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Im Güttinger Hafen behindern Badende die Schiffe

Ein Schwimmverbot, das nicht immer eingehalten wird beschäftigt derzeit Güttingen. Der Gemeindepräsident will mit Information und Bussgeldern reagieren. Für die Schweizerische Bodensee Schifffahrt ist das zu wenig.
Viviane Vogel
Bei der Schiffsanlegestelle im Hafen Güttingen zeigt die Tafel das Badeverbot an. (Bild: Donato Caspari)

Bei der Schiffsanlegestelle im Hafen Güttingen zeigt die Tafel das Badeverbot an. (Bild: Donato Caspari)

Er lege nicht mehr an, wenn er wieder Kinder im Wasser sähe. Das habe ein Schiffsführer der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) dem Gemeindepräsident von Güttingen, Urs Rutishauser mitgeteilt. Dieser sprach das Thema während der Gemeindeversammlung letzten Donnerstag an. Im Hafenbecken schwimmen nämlich immer wieder Kinder und Jugendliche, wo entweder ein Kies- oder ein Charterschiff der Müller E. und Co. AG oder die MS Rhyspitz der SBS den Hafen anfährt.

Rutishauser kündigte an, dass unbedingt das Wasser zu verlassen sei, sobald ein ankommendes Schiff bemerkt wird. Gelinge das nicht innert nützlicher Frist, müsse die Gemeinde anfangen, selbst Bussen zu verteilen. Diese Information wird auch noch im «Güttinger Blättli» veröffentlicht. Es gilt erst einmal abzuwarten.

Das wäre ein Bruch mit einer Tradition

«Die Güttinger und Güttingerinnen schwimmen da schon seit Menschengedenken», berichtet Rutishauser auf Anfrage. Es wäre sehr schade, wenn man diese Tradition unterbinden müsste. «Man sieht und hört so ein Schiff ja von Weitem.» Der Gemeindepräsident hält ein generelles Schwimmverbot am Hafen für übertrieben. Zumal dieses einen Umkreis von 100 Metern betreffen würde. Das sei in dieser Gegend nicht sinnvoll.

Von der SBS kam die Forderung, dieses Schwimmverbot einzuhalten. Rutishauser erklärt: «Die SBS hat uns mitgeteilt, dass die MS Rhyspitz den Hafen Güttingen in Zukunft einfach auslassen wird, wenn Kinder im Wasser gesichtet werden.» Dieses Problem betrifft rund 20 Kurse von Mittwoch bis Sonntag. Die Personalienaufnahme für die Bussen könnte durch Werkhofmitarbeiter vorgenommen werden. «Wir haben schon andere Bereiche, wo wir selber büssen können. Das wäre kein Problem», sagt Rutishauser.

Mit Schiffsschrauben spasst man nicht

Bei der SBS klingt es anders. Auf Anfrage informiert Geschäftsführerin Andrea Ruf: «Das Badeverbot ist unserer Meinung nach bei der Anlegestelle des Kursschiffes immer durchzusetzen.» Ruf war es, die sich deswegen mit Rutishauser per E-Mail in Verbindung gesetzt hatte. Sie fordert ein generelles Schwimmverbot in diesem Bereich. «Das Argument, man sehe so ein Schiff ja, zieht unseres Erachtens nach nicht.» Die Jugendlichen hören oder sehen die Schiffe möglicherweise nicht, wenn sie gerade tauchen oder wenn sie so vergnügt sind, dass sie nichts wahrnehmen. «Das ist für keinen Schiffsführer zumutbar, jedes Mal hoffen zu müssen, dass niemand in diesem Bereich im Wasser ist», sagt Ruf. Mit Schiffsschrauben sei nicht zu spassen. «Stellen Sie sich vor, man hätte im Strassenverkehr so sporadische Regeln. Das führt doch zu Chaos.»

Ausserdem sei es keine Lösung für die SBS, die Station Güttingen manchmal einfach auszulassen. Laut Ruf verärgert das nur die Kunden. Das Kursschiff MS Rhyspitz fährt nämlich nach Güttingen den Hafen Immenstaad an, auf der anderen, deutschen Uferseite des Bodensees.

Ein Problem mit zwei berechtigten Seiten

Die Kiesschiffe und ein Charterschiff der Müller E. und Co AG laufen jeweils auch in den Güttinger Hafen ein. Der Geschäftsführer, Hansueli Egloff, stimmt mit der Gemeinde Güttingen überein, dass Massnahmen ergriffen werden sollen, allenfalls mit Hilfe von Bussgeldern. Er fände einen Bruch mit der Bade-Tradition auch bedauernswert. «Es ist schade, dass ein paar wenige Jugendliche sich nicht an die Regeln halten können.» Gleichzeitig versteht er die Seite des Schiffsführers der SBS. «Die Kiesschiffe kommen zu Uhrzeiten, wo normalerweise wenig Badebetrieb herrscht, und sie fahren auch langsamer. Aber mit unserem privaten Fahrgastschiff haben wir das Problem auch schon als störend empfunden.» Zum Glück habe es noch nie eine brenzlige Situation gegeben

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