Bald erhält Kreuzlingen seine erste Busspur

Der Kanton will die Seetalstrasse von der Reutistrasse bis zum Ziilkreisel umbauen, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten. Das Projekt ist unabhängig vom geplanten neuen Entsorgungshof.

Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Die Kreuzung Seetalstrasse und Reutistrasse steht im Fokus. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kreuzung Seetalstrasse und Reutistrasse steht im Fokus. (Bild: Andrea Stalder)

Mit dem geplanten neuen Regionalen Annahmezentrum RAZ auf dem Strabag-Areal gibt es im Industriequartier im Osten der Stadt Mehrverkehr. Dieser ist den Anwohnern ein Dorn im Auge, wie an der Informationsveranstaltung der Firma Imhof AG Mitte August deutlich wurde. Stadtrat Ernst Zülle stellte damals die Pläne mit den vorgesehenen Anpassungen in der Verkehrsführung vor, diese führten in der Folge zu einer heftigen Verkehrsdebatte. Zwar stellte damals Stadtrat Ernst Zülle die Pläne mit den vorgesehenen Anpassungen in der Verkehrsführung vor. Die Verbindlichkeit seiner Aussagen wurde aber vermisst.

Eine kantonale Angelegenheit

Die Seetalstrasse gehört dem Kanton. Die Umgestaltung liegt daher in dessen Hand. Jürg Schär vom Tiefbauamt Thurgau versichert, das Projekt stehe kurz vor der öffentlichen Auflage. Diese solle Ende September erfolgen. Hauptbestandteile des Umbaus sind die separate Busspur, Aufspurstrecken an der Kreuzung zur Reutistrasse und zwei Fussgängerübergänge mit Schutzinseln. Der Kanton arbeitet gemäss Schär bereits seit 2008 an einem neuen Konzept für die Seetalstrasse. «Als dann die Problematik mit dem im Stau stehenden Bus aufkam, mussten wir dieses noch einmal überdenken.»

Über den Zebrastreifen zum Lidl

Im Bereich vom Lidl bis zum Ziilkreisel wird nun der Bus eine eigene Spur bekommen. «Wir müssen den Verkehrsfluss aufrechterhalten, auch damit die Fahrplanstabilität gewährleistet werden kann», erklärt Jürg Schär. Beim Projekt sei es aber auch um eine bessere Erschliessung des Industriequartiers gegangen. Mit den Aufspurstrecken in beide Richtungen bei der Reutistrasse soll es weniger Rückstau geben. Mit dem Fussgängerstreifen zum Lidl komme man einem Wunsch der Bevölkerung nach. Um das Projekt zu realisieren, musste der Kanton Land erwerben. Das sei grösstenteils abgeschlossen, betont Schär. Die Fahrbahn bleibt unverändert bei einer Breite von 2,75 Metern. Dazu kommt ein eineinhalb Meter breiter Radstreifen. «Die Seetalstrasse ist eine Hauptverkehrsachse. Da wären gestalterische Massnahmen, wie man sie an der Romanshornerstrasse vorgesehen hat, fehl am Platz.»

Doppelt so viele Autos wie jetzt

$Stadtrat Ernst Zülle betont ebenfalls, dass der Umbau der Seetalstrasse ein vom geplanten RAZ grundsätzlich unabhängiges Projekt sei. Dem Stadtrat sei der Langsamverkehr wichtig. Das zeigten die Weiterführung des Trottoirs entlang der Seezelgstrasse via Reutistrasse bis zur Seetalstrasse und die neuen Fussgängerstreifen an der Reuti- und an der Seetalstrasse. Zülle versucht den Anwohnern die Angst vor dem Mehrverkehr mit Vergleichen zu nehmen. In Zukunft werden an der Reutistrasse so viele Autos fahren wie an der National-, Sonnen- oder Rosgartenstrasse, nämlich rund 2000 pro Tag. «Es gibt immer Befürworter und Gegner bei solchen Projekten. Zum Beispiel wollen alle den Komfort von Unterflurcontainern, doch kaum jemand im eigenen Garten. Hier haben wir eine ähnliche Situation im Grossformat», meint der Stadtrat zur Kritik aus der Bevölkerung.

Bund zahlt mit

Der Kanton rechnet für den Umbau der Seetalstrasse mit Gesamtkosten von 2,5 Millionen Franken. Die Stadt Kreuzlingen müsste etwa 1,3 Millionen Franken beisteuern. Da es sich bei der Busspur um ein Projekt des Agglomerationsprogramms handelt, können auch Bundesbeiträge erwartet werden.

Neuer Entsorgungshof in Kreuzlingen: Anwohner äussern Bedenken

Die Firma TIT Imhof AG will auf dem Strabag-Areal ein neues regionales Abfall-Annahmezentrum bauen. Am Donnerstagabend gab es eine umfassende Informationsveranstaltung für alle Interessierten. Der erwartete Mehrverkehr weckt Ängste.
Martina Eggenberger Lenz