Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Aus dem Platz wird Abfall: Grüne Kritik an der Kreuzlinger Kunstrasenplatz-Vorlage

Kurz vor der Volksabstimmung über den Kunstrasenplatz im Döbeli wird Kritik laut am 2,85-Millionen-Projekt. Es gebe bessere Lösungen als tonnenweise Plastik auszubreiten.
Urs Brüschweiler
Die Skizze zeigt, wie das Kunstrasenfeld auf dem Döbeli aussehen würde. (Bild: PD)

Die Skizze zeigt, wie das Kunstrasenfeld auf dem Döbeli aussehen würde. (Bild: PD)

Lange sah es so aus, als werde der Volksentscheid ein Selbstläufer für die Sportler. In der Novembersitzung des Gemeinderates ging das Kunstrasenfeld für die AS Calcio noch einstimmig durch. Vielleicht aber auch, weil es sich die Politiker – die Wahlen vor Augen – nicht mit den Sportlern verscherzen wollten. Aber dass ein Kunstrasen aus ökologischer Sicht keine Ideallösung sein kann, bemerkten schon damals einige Parlamentarier.

So viel Plastik wie eine Million Pet-Flaschen

Nun, wenige Wochen vor der Volksabstimmung, melden sich auch Stimmen zu Wort, die das Projekt aus diesem Grund zur Ablehnung empfehlen. Brigitta Engeli, Bezirkspräsidentin der Grünen und der Grünliberale Ex-Kantonsrat Klemenz Somm scheuen die Konfrontation nicht. Letzterer sagt:

Klemenz SommGrünliberale Partei Kreuzlingen(Bild: Reto Martin)

Klemenz Somm
Grünliberale Partei Kreuzlingen
(Bild: Reto Martin)

«Je tiefer ich mich mit der Materie beschäftige, umso mehr komme ich zur Überzeugung, dass man den Platz so nicht bauen sollte.»

35 Tonnen Plastik müssten nach 12 bis 15 Jahren entsorgt werden, hat Somm ausgerechnet. Dass die öffentliche Hand vorsätzlich schädlichen Abfall produziere und so zur CO2-Schleuder werde, sei nicht zeitgemäss.

Es gibt heute bessere Lösungen

Ausserdem gebe es heute bessere Lösungen. Neue durchlässige Naturrasenfelder würde Regen nicht mehr so viel ausmachen. Ausserdem wäre das langfristig günstiger, wenn man die Entsorgung und Neubeschaffung des Kunstrassen in den Vergleich miteinbeziehe. Auf jeden Fall könne man die Nutzungsdauer eines Spielfeldes auch mit richtigem Gras erhöhen.

Brigitta Engeli sagt:

Brigitta EngeliBezirkspräsidentin Grüne Partei(Bild: PD)

Brigitta Engeli
Bezirkspräsidentin Grüne Partei
(Bild: PD)

«Ein zweites Kunstrasenfeld in der Stadt wäre zwar ‹nice to have›, aber es ginge auf Kosten der Umwelt.»

Aber es gebe Alternativen oder dann müsse man halt mit dem auskommen, was man habe. Der Bedarf an Spielfeldern sei in der Abstimmungsbotschaft zu grosszügig ausgewiesen. «Nicht jedes Junioren-Team braucht einen ganzen Platz für ein Training.» Oft würden die Mannschaften auf dem Halbfeld spielen. Nach ihrer Rechnung reichten die vorhandenen vier Naturfelder und der eine Kunstrasenplatz durchaus, beziehungsweise ein zusätzlicher Naturrasen würde sicher genügen. «Bei der ausgewiesenen Nutzung gibt es sicher Luft nach oben», sagt Engeli.

Es entsteht Mikroplastik

Und selbstverständlich entstünde auch beim sogenannten unverfüllten System Mikroplastik durch den Abrieb, was für die Umwelt natürlich problematisch sei. Engeli gibt auch zu bedenken, dass es auch Fussballer gebe, welche Kunstrasen wegen möglicher Schürfwunden nicht mögen.

Nichts gegen die Sportler

Argumente haben Engeli und Somm einige zusammengetragen. Beide betonen aber, dass sie natürlich nichts gegen die Fussballer haben und die Jugendarbeit der Vereine sehr schätzten. Oder wie es Klemenz Somm sagt: «Wir würden es ihnen von Herzen gönnen, aber das Projekt hat zu viele Mängel.»

Die Vorlage

Am 10. Februar befinden die Kreuzlinger Stimmberechtigten über einen Kredit von 2,85 Millionen Franken für die Erstellung eines Kunstrasenplatzes im «Döbeli». Geplant sind zwei Stadionstufen mit 200 Sitz- oder Stehplätzen, eine Beleuchtung sowie eine ökologische Ausgleichsfläche in Form eines Retentionsbeckens. Bei einem «Ja» soll im November mit dem Bau begonnen werden und im Frühling 2020 könnte der Spielbetrieb aufgenommen werden. Hauptnutzerin des Platzes wäre die AS Calcio.

Die Argumente des Pro-Komitees stellte unsere Zeitung am 10. Januar vor.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.