Auszeichnung für einen Macher

Rhythmische Takte, feurige Tänze und besinnliche Töne: Die Neujahrsbegrüssung im Seeparksaal in Arbon stand im Zeichen von Veränderung. Roland Widmer wurde als Arboner des Jahres geehrt.

Max Eichenberger
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Der Stadtrat, flankiert von Arboner Trachtdamen, auf dem roten Teppich. (Bild: Max Eichenberger)

Der Stadtrat, flankiert von Arboner Trachtdamen, auf dem roten Teppich. (Bild: Max Eichenberger)

Schaumwein perlt in den Sektgläsern auf den weissgedeckten Tischen, die den Saaleingang flankieren. Den spritzigen Willkommensgruss, dargereicht von Trachtendamen, entbietet der Stadtrat allen Besuchern, die den roten Teppich passieren: am sechsten Tag im nicht mehr ganz jungfräulichen 2019 zur traditionellen Neujahrsbegrüssung der Stadt.

Um die 400 Personen sind gekommen, um dem Programm mit perkussionistischen und tänzerischen Einlagen, mit Reden und Ehrungen beizuwohnen. Unter ihnen Achim Kraft, Bürgermeister der Partnergemeinde Langenargen. Rhythmus bestimme unser Leben in vielfältiger Form, moderiert die frühere Parlamentssekretärin Evelyn Jung diesem Motto entsprechend schwungvoll durchs Programm.

Musikschullehrer Georgios Mikirozis sorgt mit einem Solo-Trommelwirbel und später mit dem jungen Perkussionsensemble dafür, dass das Jahr in rassigem Takt in die Gänge kommt. Ebenso leidenschaftlich und temperamentvoll bringt Diego Gonzalez südländische Tänze aufs Bühnenparkett – weil die Tanzpartnerin kurz- fristig ausgefallen ist, gekonnt improvisiert.

Roland Widmer macht beste Werbung für Arbon

Die zwanzigste Auszeichnung als Arboner des Jahres fällt diesmal Roland Widmer zu. Stadtrat Patrick Hug würdigt damit zum einen die Verdienste des Frontmanns des Organisationskomitees von Arbon Classics. Das Oldtimertreffen am See hätten er und seine Mitstreiter «vom einst beschaulichen Anlass zu einem Grossevent gemacht», würdigt Hug das ehrenamtliche Engagement. Arbon Classics strahle heute als gesellschaftlich wichtige Veranstaltung weit über Arbon und die Region hinaus und sei beste Werbung für die Stadt:

«Arbon hat sich zum Mekka für Oldtimerfans entwickelt.»

Zudem sei die wirtschaftliche Bedeutung nicht unerheblich, unterstreicht dies Hug allein schon mit dem Hinweis auf die Zahl der verkauften Würste. Massgeblich habe der ehemalige Saurer-Stift ausserdem mitgeholfen, der Arboner Bundesfeier, einem nicht wegzudenkenden Traditionsanlass, eine Zukunft zu sichern. 

Denn immer wieder war es eine Zitterpartie, ob sie überhaupt stattfinden würde, weil die Organisation «weitgehend offen» gewesen sei. «Da ist Roland Widmer in die Bresche gesprungen und hat seine Beziehungen spielen lassen.» Träger ist inzwischen ein neu gegründeter Verein.

 «Es ist immer schön zu sehen, wenn die Leute zufrieden sind», sagt Widmer.

Dass es so kommt, ist seine Motivation – und die grossen Leistungen zu zeigen, mit der innovative Firmen im Oberthurgau und in der Bodenseeregion das Verkehrszeitalter eingeläutet haben.

Stadtrat Patrick Hug (rechts) würdigt die Verdienste des Arboner des Jahres, Roland Widmer. (Bild: Max Eichenberger)

Stadtrat Patrick Hug (rechts) würdigt die Verdienste des Arboner des Jahres, Roland Widmer. (Bild: Max Eichenberger)

Leise, nachdenklich und fokussiert zum Abschied Den Energiepreis der Stadt überreichte Dennis Reichardt im Namen der Energiekommission Elmar Gutmann als Vertreter des Nahwärmeverbunds EBM. Dieser ist Teil des Energieparks Morgental, wo unter anderem über zwei Energiezentralen Abfallprodukte wie Klärgas und Altholz sowie über den Wärmeentzug beim Abwasser ökologisch Strom produziert wird. So können 1,5 Millionen Liter Öl eingespart und der CO2-Ausstoss verringert werden.

Die Finanzen wieder im Lot, und auch sonst gehe es Arbon eigentlich ganz gut, bilanziert Stadtpräsident Andreas Balg in seiner Neujahrsansprache – seiner letzten, bevor er dann im Juni im Stadthaus seinem Nachfolger Platz macht. So ist sie diesmal auch persönlich gefärbt.

Veränderungen, die anstehen, böten auch Chancen, die es zu nutzen gelte im Grossen wie im Kleinen. Den Fokus auf das zu richten, «was wir selber beeinflussen können» und «dem nachspüren, was wirklich wichtig ist», das hört sich schon wie eine Abschiedsbotschaft von Balg an. Als gutes «Format» erweisen sich beim Apéro die Bistro-Stehtische, um querbeet ins Gespräch zu kommen.