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«Das zieht den Mitarbeitern den Boden unter den Füssen weg»: Verwaltungsratspräsident äussert sich zur Schliessung der Thurgauer Denipro

37 Mitarbeitende der Denipro AG in Weinfelden verlieren ihre Stelle. Bereits im vergangenen Oktober wurden 30 Stellen abgebaut. Mit Salamitaktik habe dies jedoch nichts zu tun, sagt Verwaltungsratspräsident Ralph Bouvard.
Mario Testa
Am Standort der Denipro AG in Weinfelden verlieren mehrere Dutzend Menschen ihre Arbeit. (Bild: Mario Testa)

Am Standort der Denipro AG in Weinfelden verlieren mehrere Dutzend Menschen ihre Arbeit. (Bild: Mario Testa)

Schock für die Mitarbeitenden der Denipro AG am Dienstagmorgen. Um 9 Uhr informierte Verwaltungsratspräsident und Interims-Geschäftsführer Ralph Bouvard die Belegschaft darüber, dass der Produktionsstandort Weinfelden Ende April geschlossen und die Produktion ins Mutterhaus nach Hinwil verlegt werden soll. Von 50 Mitarbeitern sind 37 vom geplanten Stellenabbau betroffen, die anderen können auf Wunsch am Hauptsitz in Hinwil weiter arbeiten. «Für die Mitarbeiter, die ihre Stelle verlieren, haben wir einen Sozialplan ausgearbeitet. Aus unserer Sicht ist es ein fairer Sozialplan», sagt Bouvard. «13 Mitarbeiter, darunter die vier Lernenden, bekommen ein Angebot von uns, am Standort Hinwil weiter zu arbeiten.»

Die Kündigungen seien noch nicht ausgesprochen worden. Bouvard sagt:

«Die Mitarbeitenden haben nun zwei Wochen Zeit, um im Konsultationsverfahren noch Vorschläge zum Sozialplan einzubringen. Die Kündigungen mit zweimonatiger Frist werden Ende Februar ausgesprochen.»

Im Sozialplan sind die Entschädigungen geregelt, je nach Dauer der Anstellung bei der Denipro erhalten die Mitarbeitenden ein bis drei zusätzliche Monatslöhne. «Mitarbeitern die älter als 50 Jahre sind, machen wir auch ein Outplacement-Angebot; sie bekommen Weiterbildungen und Beratungen für die Jobsuche.»

Verwaltungsrat dementiert Salamitaktik

Bereits im vergangenen Oktober wurden bei der Denipro schrittweise 30 Stellen abgebaut. Das Geschäft der Intralogistik wurde in Hinwil zentralisiert. Damit verblieb für Weinfelden nur noch die Produktion von Massenteilen, also Klammern und Ketten von Förder- und Sortieranlagen, für die grafische Industrie.
Dass dieser Bereich wenige Monate später nun auch nach Hinwil verlegt wird, habe nichts mit Salamitaktik zu tun, beteuert Bouvard.

«Das ist es definitiv nicht. Im Herbst waren wir noch fest davon überzeugt, den Standort Weinfelden halten zu können. Wir haben in der Geschichte des Unternehmens nie vorschnell Personal abgebaut.»

Grund für die erneute Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter am Dienstagmorgen in Weinfelden seien die schlechten Prognosen für das Geschäft mit den Verteil- und Sortieranlagen. «Die Printmedien brechen schneller ein als befürchtet. In den vergangenen Wochen kamen kaum noch Aufträge rein.» Somit könne der Standort Weinfelden aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr gehalten werden – es gelte, die Kräfte in Hinwil zu bündeln.

Für ihn, der alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Namen kenne und duze, sei es ein sehr schmerzhafter Schritt gewesen, ihnen die mögliche Betriebsauflösung bekannt zu geben, sagt Bouvard. «So eine Nachricht zieht ihnen natürlich den Boden unter den Füssen weg. Aber bei der Bekanntgabe blieb es ruhig – es gab auch keine Fragen. Wir sind bestrebt, gerade auch für die Härtefälle Lösungen zu finden.»

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