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HC Thurgau trennt sich per sofort von seinem Marketingchef

Es ist ein harter Bandencheck hinter den Kulissen: Der HC Thurgau will nicht mehr mit Paul Kaiser zusammenarbeiten, der während 20 Jahren Sponsoren für den Club gesucht und betreut hat. Über die Gründe der plötzlichen Trennung bleibt noch einiges im Dunkeln. Sicher ist: Es ist eine dieser Geschichten, in der alle verlieren.
Matthias Hafen
Paul Kaiser war in Sachen Sponsoring und Marketing das Gesicht des HC Thurgau. (Bild: Reto Martin, Weinfelden, 5. August 2015)

Paul Kaiser war in Sachen Sponsoring und Marketing das Gesicht des HC Thurgau. (Bild: Reto Martin, Weinfelden, 5. August 2015)

Er ist weder ein überdurchschnittlich begabter Schlittschuhläufer noch ein Trainer mit Erfolgsausweis. Dennoch war Paul Kaiser eine der wichtigsten Figuren des HC Thurgau. 20 Jahre lang betreute er beim Swiss-League-Club aus Weinfelden das Sponsoring, putzte die Klinken so ziemlich jeder relevanten Firma im Thurgau und baute im Kanton ein Beziehungsnetz auf, das seinesgleichen sucht.

Doch mitten in der Vorbereitung auf seine 21. Saison ist für Kaiser nun Schluss. Der HC Thurgau beendete die Zusammenarbeit mit seinem Marketing-Verantwortlichen per sofort. Die Metall-Sponsoren wurden am Dienstagmorgen mit einem kurzen, knappen Schreiben informiert. An die Öffentlichkeit ging keine Meldung. Auf Nachfrage bestätigt Clubpräsident Hansjörg Stahel die Trennung von Kaiser, der mit einem 80-Prozent-Pensum angestellt war, und bedauert, dass es dazu gekommen ist.

Das Geschirr ist zerschlagen

Zu den genauen Gründen der Trennung will sich Thurgaus Präsident nicht äussern. Er sagt nur, dass Kaiser Verhaltensregeln gebrochen habe – trotz mehrfacher Verwarnung. «Der Entscheid des Verwaltungsrats, der wichtigsten Hauptaktionäre und der Geschäftsleitung wurde einstimmig getroffen», sagt Stahel, der Kaiser im Schreiben an die Sponsoren für dessen grosses, langjähriges Engagement und dessen unermüdlichen Einsatz dankt.

Was zwischen dem HC Thurgau und Kaiser genau vorgefallen ist, ist auch von Kaiser nicht zu erfahren. Er wolle keine Schlammschlacht anzetteln, sagt der Geschasste. Die ganze Geschichte enttäusche ihn nur. Ausgeschlossen ist, dass es in dieser Sache um Veruntreuung von Geldern geht. Das bestätigen sowohl Kaiser wie auch HCT-Präsident Stahel. Vielmehr dürfte hinter den Kulissen des Eishockeyvereins, der Thurgaus sportliches Aushängeschild ist, ein Machtkampf eskaliert sein. Trotz dreimonatiger Kündigungsfrist muss Kaiser nach 20 Jahren per sofort gehen.

Dass der HC Thurgau einen Imageschaden aus dieser Geschichte zieht, ist offensichtlich. Immerhin war es Paul Kaiser, der wichtige Sponsoren des Clubs in den vergangenen 20 Jahren gesucht, gefunden und betreut hat. Selbst, als der Club finanziell am Boden war, weibelte Kaiser, was das Zeug hielt. So fragt sich, wie gross der Imageschaden im Endeffekt sein wird.

Rückzug von Sponsoren nicht ausgeschlossen

Clubpräsident Stahel, der seit Bekanntgabe der Trennung persönlich harsch angegriffen werde, schliesst nicht aus, dass sich mit Kaiser auch vereinzelte Sponsoren vom HC Thurgau lossagen. «Aber ich glaube nicht, dass wir im Sponsoring deswegen einen grossen Schaden erleiden werden», sagt der Präsident. Die Ironie an der Geschichte ist, dass dies dem HC Thurgau nicht in der Krise, sondern auf dem sportlichen Höhepunkt widerfährt.

Zwei neue Ausländer an der Angel

Schon in den nächsten Tagen will der HC Thurgau drei weitere Verpflichtungen für sein NLB-Kader bekanntgeben. Darunter werden auch die zwei ausländischen Spieler für die Saison 2019/20 sein, wie Präsident Hansjörg Stahel sagt. Die Verhandlungen seien in den letzten Zügen, noch fehlten aber die Unterschriften. Ebenfalls habe der Swiss-League-Club einen neuen Geschäftsführer gefunden. Wer die Nachfolge von Patrick Bloch antritt, soll ebenfalls in Kürze bekanntwerden. Bloch wechselt Ende August zum nationalen Eishockeyverband Swiss Ice Hockey, wo er den Posten des CEO übernimmt. Zeigte sich der HC Thurgau zunächst offen, für die Bereiche Geschäftsführung und Sport zwei verschiedene Personen zu engagieren, zeichnet sich nun eine Lösung ab, dass der Neue sowohl Geschäftsführer des Clubs wie auch Leiter Sport sein wird – analog dem bisherigen Engagement von Bloch. Eine zweite Person soll dazu angestellt werden, um das Marketing des Clubs zu stärken. Auch diesbezüglich seien Verhandlungen im Gang, sagt Stahel. (mat)

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