Aus für das Luxusresort in Uttwil? Jetzt wollen die Besitzer das Projekt verkaufen

Beim früheren Firmensitz der Hanseatic Lloyd war ein grosses Anwesen mit Rundumservice geplant. Erst wurde das Konzept wegen Kritik überarbeitet, dann gerieten die Bauarbeiten ins Stocken. Nun kommt es gar zu einem Wechsel bei den Investoren.

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Hier sollte ursprünglich eine Luxusresidenz gebaut werden.

Hier sollte ursprünglich eine Luxusresidenz gebaut werden.

Reto Martin

(tva/lex) Die Pläne haben schweizweit zu reden gegeben: In Uttwil, dem idyllischen Dorf am See, war beim früheren Hauptsitz der Reederei Hanseatic Lloyd ein Luxusresort geplant. Im sogenanten Le Port du Navire sollten die Bewohner wie im First Class Hotel leben. Angedacht und bewilligt waren 17 Luxus-Wohnungen für sehr vermögende Leute mit diversen Besonderheiten. So sollte das Projekt unter anderem eine 24-Stunden-Überwachung beinhalten, eine Tiefgarage mit 51 Parkplätzen, einen Concierge- und Chauffeur-Service sowie Wellness- und Sportanlagen. Zudem sollte die Wohnanlage durch einen Zaun abgetrennt und so zu einer «Gated Community» werden.

Doch kurze Zeit später wurde Kritik laut, vor allem Anwohner begegneten dem Projekt mehrheitlich mit Skepsis. Das zeigte Wirkung. «Das Grundkonzept ist in Absprache mit den massgeblichen Projektbeteiligten überarbeitet worden», sagte Hans Peter Rohrer, Verwaltungsrat der LN Immo AG, im November 2019. Die architektonische Form bliebe zwar unverändert bestehen, allerdings wolle man eine neue Zielgruppe ansprechen.

Im Frühjahr 2018 begannen die Bauarbeiten. Allerdings gerieten sie noch Ende desselben Jahres ins Stocken. Seither ist es ruhig um das Projekt geworden. Wie «SRF» gestern Donnerstag berichtet, wollen die Besitzer der LN Immo AG das Luxusresort nun an eine Investorengruppe veräussern. Dies nach fast einjährigen Verhandlungen. Wer die neuen Investoren sind, will Rohrer gegenüber SRF nicht sagen. Auch über den Kaufpreis schweigt er sich aus.

Differenzen und Meinungsverschiedenheiten

Was aber ist der Grund für die Übernahme? Rohrer sagt, dass es Differenzen mit ausländischen Wohnungsinteressenten sowie Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Aktionariats gegeben habe. Es sollen nun nicht mehr 17 Luxus-Wohnungen entstehen, sondern neu 22 Wohnungen im gehobenen Standard. Auch nicht mehr vorgesehen ist der erwähnte Zaun, der die Anlage abgrenzen soll.

Die Investoren wollen nun Mitte August mit dem Verkauf der Wohnungen zum Preis von 9000 Franken pro Quadratmeter beginnen. Gemäss den Verantwortlichen ist ein Drittel der Wohnungen bereits von möglichen Käufern reserviert. Die Fertigstellung des Bauprojekts ist für 2022 geplant.

Die Gemeinde kennt keine Einzelheiten

Richard Stäheli, Gemeindepräsident von Uttwil.

Richard Stäheli, Gemeindepräsident von Uttwil.

Donato Caspari

Richard Stäheli, Gemeindepräsident von Uttwil, sagt auf Anfrage unserer Zeitung:

«Dazu haben wir nichts zu sagen.»

Für das frühere Projekt sei die Baubewilligung abgelaufen, zur Zeit werde abgeklärt, ob diese verlängert werden könne. «Der Verkauf und die Realisierung des Projekts erfolgen dann von uns unabhängig. Die Gemeinde begleitet einfach den Prozess.»

Stäheli resümiert: «Ich weiss auch rein gar nichts.»

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