Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Befürworter und Gegner streiten über Zukunft der Arboner Altstadt

An einem Podium über das Projekt «Lebensraum Altstadt» befürchten Befürworter eine verpasste Chance zur Aufwertung. Für die Gegner sind die gewünschten Folgen der Vorlage jedoch zu unsicher. Einig sind sie sich einzig darin, dass eine belebtere Altstadt wünschenswert sei.
Max Eichenberger
«Richtig und nötig»: Stadtrat Peter Gubser (SP) und CVP-Parlamentarier Dominik Diezi wollen Signal setzen. (Bilder: Max Eichenberger)

«Richtig und nötig»: Stadtrat Peter Gubser (SP) und CVP-Parlamentarier Dominik Diezi wollen Signal setzen. (Bilder: Max Eichenberger)

«Es ist nötig, dass der Kreis Haupt-/Promenadenstrasse jetzt saniert wird», sagt Stadtrat Peter Gubser am Mittwochabend an einem von der CVP organisiertem Podium. Das Projekt zur neuen Linienführung der Kantonsstrasse enthalte auch Bundesgelder die für eine Aufwertung der Altstadt eingesetzt werden könnten – befristet bis 2027.

Vom Pro-Komitee nahm neben Gubser auch CVP-Parlamentarier Dominik Diezi teil. SVP-Fraktionsmitglied Reto Gmür sowie CVP-Volksvertreter Luzi Schmid vertraten das gegnerische Lager.

«Bei einem Nein wäre der Karren im Dreck»

Es mache Sinn, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, meint Diezi. Momentan sei die Infrastruktur in der Altstadt nicht sehr anmächelig. Die Strassenzüge seien nicht attraktiv für ein Zentrum, das verkehrsberuhigt eine Begegnungszone sein soll. Hinzu kommen Leitungen im Boden, die saniert werden müssten. Aufwertung und Sanierung könne in selben Schritt angegangen werden. Wegen des Sanierungsbedarfs und etwaiger höherer Kosten dürfe man nicht lange Zuwarten, da die Bundesgelder nicht mehr abgeholt werden könnten. «Bei einem Nein zum 2,67-Millionen-Nettokredit wäre der Karren im Dreck», fürchtet Diezi.

«Voreilig und zu teuer»: Die Volksvertreter Reto Gmür (SVP) und Luzi Schmid (CVP) wollen «keine tote Katze im Sack».

«Voreilig und zu teuer»: Die Volksvertreter Reto Gmür (SVP) und Luzi Schmid (CVP) wollen «keine tote Katze im Sack».

Aus Sicht von Gmür ist das Projekt unausgegoren und nicht auf mögliche künftige Projekte (Historisches Museum, Römerhof-Überbauung) abgestimmt. Zudem sei die Parkplatz-Situation unbefriedigend. Gmür meint:

«Wir sind nicht gegen eine Aufwertung des Städtli. Aber man soll es richtig machen.»

Für Luzi Schmid stimmt das Konzept nicht, weil es nur auf die Haupt- und die Promenadenstrasse ausgerichtet sei. Sein gewichtigstes Argument:

«Wir haben schlicht das Geld nicht.»

Schmid teilt die Hoffnung des Stadtrates nicht, mit dem Projekt würde die Altstadt mit Fachgeschäften und Touristen belebt: «Ich habe Zweifel, es liegen keine Zahlen vor.» Man kaufe eine tote Katze im Sack.

«Die Altstadt muss uns das wert sein»

Stadtrat Gubser räumt ein: «Wir wissen nicht, wie sich der Detailhandel und die Wohnsituation in der Altstadt entwickelt.» Die Wahrscheinlichkeit für eine positive Entwicklung sei aber grösser, wenn entsprechende Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Dem Argument, dass Arbon unter der 50-Millionen-Schulden-Last ersticke, hält Gubser entgegen, dass den Passiven Gegenwerte gegenüberstehen. Ausserdem belaste das Projekt die Stadt jährlich mit 126000 Franken. Zum Vergleich: Zur Sanierung von Gemeindestrassen habe sie jährlich rund 1,2 Millionen aufzubringen, sagt Gubser. Darum folgert Gubser:

«Wir dürfen uns das leisten und die Chance nicht verstreichen lassen. Die Altstadt muss uns das wert sein.»

Die Instandhaltung der Infrastruktur bezeichnet Dominik Diezi als «zentrale Aufgabe der Stadt». Schlamperei und Flickwerk kämen letztlich teurer zu stehen, leuchtet einem Votanten ein. Prognosen aus dem Finanzressort, nach denen die Stadt die Rechnung 2018 positiv abschliessen werde und das Budget 2019 ebenfalls mit schwarzen Zahlen ins Parlament komme, sind Wasser auf die Mühlen der Befürworter. «Ein Ja zum Kredit ist ein Signal an Investoren, dass es wieder aufwärts geht», ist Diezi überzeugt. Ein neues Projekt hätte eine Vorlaufzeit von Jahren.

Die Gegner der Vorlage kippen ihre Einwände deswegen nicht: Die Hauptstrasse beleben zu wollen sei «hoffnungslos»; sie sei «ein Schattenloch» und habe «keine Zukunft», hiess es. Nicht glücklich zeigen sich Promenadenstrasse-Anwohner wegen der Einbahn-Verkehrsführung. Gubser und Diezi halten dagegen, dass in weiteren Schritten Justierungen möglich seien: Gäbe es mit dem erhofften Erfolg des Projektes mehr Fussgängerquerungen, dann würde der Kanton die bisher verweigerte Begegnungszone allenfalls auf die Promenadenstrasse erweitern, stellten sie in Aussicht.

Immer noch beschäftigt viele, dass «ein Gemeindeteil vom öffentlichen Verkehr abgehängt» worden sei. Mit einem Zwischenbericht weckt Gubser Hoffnung. Fahrversuche sollen aufzeigen, ob eine ÖV-Erschliessung der Altstadt mit einer Haltestelle beim Ludi-Distel-Platz möglich ist.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.