Interview

Auswanderer aus Romanshorn blicken im Schweizer Fernsehen zurück auf die letzten Jahre: Die Rückkehr in die Schweiz war kein Notfall

Am Samstag erzählen Christian und Jessica Grundlehner bei «SRF bi de Lüt» von ihrer Reise mit ihrem Segelschiff «Laya», ihrer Zeit auf Lanzarote und wie sie den Weg zurück in die Heimat gefunden haben. 

Chiara Arba
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Christian und Jessica Grundlehner mit Tochter Amyra nach der Rückkehr in die Schweiz im Jahr 2018.

Christian und Jessica Grundlehner mit Tochter Amyra nach der Rückkehr in die Schweiz im Jahr 2018.

(Bild: Andrea Stalder)

Worum geht es in der Sendung?

Christian Grundlehner: Die Sendung ist ein Rückblick. Sie ist jetzt, glaube ich, zehn Jahre alt geworden. Darum hat das Schweizer Fernsehen vier Familien gesucht, die in dieser Zeit dabei waren und gerne ein bisschen erzählen wollen über das, was sie jetzt tun, und was in der Zwischenzeit passiert ist.

Wo waren sie dabei?

Das Schweizer Fernsehen begleitete unsere Reise auf dem Segelschiff «Laya», mit dem wir 2016 in Lübeck mit unbekanntem Ziel in See gestochen sind.

Was hat Sie beide dazu bewogen mitzumachen?

Jessica Grundlehner: Wir haben bis jetzt gute Erfahrungen mit dem Schweizer Fernsehen gemacht. Es war eine spontane Entscheidung mitzumachen. Somit konnten wir einen schönen Tag mit den anderen Familien verbringen und sie auch kennen lernen.

Wie waren die Dreharbeiten für Sie?

Christian Grundlehner: Die Dreharbeiten dauerten einen Tag lang. Sie fanden an einem Samstag auf dem Vierwaldstättersee statt. Wir sind mit einem Schiff, das die Produzenten für diesen Tag gemietet haben, herumgefahren und haben Interviews gegeben beziehungsweise standen für Filmaufnahmen zur Verfügung. Gedauert hat das Ganze von 9.00 bis um 23.00 Uhr. Es war sehr spannend.

Haben Sie die Rückkehr in die Schweiz bereut?

Jessica Grundlehner: Wir sind nicht ganz freiwillig zurückgekommen, da wir in Lanzarote aus der Wohnung raus mussten und keine mehr fanden. Aber wir haben unsere Entscheidung zurückzukommen bis jetzt nicht bereut. Uns war es möglich, hier in der Schweiz wieder ein Nest zu bauen. Wir sind nicht die, die der Vergangenheit nachtrauen, sondern sehen in die Zukunft. Dass wir unser Leben so gestalten können, wie wir es wollen, ist uns wichtig.

Der Traum von den grossen Reisen ist ausgeträumt?

Jessica Grundlehner: Nein, der brennt noch in uns, aber er ist nicht vordergründig. Wir haben den Entscheid, dass wir in die Schweiz zurückgehen, auch ganz bewusst getroffen. Unter anderem auch, weil ich schwanger war und wir etwas Fixes gebraucht haben. Ich wollte nicht mit einem Neugeborenem hin und her zügeln. Dazumal habe ich meine Ruhe gebraucht. Um mit einer grösseren Familie einen neuen Lebensabschnitt zu starten, war die Schweiz sehr gut.

Was machen Sie beruflich?

Christian Grundlehner: In Lanzarote habe ich angefangen, mich als Freelancer selbstständig zu machen. Hier fing ich an mit eigenen Kunden, die ich schon vorher hatte, Aufträge zu erstellen. Parallel dazu habe ich selber neue Kunden gefunden. Nun biete ich Lösungen im Bereich Webseiten und Webshops an und berate Unternehmen bezüglich Digitalisierung und Automatisierung von Kundenprozessen. Das bin ich jetzt am ausbauen. Nebenbei habe ich noch ein anderes Projekt, ein Buch. Es dreht sich um die Frage, wie man erfolgreich wird. Jessica hat einen Kurs daraus zusammengestellt, welchen wir jetzt online vermarkten.

Sie kümmern sich hauptsächlich um die beiden Kinder, Frau Grundlehner?

Jessica Grundlehner: Natürlich bin ich zu 100 Prozent für die Kinder da. Sie gehen zwei Tage in der Woche in die Kita, damit ich mein Projekt fertigmachen konnte. Ich helfe Asthmaerkrankten mit einem Kurs zur Selbst-Therapie. Das kommt vor allem von meinen eigenen Erfahrungen. Nebenbei helfe ich natürlich auch noch Christian mit den ganzen Texten. Was ich gerne noch ausbauen würde, ist meine Arbeit als Nordic Walking-Instruktorin. Ich möchte mehr Kurse geben, weil es mir aufgrund meines Programmes gut geht und ich mehr Sport machen kann.

Samstag, 1. Februar, 20.10 Uhr, SRF 1, «SRF bi de Lüt»

ROMANSHORN: Sie sind reif für die Insel

Die Familie Grundlehner ist vor über einem Jahr in Lübeck mit ihrem Segelschiff auf unbestimmte Zeit in See gestochen. Mittlerweile sind die drei auf Lanzarote sesshaft geworden - zumindest vorübergehend.
Markus Schoch