Auf Erinnerung wird Arboner Geschichte

Das Historische Museum plant eine neue Ausstellung. Sie will den emotionalen Wert der Stadt zeigen.

Lara Jörgl
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Die Museumsgesellschaft plant eine Ausstellung in der Ausstellung mit dem Titel «Objekte erzählen Geschichte». Worum geht es?

Achim Schäfer  Präsident des Historischen Museums Arbon (Bild: PD)

Achim Schäfer
Präsident des Historischen Museums Arbon (Bild: PD)

Wenn man in Arbon lebt, baut man eine Beziehung zum eigenen

Wohn-, Lebens- und Arbeitsort auf. Man ist emotional mit seiner Heimat verbunden, ob nun im positiven oder auch im negativen Sinne. Wir sind uns sicher, dass in vielen Arboner Haushalten Gegenstände schlummern, die den persönlichen Bezug zu dieser Stadt bildlich darstellen. Ich zum Beispiel habe noch ein Namensschild als Stadtführer, das mich immer wieder an meine Anfänge hier erinnert. Wahrscheinlich existieren viele solche Stücke, welche die individuelle Verbundenheit mit dem Städtli zeigen. Wir wären froh, wenn Arboner diese Stücke mit uns teilen würden und damit eben diese Verbundenheit zum Ausdruck bringen.

Welche Gegenstände sollen gezeigt werden?

Das Objekt soll in Verbindung mit Arbon stehen und den persönlichen Bezug aufzeigen. So ist uns beispielsweise bereits schon ein Modell des Lindi-Brunnens angeboten worden. Über dieses Modell kann eine interessante Geschichte erzählt werden.

Und welche nicht?

Objekte ausschliessen möchte ich nicht, es sei denn, es handelt sich um Stücke wie Grafiken, die schon in der Sammlung vorhanden sind. Aber eine Arboner Grafik, die vielleicht immer wieder gezügelt wurde, vielleicht sogar einmal von Arbon weg und später wieder zurückgekehrt ist. Eine solche Grafik würde auch sehr schön die Verbundenheit mit Arbon zeigen. Immerhin verweist sie so auf die tiefe Verwurzelung mit Arbon. Gerade wenn sie eine Person das ganze Leben lang so bewegt hat, ist es ein Hingucker.

Wer erzählt die Geschichten?

Beschriftungen an den Objekten erzählen kurz und bündig die Geschichte. Im Rahmenprogramm werden wir dann in Führungen die Geschichten ausgedehnter erzählen und vielleicht finden sich sogar die Eigentümer ein und erzählen ihre Geschichte selbst. Sie können den emotionalen Wert ja am besten beschreiben. Aber das ist bloss ein Vorschlag.

Was ist das Ziel?

Unser Ziel ist es, aufzuzeigen, wie breit die Verbundenheit mit Arbon ist und wie unterschiedlich die Gründe für eine solche Verbundenheit sein können. Letztendlich beantwortet jeder für sich die Frage «Was ist Heimat?» individuell, jeder wird eine andere Antwort zu dieser Frage finden.

Wie muss man vorgehen, wenn man ein Objekt zur Verfügung stellen will?

Am besten bietet sich eine Nachricht an mich unter der E-Mail-Adresse achim.schaefer@museum-arbon.ch an, aber auch jedes andere Vorstandsmitglied kann angesprochen werden. Dazu gehören unter anderem Peter Gubser, Albert Kehl oder Erika Mock.

Wie entstand die Idee zu dieser Ausstellung?

Die Idee wurde von einem Vorstandsmitglied des Museums in den Vorstand hineingetragen und dann auch akzeptiert. Der Auslöser war eine ähnliche, kleinere Ausstellung unter dem Namen «Herzenssachen».

Zum Museum

Das Historische Museum Arbon hat das ganze Jahr über jeden Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Jeden zweiten Sonntag im Monat gibt es um 10.30 Uhr eine spezielle Führung zu einem Thema Stadtgeschichte. Jährlich kommen bis zu 2000 Besucher ins Schloss, um der 5500-jährigen Geschichte Arbons nachzuspüren. (laj)