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In Toronto endet der Eishockeytraum einer jungen Thurgauerin

Ein Auslandaufenthalt in Kanada entpuppt sich für NLA-Goalie Roxanne Kis nicht als der erhoffte Karriere-Schritt. Jetzt beendet die 21-jährige Kreuzlingerin ihre Sportlerkarriere und bildet sich beruflich weiter.
Daniel Monnin
Roxanne Kis nimmt auch viele gute Erinnerungen von der York University mit. (Bild: Kenny Edwards)

Roxanne Kis nimmt auch viele gute Erinnerungen von der York University mit. (Bild: Kenny Edwards)

Eigentlich war alles anders geplant, als Roxanne Kis vor 15 Monaten nach Kanada zog. Ihre Eishockey-Ausbildung in Weinfelden, Frauenfeld, Bülach sowie in den USA und Kanada hatte sie hinter sich – ebenso 40 Spiele in der NLA der Frauen mit Reinach und Weinfelden. Sie war bereit, den nächsten Karriereschritt in Angriff zu nehmen und zog nach Toronto an die York University. Das Universitätsteam, die York Lions, hatten der Thurgauerin den roten Teppich ausgerollt. «Ich war überzeugt, den richtigen Schritt im richtigen Zeitpunkt getan zu haben, als ich den Vertrag mit dem Uni-Team unterschrieben und mich für ein Wirtschaftsstudium entschieden hatte», sagt Kis heute. In den Jahren zuvor hatte sie bereits einen Teil ihrer Schuljahre im nur 70 Kilometer entfernten Burlington absolviert und bei einer Gastfamilie gelebt.

Ich war statistisch gesehen der beste der drei Goalies, doch das reichte komischerweise nicht aus, um die Nummer eins zu werden.

Alles sei perfekt gewesen – zumindest zu Beginn. «Wie für meine Pläne geschaffen», so Kis. Sie wohnte auf dem Campus, die Eishalle lag nur einen Steinwurf entfernt. Auch im Team mit seinen drei Torhüterinnen schien alles in Minne. «So, wie ich das zuvor mehrmals mit Headcoach Dan Church besprochen hatte.» Die Beste sollte jeweils spielen, das war so abgemacht. Doch schon bald kam alles anders. «Zugegeben», sagt Kis, «ich habe mein erstes Spiel in der Vorbereitung verhauen, doch danach konnte ich mich steigern.» Das war in den Augen ihres Trainers offensichtlich nicht genug. Denn Roxanne Kis spielte in seinen Plänen bald nur eine noch untergeordnete Rolle.

Beim Trainer in Ungnade gefallen

Die anfängliche Begeisterung wich nach und nach dem Frust. «Obwohl ich in den Trainings enorm profitieren konnte und auch immer topmotiviert war», sagt Kis. Die Tatsache, dass die Kommunikation mit dem Headcoach praktisch inexistent war und sie nur wenig zum Einsatz kam, hinterliess ihre Spuren. «Ich war statistisch gesehen mit einer Abwehrquote von 93,3 Prozent der beste der drei Goalies, doch das reichte komischerweise nicht aus, um die Nummer eins zu werden.» An der Motivation auf dem Eis habe es ihr nie gefehlt, sagt sie, «doch meine Gefühle und meine Laune fuhren Achterbahn.»

Vom Eis an den Schreibtisch

Langsam aber sicher setzte sich die Erkenntnis durch, dass eine Rückkehr in die Schweiz wohl die beste Lösung ist. «Für eine Frau ist eine gute Berufsausbildung extrem wichtig», sagt Kis. «Mit dem Eishockey lässt sich kein Geld verdienen.» Deshalb entschloss sie sich, den Fokus auf die Ausbildung zu legen. Im April unterzeichnete sie einen Vertrag für ein Praktikum bei der St. Galler Kantonalbank in Rheineck, das sie Anfang August beginnen wird. «Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung.» Sie wolle sich voll und ganz auf die berufliche Ausbildung konzentrieren. Dem Eishockey bleibt sie trotzdem treu. Nächstes Jahr will sie die Ausbildung zur Goalietrainerin absolvieren.

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