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Auf dem Weg nach Tokio (1): Heidi Diethelm Gerber – eine weitere Operation und eine neue Pistole

Vor den Olympischen Spielen in Tokio berichten Ostschweizer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler für tagblatt.ch regelmässig über ihre Vorbereitungen für den Grossanlass im Sommer. 2016 in Rio den Janeiro gewann die Thurgauer Schützin Heidi Diethelm Gerber die Bronzemedaille.

Daniel Good
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Heidi Diethelm Gerber im Weinfelder Schiessstand genau drei Jahre nach dem sensationellen Olympiamedaillengewinn und ein Jahr vor den Olympischen Spielen 2020

Heidi Diethelm Gerber im Weinfelder Schiessstand genau drei Jahre nach dem sensationellen Olympiamedaillengewinn und ein Jahr vor den Olympischen Spielen 2020

Ralph Ribi

Wie man es als Sportschützin fast erwarten konnte, lag an Weihnachten eine neue Luftpistole unter dem Christbaum. Erfolgreicher bin ich zwar mit der Sportpistole. Aber es ist für mich immer gut, wenn ich mich über zehn Meter mit der Luftpistole wettkampfmässig einschiessen kann.
In meiner Spezialdisziplin, in der ich vor vier Jahren die olympische Bronzemedaille gewann, geht es auf eine Distanz von 25 Metern.

Die Wettkämpfe mit der Sportpistole sind zweigeteilt. Am ersten Tag geht es um die Präzision, am zweiten Tag – grob gesagt – um die Reflexe. Es gilt, im Schnellfeuer in sehr kurzer Zeit möglichst viele Treffer zu verbuchen. Wenn man dann sehr gut ist, darf man auch noch zum Final der besten acht Schützinnen antreten.

Diesmal an der rechten Schulter operiert

Ich freue mich über die neue Luftpistole. Doch diese ist zu Beginn des neuen Jahres nicht die grösste Herausforderung. Ich wurde nämlich wieder operiert – diesmal an meiner rechten Schulter. Somit hatte ich abermals eine lange Reha-Phase von Oktober bis Ende Jahr.

Zudem stecke ich voll im Kraftaufbau. Deshalb gab es auch über die Festtage keine ausgelassenen Partys zu feiern. Ich musste vielmehr fleissig an Kraft, Beweglichkeit und Koordination arbeiten, damit ich das Schiesstraining im neuen Jahr möglichst optimal wieder aufnehmen konnte. Bereits seit dem Montag weile ich für fünf Tage in Magglingen im Trainingslager, wo ich meine ersten längeren Schiesseinheiten absolviere.

Zuversicht trotz Verletzungspech

Ich bin trotz der neuerlichen Operation sehr zuversichtlich für das olympische Jahr. Denn ein sehr gutes und erfahrenes Ärzte- und Physioteam kümmert sich um mich. Ich fühle mich in allen Belangen bestens versorgt. Somit sollte einem guten Start ins neue Jahr nichts im Wege stehen. Ende Januar steht mir mit dem IWK München auch ein erster Wettkampftest mit der Luftpistole bevor. Sozusagen eine erste Standortbestimmung.

Zuerst Lehrgeld, dann eine Medaille

Im Sommer nehme ich zum dritten Mal die Olympischen Spiele ins Visier. In London 2012 zahlte ich Lehrgeld, obschon ich Europameisterin war. Aber Rio 2016 war ein durchschlagender Erfolg.