Aus Luxus wird Mittelklasse: Vom ursprünglichen Plan eines Luxusresorts in Uttwil ist nicht mehr viel übrig

Mit den Bauten des Uttwiler «Le Port du Navire» geht es anders weiter als geplant.

Miguel Lo Bartolo
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Für das Resort am Reederweg in Uttwil liegt ein neues Konzept vor. (Bild: Reto Martin)

Für das Resort am Reederweg in Uttwil liegt ein neues Konzept vor. (Bild: Reto Martin)

Es kommt, aber anders als gedacht. Am Reederweg in Uttwil war ein eingezäuntes Luxusresort mit Seeblick geplant. «Le Pont du Navire» taufte der Architekt Stefan Böttle das Projekt. Dazu gehörten Überwachungskameras, resorteigene Sport- und Wellnessbereiche sowie ein Concierge – kurzum alles, was das Millionärsherz höher schlagen lässt. Der Wohnraum soll nun aber nicht mehr nur die Bedürfnisse der Superreichen abdecken, sondern auch jene der gehobenen Mittelschicht.

Als die Pläne für das architektonische Grossprojekt letztes Jahr bekannt wurde, sorgte das landesweit für Schlagzeilen. Es ging nicht lange, bis das Resort wegen seiner Umzäunung mit einer «Gated Community» verglichen wurde, einer abgeschlossenen Wohnanlage. Manch einer befürchtete sogar die Entwicklung einer Parallelgesellschaft. Das neue Konzept soll nun diese Befürchtungen entschärfen. Gleichwohl bleibt es aller Voraussicht nach bei der Umzäunung – und so setzen sich die Diskussionen rund um die «Gated Community» fort.

Dass vor allem Anwohner dem Projekt mehrheitlich mit gewisser Skepsis begegneten, zeigte Wirkung. «Nach intensiven Verhandlungen mit dem neuen Investor steht die Übernahme des Projektes unmittelbar bevor», bestätigt der Verwaltungsrat der LN Immo AG, Hans Peter Rohrer. Das Grundkonzept sei in Absprache mit den massgeblichen Projektbeteiligten überarbeitet worden. Die architektonische Form bliebe zwar unverändert bestehen, allerdings wolle man eine neue Zielgruppe ansprechen.

Weder Concierge noch Wellnessbereich

Sowohl in der Infrastruktur als auch im Dienstleistungsbereich sind gröbere Veränderungen geplant. Das «Hochgetragene» möchte der neue Investor nicht mehr. Die Idee eines Concierge-Services sei verworfen worden. Gleiches gelte für das Schwimmbad mit Wellnessbereich und der Garage für Oldtimer. Abstriche würden, auf Wunsch des Investors, ebenso im Bereich der bis anhin zu hoch angesetzten Raumausstattung erfolgen. «Die gehobene Ausstattung des Innenraums gehört nicht mehr zum Standardangebot.» Künftige Wohnungseigentümer müssten demnach für ausgefallene Sonderwünsche extra aufkommen. «Durch diese infrastrukturellen Massnahmen können ausserdem Unterhaltskosten für die Eigentümerschaft eingespart werden», sagt Rohrer. Wieso aber der plötzliche Kurswechsel?

Für Pärchen, Kinder und Senioren

Der neue Investor wünscht kein reines «Luxus-Resort» für Superreiche. Seiner Ansicht nach stellt die tolle Lage am See bereits grossen Luxus dar. Mit dem neuen Konzept werde zudem eine bedeutend grössere Zielgruppe angesprochen. Die Idee des Investors ist, dass junge Pärchen, Familien mit Kindern und auch Senioren das Resort beleben.

«Es soll eine Durchmischung nach dem Beispiel zahlreicher, neuzeitlich orientierter Wohnformen stattfinden.»

Das sagt Hans Peter Rohrer im Namen des Verwaltungsrates.

Neue Pläne für die Luxusresidenz in Uttwil

Le Port du Navire: Der ehemalige Hauptsitz der Reederei Hanseatic Lloyd wird zum Geschäftshaus. Der Bezug der beiden neuen Wohnbauten verschiebt sich um ein halbes Jahr.
Markus Schoch