Baustreit
«Wegen des laufenden Verfahrens kann ich mich dazu nicht äussern»: Das Haus ohne Fassade direkt am Romanshorner Bahnhof bleibt wohl noch eine Weile ohne Fassade

Wegen eines Disputs zwischen Stadt und Bauherrschaft fehlt an einem Gebäude im Zentrum der Hafenstadt die Fassadenverkleidung. Und das schon seit über einem Jahr. Die Wohnungen sind indes alle bezogen und die Gewerbeflächen restlos vermietet.

Tanja von Arx
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Weiss wie der Schnee: So zeigt sich einem die unfertige Bauhülle des Gebäudekomplexes unmittelbar beim Bahnhof Romanshorn.

Weiss wie der Schnee: So zeigt sich einem die unfertige Bauhülle des Gebäudekomplexes unmittelbar beim Bahnhof Romanshorn.

Donato Caspari

Seit über einem Jahr bietet sich einem ein sonderbarer Anblick. Und zwar am Romanshorner Bahnhof, denn dort steht ein Haus ohne Fassade: die Wohnungen alle bezogen, sämtliche Gewerbeflächen vermietet, der Migrolino im Parterre auch zu Coronazeiten normal geöffnet. Und erstaunlicherweise scheint es noch eine Weile so zu bleiben.

Ein Streit ist die Ursache

Philipp Gemperle, Stadtrat Ressort Ortsplanung und Baurecht.

Philipp Gemperle, Stadtrat Ressort Ortsplanung und Baurecht.

PD

Grund für den Zustand ist ein Disput zwischen Stadt und Bauherrschaft, der Raiffeisen Pensionskasse (unsere Zeitung berichtete). Stadtrat Philipp Gemperle, Ressort Ortsplanung und Baurecht, sagt auf Anfrage:

«Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, weshalb ich mich nicht dazu äussern kann.»

Auch Marc Pfister, der Raiffeisen-Projektleiter, sagt: «Aufgrund des laufenden Verfahrens können wir zu diesem Thema aktuell noch keine weitere Auskunft geben.»

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht das Fassaden-Material

Im Zentrum des Konflikts steht die Beschaffenheit der Fassade. «Das Material ist aufgrund der Sonderbauvorschriften nicht bewilligungsfähig», sagte Gemperle im Dezember 2019. Pfister kann die Argumentation der Stadt nicht nachvollziehen.

«Dass sie dieses Material in ihrem Bericht als minderwertig bezeichnet, ist fachlich nicht fundiert, absolut willkürlich und entbehrt jeder sachlichen Grundlage.»

Zwischenzeitlich war ein Provisorium geplant, das aber wegen der anhaltenden Differenzen nie zustande kam. Trauriger Höhepunkt des Streits ist ein Brand im April letzten Jahres (TZ vom 21. April 2020).