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«Authentisch muss man sein»

Ruedi Zbinden hat viel Erfahrung als Gemeindepräsident in Bussnang. Er selbst denkt nicht ans Aufhören, möchte er doch sein Wissen und seine Erfahrung lieber mit den künftigen Amtskollegen teilen.
Sabrina Bächi
Ruedi Zbinden im Gemeindehaus Bussnang. (Bild: Sabrina Bächi)

Ruedi Zbinden im Gemeindehaus Bussnang. (Bild: Sabrina Bächi)

Die Mittelthurgauer Gemeinden kommen in die Wechseljahre. Einige müssen für die Gesamterneuerungswahlen 2019 einen neuen Gemeindepräsidenten finden. Nicht so Bussnang. Ruedi Zbinden amtet dort seit 2005 als Gemeindepräsident und weiss, wie der Hase läuft – und er denkt nicht ans Aufhören. Seit er die Zügel der Gemeinde in die Hand hat, geht es aufwärts. Von einer «Steuerhölle», wie es nicht zuletzt auch Peter Spuhler oft zu sagen pflegte, bis zum heutigen «Steuerparadies» hat sich Bussnang gemausert.

«Es ist natürlich ein Glücksfall, dass das Gewerbe derart erfolgreich ist. Vor allem die Firma Stadler hat dazu beigetragen, aber auch Firmen wie Bamix, Letrona oder die Ulmann AG», sagt Zbinden. Ein weiterer Glücksfall: die gute Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde. «Ich hatte nie Streit mit der Verwaltung oder dem Gemeinderat. Wir sind ein gut funktionierendes Team, das ist natürlich wertvoll und erleichtert die Arbeit.»

Mit jedem Wechsel geht Wissen verloren

Grund für die vielen anstehenden Wechsel in den Nachbargemeinden ortet Zbinden beim Pensionsalter seiner Amtskollegen. «Für die Region wäre es ungünstig, wenn ich auch noch aufhören würde. Bei jedem Wechsel geht viel Wissen verloren.» Denn die Gemeindepräsidenten in der Region und im Kanton arbeiten oft zusammen. Das Netzwerk sei wichtig, ist Zbinden überzeugt. «Gerade für Neugewählte ist Unterstützung hilfreich. Ich konnte auch andere Präsidenten kontaktieren und fragen. Natürlich bin ich gerne bereit, frisch Gewählte zu unterstützen und ihre Fragen zu beantworten so gut es geht», sagt der 56-Jährige.

Grundsätzlich seien Respekt und Vertrauen sehr wichtige Begleiter eines Gemeindepräsidenten, findet Zbinden. «Respekt vor der Arbeit und den Leuten. Sowie das Vertrauen, dass Abmachungen auch gelten.» Dieser Leitspruch hat ihn erfolgreich durch die vergangenen 13 Jahre gebracht – und soll es auch in Zukunft. Die Arbeit in Bussnang sei abwechslungsreich und spannend. Die Blütezeit der Gemeinde dürfe er mitgestalten. Dies vor allem in Zusammenhang mit dem Erfolg der Stadler Bussnang AG. «Die Firma Stadler ist eng mit dem Namen Bussnang verknüpft, das ist natürlich sehr speziell. Man kennt uns und die Wahrnehmung der Gemeinde ist ausgezeichnet.»

Durch die Weltmarke Stadler finden auch immer wieder wichtige Persönlichkeiten aus der ganzen Welt in das beschauliche Bussnang. Delegationen aus Norwegen, Brasilien oder gar der Präsident des Deutschen Bundestags. Alle waren sie in Bussnang. «Ich darf als Gemeindepräsident immer wieder internationale Gäste kennen lernen. Aber auch unsere Bundesräte beispielsweise», erzählt Zbinden.

Das Volk wählt die Exekutive

Haupttätigkeit sind aber die täglichen Amtsgeschäfte: Die Werke müssen funktionieren, die Strassen in Schuss sein und die vielen Bauprojekte der vergangenen Jahre, wie etwa der neue Werkhof mit Feuerwehrdepot, müssen abbezahlt werden. Zbinden arbeitet in einem 100-Prozent-Pensum. Alle weiteren Ämter erledigt er in seiner Freizeit. «Am Samstag arbeite ich jeweils für das Alterszentrum, für die Partei und den Kantonsrat», sagt der SVP-Kantonalpräsident.

Ruedi Zbinden ist strukturiert, organisiert und Pendenzen mag er nicht. «Was ich erledigen kann, das erledige ich gleich.» Eine kommunikative Art sei von Vorteil für die Tätigkeit des Gemeindepräsidenten und ganz wichtig: authentisch muss man sein. «Denn», hält Zbinden fest, «am Ende entscheidet das Volk, wer für ein Exekutivamt geeignet ist.» Deshalb findet er die teils sehr hohen Anforderungsprofile beim Stellenausschrieb problematisch.

«Manch einer getraut sich dann vielleicht gar nicht, sich als Kandidaten für das Gemeindepräsidium zu melden.» Einige der amtierenden Präsidenten würden auch nicht alle Punkte eines dieser Stellenprofile erfüllen und trotzdem sehr erfolgreich die Gemeinde führen. Er für seinen Teil will die Gemeinde Bussnang weiterhin erfolgreich in die Zukunft führen. «Mir gefällt’s», sagt Ruedi Zbinden lachend.

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