Auf ein Jahr zum Verlieben in Roggwil

Lüpfige Musik, launige Worte und ein leckeres Buffet: Die Roggwiler starten am Berchtoldstag gut gelaunt ins 2019.

Max Eichenberger
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Appenzeller Musik und eine Lesung: Die Roggwiler begrüssen im Schloss gemeinsam das neue Jahr. (Bild: Max Eichenberger)

Appenzeller Musik und eine Lesung: Die Roggwiler begrüssen im Schloss gemeinsam das neue Jahr. (Bild: Max Eichenberger)

Der Brunnen plätschert vor sich hin. Hell leuchtet der stattliche Weihnachtsbaum am Rande des Schlossplatzes zum Dorfzentrum hin. Es weht ein frostiger Wind. Die Besucher des Neujahrsgottesdienstes strömen aus der Kirche gegenüber. Ein Teil steuert direkt herüber. Zur weltlichen Neujahresbegrüssung, wozu der Gemeinderat eingeladen hat.

Nicht wie vorgesehen, wenn das Wetter mitgespielt hätte, auf dem Schlossplatz wird der Begrüssungspunsch ausgeschenkt. Lichtkerzen weisen den Weg. Mit den Pappbechern voller Punsch in der Hand steigt eine gute Hundertschaft die enge Holztreppe hoch in den Barocksaal des Schlosses.

Ein Gemeindepräsident, der alle mit Namen begrüsst

Einer sportlichen Aufgabe stellt sich am Saaleingang Gemeindepräsident Gallus Hasler: jeden Besucher mit Namen zu begrüssen. Er wird es auch diesmal schaffen. Auf dem Land, da kennt man sich halt noch. Und so sind im Barocksaal beim Anstossen denn auch praktisch alle «per Du».

An den Bistrotischen oder in den flankierenden Stuhlreihen lauschen sie den Worten von Gemeindepräsident Hasler. Wenn er die Roggwiler willkommen heisse, dann seien darin die Freidorfer und die Bewohner der verzettelten Weiler eingeschlossen, betont er schmunzelnd. Mit lüpfigen Klängen erfüllt das Trio Christa Matzenauer (Cello), Annemarie Knechtle (Kontrabass) und Charly Baur (Akkordeon) den Saal. Dazwischen trägt Anita Glunk in kernigem Appenzeller Dialekt Geschichten und Gedichte aus ihrem neuen Band «Zimmer zwää mit Absicht» vor – passend ausgewählt an der Schwelle eines neuen Jahres.

«Tragt Sorge zur Zeit, sie ist bald schon wieder vorbei»

«Gebt Euch die Chance und die Erlaubnis, Euch zu verlieben», in was, sei einerlei: «Das kann auch eine Blume sein», gibt Glunk als Motto mit auf den Weg ins Jahr und: «Tragt Sorge zur Zeit», sie sei schon bald wieder vorbei.

Pfarrer Hans Ulrich Hug und Gemeindeseelsorgerin Judith Romer-Popp hätten das am vorangegangenen ökumenischen Gottesdienst nicht besser sagen können. «Verliebt» ist denn auch der Titel einer Kurzgeschichte, worin sich das Gefühl und der Verstand duellieren. Musikalische Zugaben leiten über, mit perlenden Getränken auf das neue Jahr anzustossen. Es hat noch alle Zeit, Gefühle zuzulassen.