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AS Calcio Kreuzlingen fordert: «Fertig mit unfertigen Lösungen»

Das Volks-Nein zum Kunstrasenplatz war Salz in die Wunden des Fussballclubs AS Calcio. Der Verein entwickelt sich seit einem Jahrzehnt sehr erfolgreich, aber die Infrastruktur hält nicht Schritt.
Urs Brüschweiler
Vizepräsident Daniele Scardino zeigt auf dem Döbeli, wo Handlungsbedarf besteht. (Bild: Andrea Stalder)

Vizepräsident Daniele Scardino zeigt auf dem Döbeli, wo Handlungsbedarf besteht. (Bild: Andrea Stalder)

«Es rumort im Verein», berichtet Vizepräsident Daniele Scardino. Vor zwei Wochen haben die Kreuzlinger der AS Calcio einen neuen Kunstrasenplatz verweigert. Das Volks-Nein hat bei den Fussballern Spuren hinterlassen. «Der Frust ist wahnsinnig gross. Den müssen wir jetzt mal ablassen», sagt Präsident Marcus Meloni. Es war wie eine Ohrfeige für den Club.

Sportlich läuft es ihm derzeit rund. Die erste Mannschaft ist Herbstmeister in der 2. Liga regional. 60 neue Junioren stiessen seit dem Sommer zum Verein, und die Mitglieder hatten das neue Spielfeld vor Augen. Doch dann schlug die Euphorie in pure Enttäuschung um.

Kampf um die Wertschätzung

Für das engagierte Führungsduo, das den Club seit über zehn Jahren entwickelt und Schritt für Schritt vorwärts bringen will, war das eine herbe Niederlage. Nun sei es an der Zeit öffentlich aufzubegehren. «Wir wollen nicht immer nicken und die Lieben sein», sagt Meloni. Sie würden seit langem mit unfertigen Lösungen abgespiesen.

Der Materialraum der AS Calcio befindet sich in einem Container. (Bild: Andrea Stalder)

Der Materialraum der AS Calcio befindet sich in einem Container. (Bild: Andrea Stalder)

Scardino zählt Beispiele auf: Der Ballfangzaun gegen die Grenze ist nur zwei Meter hoch geworden, statt vier. Eine Anzeigetafel gibt es nicht. Die Garderoben und der Materialraum befinden sich in Containern. Es gibt keine fixen Ersatzbänke, nur zwei mobile, und die sind kaputt. Die Solarlaternen am Weg zum Gelände funktionieren nur etwa die Hälfte der Zeit. «Es hat sich einiges aufgestaut», sagt Scardino. Meloni ergänzt:

Marcus MeloniPräsident AS Calcio(Bild: PD)

Marcus Meloni
Präsident AS Calcio
(Bild: PD)

«Wir wollen nichts anderes, als eine Infrastruktur, die einem 2. Liga-Club mit einer breiten Jugendarbeit würdig ist.»

«Als Verein mit Migrationshintergrund müssen wir mehr um Wertschätzung kämpfen. Das muss man nicht schön reden». Meloni glaubt nicht, dass der Kunstrasen nur wegen des Umweltaspekts abgelehnt wurde.

Es gibt auch Missgunst

«Es gab sicher Wähler, die es uns nicht gönnen. Und von unseren Mitgliedern dürfen viele nicht abstimmen.» Die Leistungen des Clubs seien zu wenig bekannt, glauben Scardino und Meloni. «Was machen wir mit den Kindern, wenn wir keinen Platz haben für sie?» Den U7 Junioren könne man diesen Winter noch eine Stunde Training pro Woche anbieten, weil es zu wenig Hallen gibt, sagt Scardino.

250 Junioren trainieren aktuell bei der AS Calcio. (Bild: PD)

250 Junioren trainieren aktuell bei der AS Calcio. (Bild: PD)

«Die Stadt macht es sich zu einfach»

Dabei bringe man die Kids weg von der Strasse oder weg vom Computer. Der integrative Aspekt des Fussballs werde unterschätzt. Marcus Meloni hat 2016 eine Stiftung gegründet, die auch sozial schwächergestellten Jugendlichen das Kicken im Verein ermöglicht. «Das hat bis heute kaum jemanden interessiert von der Stadt.»

Winter-Problem ist nicht gelöst

Die AS Calcio will die Politik nun in die Pflicht nehmen. Sollte es wie bereits versprochen nun zügig statt eines Kunstrasens einen Naturrasen geben, sei das zwar gut. «Aber unser grosses Problem im Winter ist damit nicht gelöst», sagt Scardino. Unfertige Lösungen haben sie im Döbeli schon genug.

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