Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bauer rettet junge Eichhörnchen vor dem Kältetod

Als der Landwirt Heinz Beerli beim Holzen ein Nest mit fünf jungen Eichhörnchen entdeckte, wurde er zum Richter über Leben und Tod. Er sicherte den Findlingen das Weiterleben.
Kurt Lichtensteiger
Landwirt Heinz Beerli bei den verspielten Jungtieren. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Landwirt Heinz Beerli bei den verspielten Jungtieren. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

«Als wir in dem Steig beim Entasten einer gut 50-jährigen Buche waren, entdeckte mein Mitarbeiter ein kugelförmiges Nest, in dem sich fünf kleine Eichhörnchen kuschelten», sagt Landwirt Heinz Beerli.

«Sie hatten die Augen noch geschlossen und schmiegten sich eng aneinander.»

Sie würden eine kommende Nacht mit Minustemperaturen wohl kaum überleben. Auch einem Baummarder oder Fuchs könnten sie zum Opfer fallen, sagten sich die Waldarbeiter.

Schliesslich entschlossen sich die beiden, die unterkühlten Nager, noch halb nackt und mit dünnem Haarflaum bedeckt, nach Hause zu nehmen, um ihnen das Überleben zu sichern. Dass aus ihnen dereinst kuschelige Heimbewohner werden würden, ahnten die Männer jedoch nicht. Auch nicht, welch grosse Arbeit noch auf sie warten würde.

Zuerst mit Katzenmilch gefüttert

In der Folge wurden ein Tierarzt und das Internet konsultiert sowie nach einer möglichen Auffangstation für die Eichhörnchen gesucht. Eine nächste befindet sich im Kanton Aargau, fand Beerli heraus. In dieser Abklärungsphase mussten die putzigen Kerlchen gefüttert werden – viermal am Tag. Dies geschah vorerst vorsichtig mit einer Spritze, danach mit einem Schoppen. Als Nahrung diente Katzenmilch.

Vor kurzem knackten die tagaktiven Heimbewohner mit ihren kleinen Nagezähnen bereits erste Samen und Baumnüsse, die sie als Vorrat zuweilen instinktiv verstecken und später wieder herausholen. Um den temporären Aufenthalt möglichst erträglich zu machen, wurde ein grösseres Terrarium angeschafft. Nun soll eine Voliere mehr Gelegenheit zum Klettern, Springen und Verstecken bieten.

«Das sind meine Kinder»

Ob die vier – eines ist nach der Rettung gestorben – im Sommer in die Freiheit entlassen werden, bleibt offen. Auch dort warten Gefahren. Nicht nur Marder, Fuchs und Habicht gefährden die Überlebenschance. Geht es nach Mariusz, einem polnischen Angestellten, so ist ein möglicher Aufenthalt im nahen Wald eher unwahrscheinlich. «Ich gebe sie nicht mehr weg. Das sind meine Kinder», sagt der 30-Jährige, der die, gwundrigen, reinlichen und anhänglichen Tiere ins Herz geschlossen hat und die Hauptarbeit leistet. Er war es auch, der ihnen in den ersten drei Wochen täglich den Bauch massiert hatte. Gemäss Internetauskunft sei dies nötig, damit die Kleinen Wasser lösen können. Andernfalls würden sie nicht überleben.

Damit nicht genug: Neben der aufmerksamen Pflege der etwa achtwöchigen Eichhörnchen müssen auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Heinz Beerli zudem 80 Kühe, 40 Mastmuni, 100 Hühner, 10 Katzen, 4 Pferde und 30 Stück Jungvieh versorgt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.