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Aus dem Empfangszentrum Kreuzlingen wird ein Ausreisezentrum: Flüchtlings-Hilfswerk bereitet sich vor

Nächstes Jahr kommt ein grosser Wechsel auf die Stadt zu: Das Empfangszentrum für Asylbewerber wird zum Ausreisezentrum. Das «Agathu» hofft auf Klärung der Auswirkungen am kantonalen Flüchtlingstag.
Viviane Vogel
Sind gespannt auf den Flüchtlingstag: Imam Rehan Neziri, Uwe Moor und Elisabeth Hofmann (Agathu), der reformierte Pfarrer Damian Brot und Agathu-Präsident Karl Kohli. (Bild: Viviane Vogel)

Sind gespannt auf den Flüchtlingstag: Imam Rehan Neziri, Uwe Moor und Elisabeth Hofmann (Agathu), der reformierte Pfarrer Damian Brot und Agathu-Präsident Karl Kohli. (Bild: Viviane Vogel)

Wie kann ein Wechsel von der Willkommens- zur Abschiedsgesellschaft erfolgreich eingeleitet werden? Wie Uwe Moor, Historiker und Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks Agathus am Montag in einer Medienkonferenz betonte, wird eines gleich bleiben: «Sicherheit wird vermittelt durch Beschäftigung.» Es gilt konkret, den geflüchteten Menschen Möglichkeiten einzuräumen, um ihren Alltag ein wenig zu strukturieren. Ansonsten besteht noch viel Klärungsbedarf. Der kommende Flüchtlingstag und die dazugehörenden Veranstaltungen, die vom 17. und bis 6. Juli dauern werden, sollen da weiterhelfen. Ab 2019 tritt nämlich ein neues Asylgesetz in Kraft. Das Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen wird zum Ausreisezentrum. Es kommen also ab 2019 nicht mehr Asylbewerber nach Kreuzlingen, die noch warten, sondern diejenigen, welche schon einen negativen Bescheid erhalten haben. Das Agathu muss sich darauf vorbereiten.

Ein Raum für Normalität

Diese Vorbereitung umfasst unter anderem eine Podiumsdiskussion. Uwe Moor, Elisabeth Hofmann und Karl Kohli, alle vom Agathu, sind sich einig, eine interne Fortbildung könnte kaum lehrreicher werden. Und auch für Externe werden diese Veranstaltungen bereichernd sein. Nach dem Flüchtlingstag und der Podiumsdiskussion folgen eine Vernissage und einige Veranstaltungen dazu. Der Teil-Verein vom Agathu, «Fremde und wir», versucht nämlich, Kindern Sicherheit durch Beschäftigung zu vermitteln. Hofmann sagt, es gehe darum, geflüchteten Kindern einen Raum für Normalität zu geben. Die Bilder, die nun in diesem Raum entstanden sind, werden in dieser Vernissage ausgestellt sein. Vorher wird ein ökumenischer Gottesdienst gehalten, wo der Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, Damian Brot, der Seelsorger der katholischen Landeskirche, Bruno Schwaller und der Imam der albanisch-islamischen Gemeinschaft, Rehan Neziri, gemeinsam predigen werden. Die albanisch-islamische Gemeinschaft unterstützt das Agathu finanziell, denn sie fühlt sich verantwortlich für die muslimischen Flüchtlinge.

«Es ist eindrücklich, wie viel Potenzial und Ressourcen diese Kinder mitbringen, trotz den Umständen.» - Elisabeth Hofmann, Fremde und Wir

Lokale Entwicklungshilfe

Welche Funktion kann nun eine Zivilgesellschaft in einem juristisch festgelegten Ablauf übernehmen? Vom diesjährigen Flüchtlingstag erhoffen sich Hofmann, Moor und Kohli Antworten auf diese schwierige Frage. Grundsätzlich, so Kohli, kämen weiterhin Flüchtlinge an, die Ansprechpartner bräuchten und die auf Integration vorbereitet werden müssen. Mit dem neuen Ausreisezentrum ändere sich nun das Ziel und die Art der Integration. Gelingt der Wechsel in Kreuzlingen, so ist sich Moor sicher, kann hier lokal Entwicklungshilfe geleistet werden, welche bestenfalls hinaus in die Welt getragen wird.

Veranstaltungen zum Flüchtlingstag

- Am Donnerstag, 14. Juni, findet im Kult-X-Saal, in der Hafenstrasse 8, um 20 Uhr ein Filmabend statt. Gezeigt wird «Als Paul über das Meer kam».

- Am Samstag, 16. Juni ist der kantonale Flüchtlingstag. Die Podiumsdiskussion findet um 17 Uhr im Ulrichshaus, Gaissbergstrasse 1, statt. Darauf folgt ein Apéro und um 19.30 Uhr abends wird ein Film gezeigt.

- Ab Sonntag, 17. Juni bis Freitag, 6. Juli findet die Ausstellung «Bilder auf der Flucht» bei der Kirche Kurzrickenbach statt. Eröffnet wird sie durch einen ökumenischen Gottesdienst (9.45).

- Am Freitag, 22. Juni um 19.30 Uhr sprechen im Open Place, Bleichestrasse 9, ein Kunsttherapeut und ein Kinderpsychiater über die Bilder.

- Am Samstag, 30. Juni findet ein «Kreatives Gestalten» von 14 bis 19 Uhr statt (Open Place).

- Die Finissage ist am Freitag, 6. Juli um 19.30 Uhr mit einem Erzählabend mit Carola Schaad (Open Place).

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