, katholische in blauen. Sonnberger macht mit einem Tafelbild von Hans Murer aus 1485 den gut ausgestatteten Haushalt mit Zinn deutlich. Der einfache Bauer habe aus hölzernen Tellern gegessen und der Tisch diente als Brett.

Zwingli wollte hölzernes Messgeschirr

Im April 1525 feierten die Zürcher im Grossmünster ihr erstes reformiertes Abendmahl. Huldrych Zwingli forderte den Gebrauch von hölzernem Messgeschirr. Der Thurgau als Untertanenland war zwar Zwingli treu, sagte Sonnberger. Zinnkannen bedeuteten aber das Silber des kleinen Mannes.

Die Friedhofmauer bleibt noch wie sie ist

Die Sanierung der Friedhofsmauer in Alterswilen werde noch zurückgestellt, informierte Kirchenpräsident Hans Krüsi an der Kirchgemeindeversammlung. Weil Denkmalpflege und Ingenieure Einfluss auf die Gestaltung nehmen. Den Kreditantrag von 240'000 Franken wurde bereits vor einem Jahr bewilligt. Auf die Kirchgemeinde fallen ein Drittel der Kosten an, zwei Drittel trägt die Politische Gemeinde.

Für die kommenden Wahlen im Mai stellt sich Ursula Mayerthaler als neues Mitglied der Kirchenbehörde zur Verfügung. Sie wird Monika Brauchli-Anderes ersetzen.

Kirchenpfleger Hans Ludwig präsentierte das Budget 2019, das bei Ausgaben von 629'300 Franken mit einem kleinen Verlust von 1300 Franken rechnet. Die 30 Stimmberechtigten genehmigten das Budget sowie den gleichbleibenden Steuerfuss von 22 Prozent ohne Diskussion und einstimmig.

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