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Auch die vierte Generation der Amriswiler Pfadi-Dynastie ist allzeit bereit

Als Kurt Iseli 1931 in die Amriswiler Pfadi eintrat, dachte er wohl kaum daran, dass 87 Jahre später auch seine Urenkel einst die blaurote Krawatte tragen werden. Im Sommerlager der Pfadi Leuefels hat er einen Augenschein und das Mittagessen eingenommen.
Manuel Nagel
Abteilungsleiterin Eveline Angehrn v/o Slaja, Björn Rutishauser v/o Peregrin mit seinen Söhnen Sören und Thorben, deren Urgrossvater Kurt Iseli, Raphael Stucki v/o Passepartout, Präsident der Pfadi Amriswil und Abteilungsleiter Armin Germann v/o Picco sind im Sommerlager der Amriswiler Biber, Wölfe und Pfader auf dem Räuchlisberg. (Bild: Manuel Nagel)

Abteilungsleiterin Eveline Angehrn v/o Slaja, Björn Rutishauser v/o Peregrin mit seinen Söhnen Sören und Thorben, deren Urgrossvater Kurt Iseli, Raphael Stucki v/o Passepartout, Präsident der Pfadi Amriswil und Abteilungsleiter Armin Germann v/o Picco sind im Sommerlager der Amriswiler Biber, Wölfe und Pfader auf dem Räuchlisberg. (Bild: Manuel Nagel)

Es ist ein wahres Festmahl, welches die Pfader in der Feuerstelle im Wald hingezaubert haben. Es gibt Kartoffeln und Rüebli, die in der Glut gekocht wurden, dazu Sauce und ein Schlangenbrot, welches noch um den Stecken gewickelt ist. Und das Spiegelei ist auf einem Spaten gebraten worden, der selbstverständlich vorher gründlich geputzt wurde. Doch das Dessert setzt dem Mittagessen die Krönung auf: Apfel und Bananen mit Schoggi gefüllt, die im Feuer geschmolzen ist.

Man spürt förmlich den Respekt der jungen Pfader, als sie dem Ehrengast die Speisen servieren. Der 93-jährige Kurt Iseli ist immerhin schon seit 87 Jahren Pfader, trat 1931 den Amriswiler «Wölfli» bei.

In die Pfadi zu gehen ist wieder im Trend

«Das war noch richtig militärisch damals», erzählt Kurt Iseli und erinnert sich. «Wir haben uns beim Pfadilokal, dem ehemaligen Wöschhüsli des Pfarrhaus, besammelt und sind dann jeweils in Zweierkolonne zum Gizehuser Wald gelaufen.» Beim Pistolenhäuschen seien sie in den Wald hineingegangen. Damals, in den dreissiger Jahren, habe es auch noch nicht so viele Möglichkeiten für Kinder gegeben, um irgendwo mitzumachen, sagt Iseli. In Erinnerung geblieben ist ihm aber, dass die Pfadi – obschon sie konfessionsneutral ist – in Konkurrenz zur katholischen Jungwacht stand.

Heutzutage sei das Freizeitangebot sehr gross, was auch sie spüren würden, sagt Eveline Angehrn, Abteilungsleiterin der Amriswiler Pfadi. Dennoch habe man aktuell keine Mitgliedersorgen. «Bei der ganzen Digitalisierung ist aktuell im Trend, dass Eltern ihre Kinder wieder vermehrt in der Natur sehen wollen», berichtet Angehrn von ihren Erfahrungen mit Eltern.

Auch Björn Rutishauser schickt deshalb seine beiden Söhne Thorben und Sören in die Pfadi. «Und auch wegen der Werte, die in dort vermittelt werden», sagt Rutishauser. Die beiden «Biber» sind die Urenkel von Kurt Iseli, und selbstverständlich waren auch dessen Enkel Björn und Tochter Lisa Rutishauser schon Mitglied in der Pfadi.

Eine richtige Pfadi-Dynastie sei es, sagt Raphael Stucki, Präsident der Amriswiler Pfader, der kürzlich in der Chronik geblättert hat. Kurt Iselis Brüder und viele ihrer Nachkommen seien ebenfalls Pfadfinder gewesen. Kurt Iseli verhehlt nicht, dass er stolz darauf ist, dass schon die vierte Generation der Familie aktiv dabei ist.

Es bleiben Freundschaften fürs Leben

Auch wenn der Umgangston früher etwas zackiger war und man die Krawatte ordentlicher band, so blieb etwas doch über alle Generationen hinweg gleich: Die Kameradschaft stand und steht an erster Stelle. Björn Rutishauser erinnert sich, dass er mit seinen Freunden in der Pfadi gemorst habe, wann und wo sie sich am Abend treffen würden. Noch heute besteht sein engster Freundeskreis aus ehemaligen Pfadern.

Auch Björns Grossvater nennt die Freundschaften fürs Leben, wenn man ihn fragt, an was er sich besonders zurückerinnert. Gerne denkt Kurt Iseli auch an das Bundeslager 1935 zurück, welches beim Dolder oberhalb Zürichs stattfand. Sein Abteilungsleiter sei damals Ruedi Hess gewesen, der Vater von Zahnarzt Rolf Hess. Iseli bestätigt zudem, dass es schon früher Wellenbewegungen bezüglich der Mitgliederzahlen gegeben habe: «Das hing stark von den Personen ab. Bei guten Führern ging es rauf.»

In diesem Jahr feiert die Pfadi Amriswil bereits ihr 100-Jahr-Jubiläum (siehe Kasten). Aus den drei ursprünglich geschlechtergetrennten Sektionen Leu (Mädchen), Fels und Granit (Buben) wurde 1990 die Pfadi Leuefels.

Ehemalige Amriswiler Pfader gesucht

Die Pfadi Leuefels feiert am Wochenende, 15. und 16. September, hundert abenteuerliche Pfadijahre in Amriswil. Aufgerufen sind deshalb alle ehemaligen Wölfli, Pfädis, Pfadi-leiter, Vorstandsmitglieder, Altpfader, Mitglieder im Heimverein und alle Pfadisympathisanten, sich Mitte September zu treffen und am Lagerfeuer alte Geschichten aufleben zu lassen. Das ausführliche Programm der Jubiläumsfeier sowie die Kontaktdaten für die Anmeldung gibt es auf der Webseite der Pfadi Amriswil. Der Anmeldeschluss hierfür ist der 1. August. Willkommen sind alle Pfadisympathisanten. (man)
Weitere Informationen
www.pfadi-amriswil.ch

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