Baustelle
Die «Krone» ist bald hohl und daneben wächst das neue Hafenrestaurant: Auf Baustellenrundgang mit dem Altnauer Gemeindepräsidenten

Für die Gemeinde ist das Projekt ein grosser Lupf: Hans Feuz erklärt, was im Innern des altehrwürdigen Gasthauses am See gerade vor sich geht und wie er die Kosten für das Grossprojekt im Griff behält.

Urs Brüschweiler
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Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
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Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.
Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.

Impressionen von der Baustelle Krone in Altnau.

Bild: Ralph Ribi

Die Altnauer Hafenplätze sind verwaist. Über dem See liegt die winterliche Stille. Im Kontrast dazu steht die Baustelle direkt an der Uferpromenade. An der alten «Krone» und am neuen Restaurant wird emsig gebaut, die Arbeiter sind trotz Kälte strebsam am Werk. Draussen schaufeln die Baggerfahrer, der Kranführer lässt gerade eine Mulde schweben, während im Innern die Handwerker unüberhörbar den alten Böden und Wänden zu Leibe rücken.

Der Eingang zur «Krone» mit der Jahreszahl 1849 in Gold.

Der Eingang zur «Krone» mit der Jahreszahl 1849 in Gold.

Bild: Ralph Ribi

Das Gasthaus zur Krone wird gerade ausgehöhlt, berichtet Hans Feuz, als Gemeindepräsident ist er der Bauherr auf dieser Baustelle. Die Denkmalpflege habe dies erlaubt, betont er. Das Gebäude ist nämlich als wertvoll eingestuft, sein Kern datiert vermutlich im 18. Jahrhundert. Die goldene Jahreszahl 1849 über dem Eingang weist lediglich auf eine bedeutende Veränderung. Ein Restaurant sei die «Krone» erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts, weiss Feuz. Die lange Geschichte des einstmaligen herrschaftlichen Wohnhauses offenbart sich sofort beim Blick auf die nun teilweise offenen Böden oder in das hölzerne Gebälk. «So etwas habe ich noch nicht gesehen», meint Feuz fasziniert.

«Es ist schwer vorstellbar, wie daraus wieder ein modernes Haus wird.»
Gemeindepräsident Hans Feuz vor der «Krone»-Baustelle.

Gemeindepräsident Hans Feuz vor der «Krone»-Baustelle.

Bild: Ralph Ribi

Was jetzt noch da ist, kommt auch noch raus. Innerhalb der Aussenwände entstehen danach neue Mauern, neue Böden, neue Balken. «Das ist es, was das Ganze teuer macht», sagt der Gemeindepräsident mit einem Seufzen.

Im April oder Mai 2023 soll die «Krone» fertig saniert sein, inklusive erneuerter Fassade, neuer Fenster, eines Lifts und Balkonen. «Im Moment liegen wir genau im Plan», sagt Feuz. Je zwei Wohnungen auf zwei Etagen plus vier Studios im Dachgeschoss sollen dann bezugsbereit sein.

So sollen die «Krone» und der neue Restaurantpavillon aussehen, wenn alles fertig ist.

So sollen die «Krone» und der neue Restaurantpavillon aussehen, wenn alles fertig ist.

Bild: PD

Schlüsselübergabe im Oktober

Das neue Restaurant, das gleich davor entsteht, soll aber schon früher eröffnen. «Im Moment planen wir die Schlüsselübergabe für den 1. Oktober 2022», sagt Feuz. Kopfzerbrechen bereiten ihm hier die steigenden Rohstoffpreise, besonders für Holz.

«Wir mussten eine Umplanung vornehmen, um die Kosten im Griff zu behalten.»

Die Technik werde nun in einen Keller verlagert, der Pavillonbau deshalb zwei Meter kürzer als geplant. Eine gute und günstigere Lösung, ist sich der Gemeindepräsident sicher. 90 Sitzplätze im Innenbereich wird die neue Wirtschaft fassen und 60 Plätze im gedeckten Aussenbereich. Hinzu kommt eine Gartenterrasse mit bis zu 120 Sitzplätzen.

Visualisierung der künftigen Ansicht der seeabgewandten Seite.

Visualisierung der künftigen Ansicht der seeabgewandten Seite.

Bild: PD

Übergangslösung im Sommer

Ende März soll die Aufrichte stattfinden. «Im Moment planen wir gemeinsam mit dem Pächter den Innenausbau, sprich Küche und Mobiliar», erzählt Feuz. Den Zuschlag für den Betrieb der «Krone am See» – den Namen hat der Gemeinderat Altnau verbindlich festgelegt – haben bekanntlich Jacqueline und Matias Bolliger von der Kreuzlinger «Seeburg» erhalten. Weil sie erst im Herbst eröffnen können, werden sie auf dem Kiesplatz bei der Badewiese eine Sommerlounge betreiben. Feuz sagt:

«Der Gemeinderat findet diese Idee gut.»

Er habe deshalb die Bewilligung dazu erteilt. «Die Pächter werden mit Foodtrucks ein reichhaltiges Angebot an kalten und warmen Speisen anbieten und mit Sitzgelegenheiten für einen attraktiven Ort am See in Altnau sorgen», heisst es in den aktuellen Gemeindemitteilungen.

Ein grosser Lupf für die Gemeinde

Für den Gemeindepräsidenten ist es eine aufregende, aber auch anstrengende Zeit, wie er sagt. Die Baukommission müsse sich im Bauwesen und auch in der Gastronomie behaupten. «Besonders bei Letzterem ist aber jeder ein Fachmann und kann mitreden», meint er mit einem schelmischen Grinsen. Für Feuz von grosser Wichtigkeit ist, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Für Altnau ist die «Krone» ein grosser Lupf. Der Gemeindepräsident rechnet derzeit damit, dass das Gesamtprojekt auf knapp 7 Millionen Franken zu stehen kommt. 6,65 Millionen Franken hatten die Stimmbürger im November 2020 bewilligt. Der Betrag sei jedoch an den Baupreisindex gekoppelt, von daher befinde man sich noch im grünen Bereich, erklärt Feuz.