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Attacke von oben: In Aadorf ist erneut ein Jogger von einem Vogel angegriffen worden

Der Mann wurde nur leicht verletzt. Aber der Schock sitzt tief.
Manuel Granwehr
Ein Rotmilan im Sturzflug. (Bild: Adrian Morris / GettyImages)

Ein Rotmilan im Sturzflug. (Bild: Adrian Morris / GettyImages)

Erst vor wenigen Wochen war in Aadorf ein 31-jähriger Jogger von einem Vogel aus der Luft angegriffen und am Kopf verletzt worden. Unweit von der Stelle hat nun ein Greifvogel einen 39-jährigen Jogger aus der Region attackiert. «Ich war auf einem Waldweg unterwegs in Richtung Schauenberg, es war kurz vor 20 Uhr am Sonntagabend. Weit und breit war niemand zu sehen. Da passierte es, wie aus dem Nichts.» Plötzlich habe er einen heftigen Schlag gegen den Hinterkopf gespürt.

«Es war ein Schock. Ich schrie unwillkürlich auf und ging in eine Art Verteidigungshaltung.»

Nach ein paar Sekunden habe er einen grossen Vogel gesehen, der ihn aus etwa 20 Meter Entfernung beobachtete. «Erst da realisierte ich, dass mich ein Tier angegriffen hatte. Es war ein Rotmilan oder ein Mäusebussard. Und er nahm mich gleich nochmals ins Visier.» Der Vogel sei erneut direkt auf ihn zugeflogen. «Ich habe gefuchtelt und ihn angeschrien. Dann flog er über mich hinweg. Ich kehrte dann um, das war mir zu gefährlich.»

Er habe sich an den anderen Fall erinnert, der sich vor ein paar Wochen in Aadorf ereignet hatte. Zuhause liess er sich von seiner Frau die Kopfhaut desinfizieren. Zum Arzt gegangen sei er nicht. «Es waren nur ein paar Kratzer. Der Schock war definitiv grösser.» Den Schlag habe er aber noch den ganzen Abend gespürt.

Ähnlich wie ein Haiangriff

Livio Rey von der Vogelwarte Sempach erklärt das Verhalten des Tieres: «Das kommt speziell in der Brutzeit vor, also von Mai bis Juli.» Der Vogel verteidigt seine Jungen und nimmt die Jogger als eine Gefahr wahr. Angriffe passieren in der Nähe von Nestern. Diese befinden sich oft am Waldrand und auf alten, grossen Bäumen. Abseits davon sind die Vögel für gewöhnlich auf Nahrungssuche.

Der Mäusebussard kommt in der Schweiz mit 15000 bis 20000 Paaren häufiger vor als der Rotmilan. Von diesem gibt es knapp 3000 Paare. Mit grösserer Wahrscheinlichkeit war es also ein Bussard, der die Jogger angriff. Passieren kann das immer wieder. Die Vogelwarte erfahre von durchschnittlich zwölf Fällen pro Jahr, sagt Rey. «Auf die Anzahl Tiere gesehen ist die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs aber sehr klein.»

Rey vergleicht die Vorfälle mit einem Haiangriff: Sehr selten aber spektakulär. Im Vergleich zu einem Hai fügt einem der Vogel jedoch kaum ernsthafte Verletzungen zu, meistens nur Kratzer. Rey mahnt jedoch: «Wie bei jedem Angriff eines wilden Tieres empfehlen sich jedoch gewisse Massnahmen.» Es bestehe die Gefahr von Infizierungen, besonders mit Tetanus. Nach einer Abklärung mit dem Arzt kann sich eine Impfung als empfehlenswert erweisen.

Der Angriff kann vermieden werden

Das beste Verhalten bei einem Angriff sei, sich von dem Nest zu entfernen und den Vogel im Auge zu behalten. Wenn man von einem Gebiet weiss, wo Jogger angegriffen wurden, empfiehlt es sich dieses entweder zu umlaufen, gehend zu durchqueren oder den Kopf mit Kappe oder Helm zu schützen. Vielleicht sollten die Aadorfer im Moment lieber in einer anderen Gegend Joggen gehen.

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